Zur Gefährlichkeit der AfD: Weidels Pakt
Kann eine Partei, die eine Frau wie Alice Weidel zur Kanzlerkandidatin bestimmt, überhaupt radikal und gefährlich sein? Eine Frau, die mit ihrer aus Sri Lanka stammenden Lebensgefährtin und zwei Kindern in der Schweiz lebt und einst für internationale Großbanken tätig war. Sie kann – und gerade der AfD-Parteitag in Riesa hat gezeigt, wie wenig Verlass auf den vermeintlich mäßigenden Einfluss der Parteichefin ist: Im Zweifel folgt die Weidel der AfD – nicht umgekehrt.
Dass der Parteitag den Familienbegriff explizit enger fasste und das Lebensmodell ihrer eigenen Vorsitzenden außen vor ließ, ist da mehr als eine bezeichnende Fußnote. Kein Geheimnis auch, dass Weidel den Begriff „Remigration“ gerne vermieden hätte, am Ende machte sie ihn sich zu eigen. Es blieb nicht die einzige Verschärfung des Programms, die die Delegierten durchsetzten – ohne Widerspruch der Kanzlerkandidatin, die selbst scharf agitierte wie selten.
Letztlich war dies Weidels Beitrag zu dem Macht-Pakt, den sie mit den radikaleren Kräften der Partei geschlossen hat und für die sie eine bürgerliche Fassade bietet. Im Gegenzug gab es breite Zustimmung für die Auflösung der „Junge Alternative“, die als Sammelbecken für rechtsextreme Umtriebe gilt. Aber selbst das bleibt ein trügerischer Schritt, siehe den „Flügel“ um Höcke und Co. Auch der wurde aufgelöst – und dennoch geben die Radikalen weiter den Ton an.