Rettungswagen steckte samt Patient im Schnee fest – Navi lotste Besatzung in Wald bei Teublitz

Von Martin Kellermeier · 8. Januar 2025 um 23:37

Sie wollten helfen und brauchten am Mittwochabend dann plötzlich selbst Hilfe: Die Besatzung eines Rettungswagens hatte sich samt Patient in einem Waldstück bei Münchshofen (Landkreis Schwandorf) im Schnee festgefahren und einen größeren Einsatz ausgelöst. Offenbar spielte das Navi den Rettern einen Streich.

Alles klang zunächst nach einem Routineeinsatz, der es wohl nie in die Nachrichten geschafft hätte. Die Crew eines Rettungswagens sollte einen Patienten aus Bubach ins Krankenhaus nach Burglengenfeld fahren. Der Mann schwebte glücklicherweise nicht in Lebensgefahr. Dennoch wollten die Sanitäter den Patienten schnellstmöglich in die Klinik im Städtedreieck bringen.

Gegen 20.30 Uhr machten sie sich mit dem Patienten auf den Weg. Wie üblich, gaben sie laut einem Sprecher der betroffenen Rettungsorganisation die Zieladresse ins Navigationssystem ihres Wagens ein. Doch die moderne Technik meinte es an diesem Abend nicht gut mit den Rettern. Anstelle sie über die Kreisstraße nach Münchshofen und dann weiter über Teublitz nach Burglengenfeld zu führen, lotste das Navi die Besatzung in ein Waldstück zwischen Münchshofen und Strengleiten. Dort ist freilich kein Winterdienst unterwegs und so blieb der Rettungswagen weitab der Zivilisation im Schnee stecken.

Feuerwehr, Bergwacht und THW kommen zur Hilfe

Den Sanitätern blieb nichts anderes übrig, als über die Leitstelle nach Hilfe zu rufen. Feuerwehr, Bergwacht und THW machten sich auf den Weg. Das Hauptaugenmerk galt freilich dem Patienten. Dieser wurde zunächst von der Bergwacht behutsam auf eine Gebirgstrage gelegt. Anschließend wurde der Mann zu Fuß zu einem geländegängigen Bergwacht-Fahrzeug getragen, das etwa 200 Meter vom Rettungswagen parken konnte. Die Bergwacht brachte dann unter Begleitung eines Notarztes den Patienten auch ins Krankenhaus, so Bergrettungs-Einsatzleiter Dieter Güll.

Das THW rückte derweil mit einem Radlader an, um den Rettungswagen aus seiner misslichen Lage im Schnee zu befreien.

Die Besatzung des Rettungswagens ist mit ihrer Panne übrigens nicht alleine: Vor mehreren Jahren hatte sich an fast derselben Stelle ein Lastwagen festgefahren, wie sich erfahrene Einsatzkräfte erinnerten.

Mit diesem geländegängigen Wagen der Bergwacht war ein sicherer Weitertransport gewährleistet. Fotos: Martin Kellermeier