Steigende Preise machten Nittenauer Gastronom das Leben schwer

Von Simon Heimerl · 6. Januar 2025 um 13:00

Aus der Taverna Metropolis in der Nittenauer Hauptstraße (Landkreis Schwandorf) ist die GyrosBox geworden – doch der Inhaber bleibt derselbe. Hinter dem Rebranding steckt mehr als nur ein neuer Name: Es ist eine Reaktion auf die aktuelle weltpolitische und wirtschaftliche Lage.

Es ist angenehm warm im Lokal, wenn man die GyrosBox betritt. Aus dem Radio klingt gedämpfte griechische Musik, in der Küche klappert Geschirr. Die heimelige Dekoration des Gastraums ist an die Farben des neuen Logos – Rot und Schwarz – angepasst, das prominent an der Wand prangt. Christos Misailidis, der Inhaber der ehemaligen Taverna Metropolis und der neuen GyrosBox, begegnet Gerüchten, er habe sein Restaurant zu einem Imbiss umfunktioniert, mit einem Lachen: „Manche sagen, es ist ein großer Imbiss, manche sagen, es ist ein kleines Restaurant. Wichtig ist: Ich bin der Grieche in Nittenau“, erklärt Misailidis.

Preise stiegen enorm

Der Namenswechsel hat seine Gründe. Misailidis kam im Mai 2019 nach zwei Jahren als Gastronom in Steinberg am See nach Nittenau, in die Hauptstraße 6. Dort, im Durchgang zum Regenuferweg, eröffnete er die Taverna Metropolis. Damals ahnte er noch nicht, welche Herausforderungen ihn erwarten werden. Die Corona-Pandemie und die Inflationskrise infolge des Ukraine-Kriegs brachten die Gastronomie in schwere Gewässer. Die Preise für Lebensmittel, Strom und Personalkosten stiegen erheblich.

„Alle haben gut an mir verdient, aber ich bin ohne Geld geblieben,“ erinnert sich Misailidis. Seine Einnahmen stammten in dieser Zeit vor allem aus dem Betrieb des Freibadkiosks, den er heuer bereits in der vierten Saison betreiben wird.

Weniger Personal – kleinere Karte

Also wagte Misailidis, der aus Thessaloniki in Nordgriechenland stammt, gemeinsam mit seiner Frau Ana Kondratievi, mit der er zwei Töchter hat, im vergangenen Oktober in der Hauptstraße den Neustart: Aus Taverna Metropolis wurde GyrosBox. Die Speisekarte wurde verkleinert, damit auch mit wenig Personal alles frisch und gut zubereitet werden kann – denn das Team verringerte sich um einen Kellner und ein bis zwei Personen in der Küche auf das Inhaberpaar. Misailidis bedient, Kondratievi kocht. Gerichte mit Grillfleisch fielen weg, sodass der stromintensive Grill nicht mehr durchgehend betrieben werden muss.

Zwei Monate lang öffnete Misailidis nur unter der Woche, um in dieser Ausprobier-Phase den perfekten Ruhetag herausfinden. Jetzt im Januar werden die regulären Öffnungszeiten am Wochenende und an Feiertagen zurückkehren, mit einem festen Ruhetag unter der Woche. Einige Gerichte, die die Kundschaft vermisst haben, stehen dann wieder auf der Speisekarte: Galaktoboureko und griechisches Joghurt mit Honig und Nüssen werden ebenso wieder angeboten wie Pangasiusfilet.

Günstige Speisen im Angebot

Ein Blick in die Speisekarte zeigt: In der GyrosBox werden viele Gerichte weit günstiger angeboten, als man es in anderen Lokalen gewohnt ist. „Weil ich es kann“, antwortet Misailidis schlicht, wenn man ihn nach dem Grund fragt. Mit niedrigen Personalkosten könne er die Preise in dieser Form anbieten, das sei seine Marketing-Strategie. „Die Leute sollen merken, dass man bei mir eine große Portion bekommt für einen guten Preis“, erklärt der Inhaber. Nittenau sei keine Großstadt, man müsse die Preise für gut laufende Gerichte den Preisverhältnissen in der Region anpassen, um konkurrenzfähig zu bleiben.