Nittenaus Pfarrer Holger Kruschina baut seit Jahren an seiner Krippe

Von Cornelia Lorenz · 16. Dezember 2024 um 11:00

Zu seiner Primiz im Jahr 1996 bekam Nittenaus Stadtpfarrer seine ersten drei Krippenfiguren geschenkt – mittlerweile hat sich daraus eine umfangreiche Landschaft entwickelt. Für Holger Kruschina ist seine Krippe in der Adventszeit eine besonders schöne Möglichkeit, um innerlich zur Ruhe zu kommen.

Schon als kleiner Bub hatte Kruschina Freude an Weihnachtsvorbereitungen. „Ich durfte daheim immer mit dabei sein und den Christbaum schmücken“, sagt er. Auch an das Spritzguss-Kripperl seiner Eltern erinnert er sich gut.

Ein Geschenk zur Primiz

Doch bis er selbst ein großer Krippenfan werden sollte, dauerte es noch einige Zeit: Vom Pfarrer seiner Heimatgemeinde Brand bekam Kruschina zur Primiz die Heilige Familie samt Stall geschenkt. Die Figuren stammten von Holzschnitzer Gerhard Schinner aus Ebnath im Landkreis Tirschenreuth. Der heilige Josef ist 27 Zentimeter groß – an ihm orientieren sich alle weiteren Figuren in Kruschinas Sammlung. Vor dem darauffolgenden Weihnachtsfest beschloss der Geistliche, weitere Krippenfiguren aus derselben Schnitzerei zu kaufen. Ochs und Esel sollten es sein, doch der Preis von damals 270 Mark für das tierische Duo habe ihn schwer schlucken lassen, sagt Kruschina. Deshalb entschied er sich für eine etwas günstigere Variante und kaufte für 130 Mark ein Schäfchen.

Über die Jahre hinweg erwarb er regelmäßig weitere Figuren und bekam auch das eine oder andere Exemplar geschenkt, zum Beispiel anlässlich seines Abschieds aus der Pfarrei Furth im Wald. Als er als Stadtpfarrer nach Roding kam, ließ sich Kruschina eine große Krippenlandschaft inklusive Beleuchtung bauen. „Ich selber bin handwerklich leider völlig unbegabt. Ich habe schon Glück, wenn ich einen Nagel gerade in die Wand geschlagen bekomme“, sagt er schmunzelnd.

An seinen Krippenfiguren schätzt der Nittenauer Stadtpfarrer besonders die ausdrucksstarken, lebendigen Gesichter und die zarten Farben. Im Moment ist seine Krippe noch nicht vollständig bestückt: Noch fehlt beispielsweise der Verkündigungsengel, und auch das Christkind wird Kruschina erst am Heiligen Abend hineinlegen. Dann wird er auch alle Hirten mit dem Gesicht in Richtung Heilige Familie drehen. Ebenso kommen die Heiligen Drei Könige und ihre Tiere erst am 6. Januar hinzu. Besonders wertvoll ist aufgrund seiner Größe der Elefant, doch auch ein paar kleinere Tiere wie Hund, Katze, Tauben und Gänse haben ihren Platz in der Krippenlandschaft.

Hirten müssen weichen

Mittlerweile ist diese so gut bestückt, dass Kruschina beschlossen hat, keine weiteren Figuren mehr zu erwerben. Weil es mit den Heiligen Drei Königen und ihren Tieren rund um den Stall zu voll würde, müssen dann ohnehin schon ein paar Hirten weichen. Das sei eine akzeptable Lösung, schließlich seien sie zu dem Zeitpunkt schon lang am Ort des Geschehens gewesen, sagt Kruschina.

Bis zum Ende der Weihnachtszeit an Maria Lichtmess am 2. Februar lässt Kruschina die Krippe in seiner Wohnung im Pfarrhaus stehen. „Das sind wunderschöne zwei Monate“, sagt er. Das Gesamtbild entwickle sich Schritt für Schritt. Die Krippe sei eine Einladung, sich dazuzusetzen, Ruhe zu suchen und sie auch zu finden.

Der Elefant der Heiligen Drei Könige ist unter den vielen Krippenfiguren besonders beeindruckend.