Generationenwechsel bei der Waldbesitzervereinigung (WBV) Hemau: So geht es Tobias Boßle im neuen Amt

Von Markus Johannes Bauer · 8. Januar 2025 um 09:00

Seit Januar 2023 arbeitet er bereits bei der Waldbesitzervereinigung (WBV) Hemau. Anfang September vergangenen Jahres übernahm Tobias Boßle (26) die Tätigkeit des Geschäftsführers, die bis dahin gut 37 Jahre lang Josef Achhammer innehatte. Nach etwas mehr als 100 Tagen in diesem Amt zieht er eine erste Bilanz.

Holz und Wald sind Boßle seit seiner Kindheit ans Herz gewachsen. Für den Kachelofen zuhause musste natürlich Holz beschafft und zurecht gemacht werden. Da die Familie damals selbst noch kein Holz hatte, bekamen sie dieses von einem verwandten Landwirt.

Mit Holz und Wald vertraut

Mit seinem Vater holte Tobias Boßle dann das Holz aus dem Wald. „Das Spalten zu Brennholz war ein Highlight“, blickt der WBV-Geschäftsführer zurück. Die Basis für das spätere berufliche Wirken war gelegt. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er eine dreijährige Lehre zum Forstwirt, wo der Hohenfelser heimatnah – am Truppenübungsplatz – tätig war.

Es folgten zwei Jahre beim Bundesforst im Bereich der Verkehrssicherheit und eine Fortbildung zum Forstwirtschaftsmeister in Lohr am Main, die er als Jahrgangsbester abschloss. Nächste Wirkungsstätte war als Ausbildungsmeister an der Waldbauernschule in Kelheim. Hier bekam er eines Tages einen Anruf von Josef Achhammer, langjähriger Geschäftsführer der WBV Hemau, der Boßle eine Tätigkeit anbot.

Weiterbildung zum Forsttechniker

„Nach einem Tag, an dem ich einen Großteil der Tätigkeiten einer Waldbesitzervereinigung kennenlernen konnte, entschied ich mich dafür“, blickt Boßle zurück. Ein wenig angedeutet hat Achhammer damals auch seinen bevorstehenden Ruhestand. Speziell für die Geschäftsführertätigkeit waren aber – auch angesichts der Förderung – weitere Qualifikationen („forstfachliche Eignung“) nötig. Also hieß es für Boßle nochmals nach Lohr für die Weiterbildung zum Forsttechniker, die er im Juli 2024 diesmal als Drittbester beendete. In den Schulferien arbeitete er bei der WBV Hemau.

Die Geschäftsführung übernahm er im September also nicht als Novize. Im Gegenteil: Seit seinem Eintritt ins Berufsleben ist er mit den Themen Holz und Wald bestens vertraut – und seit Anfang 2023 mit den Gegebenheiten der Hemauer WBV. „Ich hatte über ein Jahr Zeit, Kenntnis über die Abläufe zu bekommen“, bekennt er freimütig. Dennoch gibt es in manchen Bereichen gravierende Veränderungen.

„Der Holzmarkt ist heute kurzlebiger“

„Der Holzmarkt ist heute kurzlebiger, oft werden Quartalsverträge abgeschlossen – und das ist den Waldbesitzern zu vermitteln“, nennt Boßle einen Aspekt. Ein anderer Punkt ist die Zunahme von Waldpflegeverträgen, vor allem seitens Privatwaldbesitzer, die sich in Erbengemeinschaften um ihren Wald – also Bewirtschaftung und Schutz – kümmern müssen. Diese Aufgaben werden vertraglich dann der WBV übertragen. In der Oberpfalz läuft derzeit die Modernisierung der EDV, die bis Mitte 2025 abgeschlossen sein sollte.

Bei der Holzvermarktung ist das Energieholz zuletzt eingebrochen. Hier ist die WBV gefragt, trotzdem für die Mitglieder gute Konditionen auszuhandeln. Wobei die WBV Hemau hinsichtlich des Standortes „gut aufgestellt“ ist.

Zwischen Büro und Außenterminen

„Von Hemau aus ist die Lieferung zu den Sägewerken nach Österreich und nach Tschechien und natürlich in die direkt in der Nähe gelegenen Unternehmen gut möglich“, stellt der Geschäftsführer fest. Als positiv betrachtet er auch die Präsenz der zuständigen Revierförsterin Lisa Büsing im gleichen Gebäude, so dass anstehende Fragen schnell geklärt werden können.

„Das eigenständige Arbeiten schätze ich sehr – und auch die Abwechslung zwischen Büro und Außenterminen, vom Holzmessen, Beratungsgespräch bis zur Einsatzleitung“, fasst Boßle zusammen. Und natürlich vergisst er nicht das kleine, aber sehr familiäre WBV-Team, das „eine große Schlagkraft“ aufweise.