Als einzige Schule in Bayern: Grundschule Kareth-Lappersdorf zum dritten Mal Miniphänomenta-Schule

Zum dritten Mal in Folge wurde die Grundschule Kareth-Lappersdorf als Miniphänomenta-Schule ausgezeichnet und ist damit bayernweit die einzige Schule, die die Forscherstationen des Projekts den Kindern so lange zur Verfügung stellt.
In der Grundschule Kareth-Lappersdorf wird oft gestaunt auf den Gängen. Warum steigt der Taucher in der mit Wasser gefüllten Flasche nach oben? Warum rollt die große Holzkugel bergauf? Warum zeichnet das Pendel Figuren in den Sand? In den Fluren gibt es 15 frei zugängliche Experimentierstationen, die den Forschergeist der Schüler wecken sollen. Zum dritten Mal in Folge wurde die Schule nun als Miniphänomenta-Schule ausgezeichnet und ist damit bayernweit die einzige Schule, die die Forscherstationen des Projekts den Kindern so lange zur Verfügung stellt.
Die Exponate gehen zurück auf die 2013 an der Schule gezeigte Wanderausstellung Mini-Phänomenta. Unterstützt durch Sponsoren hatten Eltern im Nachgang Forschungsstationen für die Schule nachgebaut und seither sind sie für die Kinder zugänglich.
Es braucht Kümmerer
„Es braucht vor Ort jemanden, der sich kümmern will“, sagt Grundschullehrerin Rita Ullmann, die an der Schule diese Rolle innehat. „Sonst sind die Stationen irgendwann weg.“ Die Miniphänomenta in Bayern ist ein Projekt der Bildungsinitiative „Technik – Zukunft in Bayern“ des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (BBW) , unterstützt durch die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände. Die Auszeichnung ist deutschlandweit einmalig und wird von einer Fachjury alle zwei Jahre vergaben. Derzeit dürfen sich 14 bayerische Grundschulen so nennen. Vom BBW kam nun Elisa Franko aus München nach Lappersdorf, um der Schule zu gratulieren und die Bestätigung der Rezertifizierung zur Miniphänomenta-Schule an den Schulleiter Thomas Bauer und Lehrerin Rita Ullmann zu übergeben. „Es ist etwas Besonderes, dass eine Schule die Stationen so lange pflegt“, betont Franco.
Rita Ullmann schlüpfte freiwillig in die Rolle. „Ich bin nicht ausgesprochen technik affin“, erklärt sie. „Aber ich interessiere mich dafür.“ Als in der Lehrerkonferenz vor mehr als zehn Jahren die Frage im Raum stand, wer das Projekt betreuen möchte, erklärte sie sich bereit. Bei einer Fortbildung in Nürnberg entstanden Exponate für die Wanderausstellung der Miniphänomenta. 2013 war dann zwei Wochen lang die Miniphänomenta in Lappersdorf zu Gast und begeisterte die Schulfamilie, so dass einige Eltern gewonnen werden konnten, Ausstellungsstücke nachzubauen. Seither stehen die Experimentierstationen rund um Themenfelder wie Energieaustausch, Kraftübertragung, optische und akustische Phänomene im Schulhaus verteilt. Die Vorgabe war, dass die Stationen pflegeleicht sein mussten und nicht zu viel Raum einnehmen durften.
Stationen ohne Namen
Schulleiter Bauer sagt: „Die Stationen laden die Schüler ein, sie auf eigene Faust zu entdecken. Die Kinder gehen aus dem Klassenzimmer raus und können was ausprobieren.“ Das Konzept sieht vor, dass die Stationen keinen Namen aufweisen dürfen und auch keine Beschreibung enthalten. „Es geht darum, dass die Schüler selber forschen und Lösungen entwickeln“, sagt Ullmann. „Sie sollen ausprobieren und miteinander ins Gespräch kommen.“ Das Interesse an den naturwissenschaftlichen Phänomenen flamme immer wieder auf. Gerade, wenn man den Kindern keine Lösung präsentiere, würden sie eigene Ideen entwickeln.
Die Stationen sind in der Pause für die Schüler zugänglich. Sie nutzen sie im Vorbeigehen, auf dem Weg zu anderen Schulräumen oder in den Hort. Auch im Unterricht finden die Exponate nach wie vor Einsatz und sind beliebt.
Die Auszeichnung
Hintergrund: Insgesamt tragen aktuell 14 Grundschulen in Bayern den Titel Miniphänomenta-Schule. Das Bildungsprojekt gibt es seit mehr als 15 Jahren in Bayern. Die Grundschule Kareth-Lappersdorf ist bayernweit die einzige Grundschule, die das Projekt im Nachgang zu einer Wanderausstellung so lange pflegte, dass zum dritten Mal eine Rezertifizierung stattfinden konnte.
Ablauf und Ziel: Das Bildungsprojekt startet mit der Ausstellung Miniphänomenta. Im Idealfall werden dann Exponate im Nachgang nachgebaut, um sie dauerhaft im Schulhaus zu platzieren.
