Das ändert sich 2025 beim Heiraten im Raum Kelheim

Von Beate Weigert · 5. Januar 2025 um 11:00

Der Standesamtsbezirk Kelheim ist nun auch für den „Hochwasser-Fall“ gerüstet. Auch ein neuer Trauort kommt hinzu.

Brautpaare haben in der Region die Qual der Wahl zwischen Trauungen an Land oder zu Wasser. Bei Letzterem ergeben sich ein paar Änderungen.

Das Juni-Hochwasser 2024 förderte ein Problem zutage. Der beliebteste Trauort – die Anlegestelle Donau – war geflutet. An eine feierliche Zeremonie an der gewünschten Stelle war nicht zu denken.

Essing wird zum „Plan B“

Für diesen Problem-Fall ist der Standesamtsbezirk Kelheim – zu dem inzwischen auch die Gemeinden Ihrlerstein, Essing, Painten, Saal a.d. Donau und Teugn gehören – künftig gerüstet.

Bislang waren Hochzeitspaare im Kleingedruckten des Vertrags mit den Kelheimer Personenschifffahrtsgesellschaften darauf hingewiesen worden, dass bei einem Ausfall der Schiffe durch Hochwasser, einen Werftaufenthalt oder sonstige Gründe die Eheschließung im Trauzimmer der Stadt Kelheim stattfinde.

In Absprache mit Essings Bürgermeister Jörg Nowy ist es im neuen Jahr nun auch möglich, dass es für Schiffstrauungen im Hochwasser-Fall einen alternativen, gewidmeten Trauort zu Wasser gibt. Die Schiffsanlegestelle in Essing.

Kelheimer „Skyline“ inklusive Befreiungshalle

Wie es in der Kelheimer Dezember-Stadtratssitzung hieß, solle dies aber die Ausnahme sein, als regulärer Trauort soll die Essinger Anlegestelle nicht zur Verfügung stehen.

Das Ja-Wort können sich Brautpaare regulär weiterhin an folgenden Anlegestellen geben: Donau (Donauvorland), Altmühltal (Niederdörfl), Befreiungshalle (Main-Donau-Kanal) und Weltenburg (Kloster Weltenburg). Die mit Abstand beliebteste der vier gewidmeten Locations ist laut Renate Schweiger von der Kelheimer Personenschifffahrt die Anlegestelle Donau. Ein Grund dafür sei wohl, dass man dort auf den Fotos die Kelheimer „Skyline“ inklusive Befreiungshalle haben könne. Und: „Viele Hochzeitsgesellschaften machen vor oder nach der Trauung eine Schiffsfahrt.“

Kelheim: Sechs Schiffe zur Wahl

Sechs unterschiedlich große Personenschiffe stehen fürs Heiraten zur Wahl. In alphabetischer Reihenfolge sind das ab 2025 erstmals die „MS Donauprinzessin“, die nun neu gewidmet ist und ab der Hochzeitssaison 2025 zur Verfügung steht sowie die „MS Kelheim“, die „MS Maximilian II.“ die „MS Ludwig, der Kelheimer“, die „MS Renate“ und die „MS Weltenburg“.

Bei ihrer Dezember-Sitzung entwidmeten die Kelheimer Stadträte auch zwei Schiffe. Dies war aber mehr eine Formalie. Denn die „MS Walhalla“ ist schon einige Zeit außer Dienst gestellt und die „MS Altmühlperle“ wurde bereits vor einigen Jahren verkauft.

Interessante Randnotiz zum Heiraten auf dem Schiff: Dass Paare sowohl an Bord eines Kelheimer Schiffs heiraten und feiern, „ist sehr selten der Fall“, verrät Renate Schweiger. „Entweder lassen sich die Paare an Bord trauen und feiern woanders, oder sie lassen sie woanders trauen und feiern an Bord.“

Mögliche Trauorte im Standesamtsbezirk Kelheim

Kelheim: Trauzimmer im Rathaus, Archäologisches Museum, Schiffsanleger, im Freien: Innenhof des Kelheimer Rathauses

Saal a.d.Donau: Sitzungssaal, im Freien: „Ort der Ruhe und Besinnung“

Teugn: Sitzungssaal

Essing: Sitzungssaal, Burg Randeck

Ihrlerstein: Sitzungssaal

Painten: Sitzungssaal/ Trauzimmer, im Freien: „Arkaden“

Künftig wird Hochwasser keinem Brautpaar mehr einen kompletten Strich durch die Rechnung machen: Für den Hochwasserfall gibt es nun einen gewidmeten Ausweichort – die Schiffsanlegestelle Essing.
Die MS Donauprinzessin ist nun auch als Ort für Eheschließungen gewidmet. Foto: Beate Weigert