In Siegenburg fällt heuer die Entscheidung über das Gerätehaus

Von Wolfgang Abeltshauser · 3. Januar 2025 um 15:00

Debatten über das Siegenburger Feuerwehrgerätehaus gibt es im Ort sei Jahren. Längst ist es zu klein geworden, dazu ist die enge Ausfahrt für die Rettungsfahrzeuge vom Kolpingweg hinaus auf die Ingolstädter Straße ein Problem. Jetzt kommt plötzlich ein interessanter Alternativstandort ins Spiel.

Konkrete Bauarbeiten sind in den Augen von Bürgermeister Johann Bergermeier frühestens 2026 angedacht. Dann endlich sind Großbaustellen wie etwa die Schulhauserweiterung endgültig erledigt. Und Finanzmittel wieder frei für anderes.

Aber der Marktgemeinderat müsse in diesem Jahr entscheiden, in welche Richtung es gehen soll. Die zwei Alternativen sind: Entweder wird das Gerätehaus an Ort und Stelle erweitert oder man sucht einen anderen Standort für das Feuerwehrdomizil.

Längst habe sich die Feuerwehrführung an das politische Gremium gewandt. Mehr Platz müsse her für die persönliche Ausrüstung der aktiven Mannschaft. Bisher sind Spinde in den Räumen untergebracht, in denen auch die Fahrzeuge stehen. Das soll laut gesetzlichen Vorgaben so auch gar nicht sein. Deshalb laufen beispielsweise im Nachbarort Abensberg ebenso seit Jahren Überlegungen, das Gerätehaus zu erweitern oder neu zu bauen.

Gelände für Neubau fehlt

Eine Waschhalle fehle in Siegenburg bisher völlig. Grundsätzlich könnte das Gerätehaus am jetzigen Standort erweitert werden. „Genug Platz dafür wäre vorhanden“, betont der Rathauschef. Allerdings wäre bei dieser Variante die nicht ideale Ausfahrtssituation nicht verbessert.

Und deshalb spekuliert der Bürgermeister mit einem anderen Standort. Allein: Ein Gelände, auf das man ein Feuerwehrgerätehaus bauen könnte, habe die Kommune derzeit nicht im Eigentum. Und so wandert der Blick von Bergermeier, wieder einmal, zur alten Hopfenhalle an der Ingolstädter Straße. Seit Jahren gibt es immer wieder Überlegungen in Siegenburg, auf welche Weise das Gebäude denn genutzt werden könnte. Diverse Vorschläge kamen auf den Tisch – keiner wurde auch nur im Ansatz weiterverfolgt.

Bergermeier findet, dass in der alten Halle zumindest genügend Platz für Geräte und Ausrüstung der Feuerwehr wäre. Und da das Gebäude direkt an der Ingolstädter Straße liegt, sei die An- und Abfahrtssituation dort weitaus besser als am Kolpingweg.

Gemeinderat hat das Wort

Wie gesagt, der Bürgermeister will die Entscheidung in die Hände des Marktgemeinderats legen und dessen Meinungsbild nicht beeinflussen. In seinen Augen aber könnte man bei solch einer Variante ein weiteres Problem in Siegenburg lösen. Schon seit der Zeit seines Vorgängers ist man auf der Suche nach sinnvollen Räumlichkeiten für den Bauhof. Derzeit gibt es kein zusammenhängendes Domizil für die wichtige kommunale Einrichtung. So sind Teile im sogenannten Funkhaus beim ehemaligen Bombodrom untergebracht. Materialen lagern vor allem in und bei der Hopfenhalle. Vor einigen Jahren gab es Planungen, Bauhofgebäude am Perkaer Weg zu bauen. Daraus wurde aber nichts. Sollte nun die Feuerwehr vom Kolpingweg wegziehen, wäre das leerwerdende Gerätehaus in den Augen des Bürgermeisters eine ideale Unterkunft für den Bauhof. Mann könne die Räume, so wie sie angeordnet sind, übernehmen, ohne das um- oder angebaut werden müsse.

Blick auf die alte Hopfenhalle in Siegenburg

Seit Jahren wird in Siegenburg nach einer Lösung für die alte Hopfenhalle gesucht. Vor einiger Zeit wurde ein Konzept in Auftrag gegeben. Demnach könnten in dem alten Gemäuer Räume für die Volkshochschule, die Vereine und Wohnungen untergebracht werden. Bürgermeister Johann Bergermeier dachte sogar darüber nach, dort den kommunalen Kindergarten in Siegenburg unterzubringen.

Die Frage ist aber, ob und wie Nutzungen möglich sind: Das Hauptproblem bei dem Gebäude sei die Verseuchung der Wände und Böden mit Chemikalien. Eine Schadstoffuntersuchung bereits im Jahr 2019 war wie berichtet eindeutig. Gefunden wurden unter anderem Asbest und PCB. Außerdem gibt es Erzählungen ehemaliger Arbeiter der Hopfenhalle, die von ausgelaufenem Hydrauliköl berichten.

Für die alte Hopfenhalle wird nach wie vor eine Lösung gesucht.