Zum Einbruch der Tesla-Verkäufe in Deutschland: Schwer angekratzt

Von Stefan Stark · 10. Januar 2025 um 05:00

Bis vor kurzem galten die Elektroautos aus dem Hause Tesla noch als schicke Statussymbole einer gutverdienenden Öko- und Technikavantgarde. Plötzlich entwickeln sie sich – zumindest auf dem deutschen Markt – zu Ladenhütern. Ein Grund dafür ist der Wandel von Firmengründer Elon Musk von einer Art Dr. Jekyll unter den Wirtschaftspionieren zum Mr. Hyde der neuen Rechten in den USA. Das Image des einstigen Sonnyboys Musk ist schwer angekratzt. Viele Tesla-Käufer hierzulande wenden sich mit Schrecken ab. Sie entscheiden sich bewusst gegen die Marke, weil sie nicht mit Donald Trumps oberstem Propagandisten in Verbindung gebracht werden wollen.

Der starke Einbruch der Tesla-Verkäufe in Deutschland hat auch hausgemachte Probleme. Während die deutschen Autohersteller inzwischen immer mehr attraktive neue E-Modelle auf den Markt bringen, lässt Musk mit echten Innovationen auf sich warten. Teslas jüngster Streich – der Cybertruck – wird die Verkaufszahlen wohl kaum nach oben katapultieren, sollte er überhaupt jemals in Europa zugelassen werden. Wer will schon in einem Auto herumfahren, das aussieht, wie aus einem Mad-Max-Film? Einige handverlesene Fans finden sich vielleicht bei Hardcore-Preppern – oder bei Musks neuen Freunden von der AfD, die damit ein Statement setzen wollen. Musks Nimbus von einem, der alles in Gold verwandeln kann, was er anfasst, leidet. Auf dem US-Markt mag ihn die Patronage Trumps vorerst schützen. Auf dem wichtigen deutschen Markt ist Tesla von der Überholspur verdrängt.