Polizei erhöht Präsenz auf Christkindlmärkten in Regensburg – Aber: „Keine Anhaltspunkte für Gefährdung“

Plötzlich stechen sie wieder ins Auge, die grauen Betonquader an den Zuwegen zum Christkindlmarkt am Regensburger Neupfarrplatz. Nach dem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge gefahren ist, sind die Sinne geschärft.
So geht es auch CSU-Bundestagsabgeordnetem Peter Aumer: „Man ist auf jeden Fall aufmerksamer. Da schaut man wieder genauer auf die Betonklötze und erinnert sich, warum sie dastehen.“ Am Stand der Frauenunion, die vor dem Kaufhof-Gebäude Kartoffelsuppe für den guten Zweck verkauft, drückt er sein „Entsetzen über diese unvorstellbaren Dinge“ aus. Abriegeln lassen sich Neupfarrplatz, Kohlenmarkt und Haidplatz, wo jeweils zahlreiche Buden aufgebaut sind, nicht. Hotelgäste und Lieferwagen passieren die Altstadtplätze.
Absolute Verkehrsfreiheit nicht herzustellen
„Absolute Verkehrsfreiheit und Sicherheit kann man auf den Altstadtplätzen nicht herstellen“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer auf MZ-Nachfrage. Altstadtbus, Lieferwagen und Hotelgäste passieren die Gassen. Maltz-Schwarzfischer drückt ihre tiefe Erschütterung über die Tat von Magdeburg aus. Als Zeichen des Mitgefühls wurde am Alten Rathaus die Trauerbeflaggung gesetzt. „Wir werden nochmals die Zufahrtshemmnisse überprüfen“, kündigt die Oberbürgermeisterin an. Man stehe in enger Abstimmung mit der Polizei.
Polizei passt Sicherheitskonzept an
Helmut Träg teilt aus der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz am Samstagmittag in einer Pressemeldung mit, dass „die Polizei ihre bereits hohe Präsenz nochmals erhöhen wird, um auch weiterhin einen sicheren Aufenthalt für alle auf den örtlichen Weihnachtsmärkten gewährleisten zu können“. Die Sicherheitskonzepte seien geprüft und angepasst worden. Nach dem Vorfall in Magdeburg betont Träg aber auch: „Es liegen derzeit keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung der Oberpfälzer Weihnachtsmärkte vor.“
„Ich bin schockiert“
Vielen Christkindlmarktbesuchern in Regensburg steckt das Entsetzen in den Knochen. „Ich bin schockiert“, sagt eine Landkreisbewohnerin. Nichtsdestotrotz treffen sie und ihr Ehemann sich am Samstagmittag mit Bekannten am Neupfarrplatz: „Wir haben es schon lange ausgemacht und jetzt haben wir es nicht abgesagt“, erklärt sie. Ein „komisches Gefühl“ bleibe aber natürlich.
Eine junge Frau aus Nürnberg, die mit ihren Eltern das vorweihnachtliche Regensburg besucht, sagt: „Gerade jetzt gehe ich extra auf den Christkindlmarkt.“ Ihre Mutter fügt an, dass man natürlich mit den Betroffenen in Magdeburg fühle, „aber Angst um uns habe ich nicht. Sonst wären wir nicht hier.“ Nach so einem tragischen Ereignis werde die Sicherheit nun doch besonders groß geschrieben.
