Goaslandler feierten gelungene Premiere: Im Theaterstück der Riedener bringt ein Schrank ein Wirtshaus zum Toben

Begeisterung pur war zu spüren, zu hören und zu sehen im Publikum nach der gelungenen Premiere des neuen Theaterstücks der Riedener Goaslandler in der Mehrzweckhalle Rieden am 27. Dezember. Die Schauspieler gaben ihr Bestes und zeigten auf spannende und humorvolle Weise ein herausragende Darbietung.
Die Aufführung „Im Schrank ist der Teufel los“ bot eine bunte Mischung aus lustigen Sprüchen, urkomischen Situationen sowie Irrungen und Wirrungen mit ordentlich Riedener Lokalkolorit. Regisseur Gerhard Schnabel hatte viel Zeit mit dem Team der Goaslandler investiert, beginnend ab Mitte September mit zahlreichen wöchentlichen Treffen und dem Probenwochenende in Trausnitz.
Regisseur zeigte sich stolz
Stolz zeigte sich der erfahrene Theaterregisseur über die Leistung seiner Mannschaft. „Die Pointen waren sehr passend gesetzt. In dem ländlichen Lustspiel von Andrea Döring geht es darum, wie man einen eingebildeten Kranken möglichst wieder in die Spur bringt“, so Schnabel. Mittendrin war ein durchaus nicht ganz normaler Schrank in der Wirtsstube vom hypochondrischen Wirt Werner (Hans Hofrichter). Die nostalgische Einrichtung des Wirtshauses war auf Riedener Verhältnisse zugeschnitten und kam dem ein oder anderen Zuschauer durchaus bekannt und vertraut vor.
Spurlos verschwunden
Im Laufe des Stückes passieren die seltsamsten Dinge, welche sich rund um den Schrank drehen. Die Magd Elli (Regina Schnabel) verschwindet im Schrank mit einer Halben Bier, als man sich aber im Schrank auf die Suche nach der fleißigen Angestellten des Hofes macht, ist diese spurlos verschwunden. Auch andere Wirtshausbesucher tauchen nach einem Abstecher in den Schrank zunächst nicht mehr auf.
Beinahe zum Wahnsinn und zur Verzweiflung treiben diese mysteriösen Umstände um den vermeintlich verhexten Schrank den hypochondrisch veranlagten Wirt Werner und dessen bereitwillig mitleidenden Nachbarn und Freund Robert (Gerhard Fleischmann). Als dann auch noch Opa Richard (Gerhard Schnabel) im Schrank steht und fröhlich herauswinkt, drehen die beiden Freunde Werner und Robert so richtig durch und lassen sich gerne von ihren Frauen Karin (Claudia Fröhlich) und Berta (Birgitt Foschum) mit Kamillentee und kalten Umschlägen pflegen und kurieren.
Auch die Stammgäste des Wirtshauses, Harald (Benedikt Hofrichter), Charly (Tim Götz) und Gustav (Marcel Malotta) wundern sich über die Erzählungen von Werner und dessen Sichtungen rund um den Schrank, welcher ihm wie die Tür in eine andere Welt vorkommt. Da kann die Wirtshausbedienung Traudl (Johanna Weiß) ebenfalls nur den Kopf schütteln.
Werner lebt in der Zwischenzeit seine Krankheitsgeschichten ausgiebig aus. „Oh, bin i krank und mei Frau gönnt ma koa bisserl Rouh! So, was könnt i denn ham? Angina? Hab i letzte Woche ghabt. Katarrh? Zu wenig Flüssigkeit da! Schad, des hätt a sauberne Grippe werdn kenna!“ Werner blättert in Gesundheitsbüchern und stellt bei sich plötzlich Kopfschmerzen fest. „I hab doch gwusst, dass i sehr krank bin. War doch guad, dass i nachgschaut hob, was i hob. Oooh hoffentlich überleb i des.“
Krankheit verschlimmert sich
Das Verschwinden von Verwandten, Angestellten und Stammgästen im Schrank führt bei Werner nur zu mehr Kopfschmerzen und Gejammer. Auch Robert leidet arg mit ihm mit. „Werner, mach jetzt bloß ned schlapp! Du bist mei oanziger Freind. Was sollt i denn bloß ohne die macha?“. Werner erzählt seinem guten Freund Robert, dass ihm niemand glaubt, so krank zu sein. „Des is aber ned nett. De sollterten di wirklich mehr pflegen“, entgegnet Robert. Leidvoll klagt Werner: „Genau. Wer woaß, wia langs mi überhaupt noh ham“. Alleine die Krankheitseinbildungen sorgten im Publikum für Schmunzeln und Lachen.
Auch Roberts Frau schnauft einmal tief, als sie Robert sucht und im Wirtshaus entdeckt. „Berta, was machst denn du da?“, ist Robert erstaunt. „Nachschaun, ob du scho wieder im Wirtshaus bist, ob du schon wieder deinen Werner pflegst und verhindern, dass du dir neie Krankheiten vo eam eifangst“.
Immer mehr Gäste verschwinden
Die mysteriösen Umstände um den Schrank weiten sich währenddessen aus und immer mehr Gäste des Wirtshauses verschwinden spurlos darin. Die drei jungen Stammgäste können da nur schmunzeln und schießen den Wirt ordentlich in die Höhe. „Du Werner, sog a mol, geyds bei dir im Schrank allaweil so zou?“, fragt der gesehene Gast Gustav.
In der Zwischenzeit überlegen die Ehefrauen Karin und Berta, was sie mit ihren kränkelnden Männern machen sollen. Tante Helga (Anke Mikalauskas) aus dem Ruhrgebiet ist gerade zu Besuch in der bayerischen Provinz und gibt ebenfalls Ratschläge und Tipps, um den Hypochonder Werner wieder auf die Beine zu bringen.
Im Stück spielt Theaterurgestein Peter Röhlinger den Handwerker Jochen, der sich im Laufe des Stückes im Auftrag von Werner den Schrank näher anschauen soll. Das Publikum der Theaterpremiere der Goaslandler kam bei dem Dreiakter voll auf seine Kosten und durfte auch ordentlich schmunzeln, als die Riedener Lokalprominenz einen Seitenhieb im Laufe des Stückes erfuhr.
