Zwischen Nittenau und Bodenwöhr – Weihnachtsstimmung hoch drei

Von Mittelbayerische Zeitung · 9. Dezember 2024 um 17:00

Auch in der Region Nittenau-Bruck-Bodenwöhr ist das Bedürfnis der Menschen, sich auf Weihnachten einzustimmen, offenbar groß. Zumindest waren die einschlägigen Märkte, die allesamt am selben Wochenende stattfanden, gut besucht, und das, obwohl Petrus die Organisatoren diesmal weitgehend im Stich gelassen hatte.

Nittenau: Nie war der Markt schöner und vielfältiger

Mit vielen Neuheiten und einem noch größeren Programm als je zuvor fand von Freitag bis Sonntag der Weihnachtsmarkt am Nittenauer Kirchplatz statt. So viele schön geschmückte Stände habe es noch nie gegeben, freuten sich die Organisatoren. Traditionell beteiligen sich vor allem die Vereine und bieten Schmankerl und Weihnachtliches. Der Duft allerlei Köstlichkeiten zog über den Platz.

Bei der Eröffnung durch Christkind und Nikolaus regnete es in Strömen, doch das hielt die Besucher kaum ab: Der Markt war gut besucht, und die Kindergartenkinder von St. Monika sangen mit leuchtenden Augen ihre Lieder. Musikalisch und künstlerisch wird der Markt schon immer durch verschiedene Gruppen und Vereine bereichert, wie durch Auftritte der Stadtkapelle, der Kindergärten oder des Posauenchors.

Lisa (10), Paulina (11) und Pia waren vor ihrer Tanzaufführung des MTV ganz aufgeregt: Auf der Bühne vor den vielen Menschen aufzutreten war schon etwas Besonderes. Lange hatten sie dafür geübt. Doch es klappte alles hervorragend, und langer Applaus war der verdiente Lohn.

Beliebt war auch heuer der Kinderweihnachtsmarkt zwischen Pfarrheim und Kirche, bei dem die Feuerwehren Nittenau und Bergham sowie die Ministranten Mitmachaktionen anboten und man sein Geschick an mehreren Stationen zeigen konnte, wie beim Schlauchwerfen, das auch der Mitgliederwerbung für Kinder und Jugendlichen dienen sollte. Im Pfarrheim lud eine Bastelstube ein.

Organisatorin Birgit Auburger hatte sich zudem ein weiteres Highlight einfallen lassen: die Aktion „Nittenauer Kinder helfen Kindern in Not“. An allen drei Tagen konnten selbstgebastelte Sterne gegen eine Spende käuflich erworben werden. Der Gewinn wird an die BR- Sternstunden gespendet.

Der Nikolaus und das Christkind waren an allen Tagen gern gesehene Gäste. „Es macht großen Spaß“, versicherte Verena Frommet aus Nittenau, die in das goldene Gewand geschlüpft war. „Das Schönste war, als bei meiner Rede alle Kinder andächtig zuhörten“, sagte die 14-Jährige strahlend. Viele der Kleinen trugen dem Christkind gleich ihre Wünsche auf. Dem Nikolaus dagegen gaben sie oft ihre Schnuller, natürlich gegen ein kleines Geschenk, und so hat der Heilige Mann schon eine ganze Schnullersammlung zu Hause, wie er verriet.

Die Besucher genossen die Atmosphäre um den großen Christbaum, den Glühwein, die Feuerstellen und die leckeren Schmankerl. Das Brauhaus Nittenau verkaufte erstmals hausgemachten Hot Aperol Cider. Besinnlich wurde es in der Pfarrkirche beim Auftritt von „Spätschicht“. Es war also wieder ein gelungener Weihnachtsmarkt in Nittenau, waren sich Vereine, Gäste und Organisatoren einig.

Bruck: Pünktlich zur Eröffnung hörte es zu regnen auf

Das Ambiente am Brucker Christkindlmarkt ist eines der schönsten im Umkreis. Neben zahlreichen Lichterketten wurden in diesem Jahr die beiden Linden neben dem Brunnen noch zusätzlich mit roten und goldenen Kugeln geschmückt. Auch die Buden der Vereine, mit reichlich weihnachtlicher Deko, sorgten für festliche Stimmung auf dem Marktplatz, und die Feuertonnen waren ein beliebter Treffpunkt für die Besucher. Sehr gut angekommen ist auch der Hobbykünstlermarkt, der sich jedes Jahr in der Meisl-Passage befindet und der viel zum Flair beiträgt.

Pünktlich zur Eröffnung am Samstag Nachmittag hatte auch der Regen aufgehört, so dass der Nikolaus, das Christkind und die Engel trockenen Fußes in den Markt einziehen konnten. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Heike Faltermeier eröffnete das Christkind Julia Seidl mit einem Gedicht den 25. Brucker Christkindlmarkt. Anschließend verteilten Nikolaus Hans Beck und die Engel Anja Palmer, Pia Förster, Jana Koller, Anna Senft und Pria Michl Süßigkeiten. Ferner wirkten an der Eröffnung die Kindergartenkinder, die Weihnachtslieder zum Besten gaben, und die Nachwuchskapelle des Musikvereins mit. Zum ersten Mal trat auch die Kindertanzgruppe Magic Move auf. Sie zeigten einen flotten Tanz, den sie am Sonntag noch einmal aufführten.

Gegen 18 Uhr bekamen nicht nur die Kinder große Augen, als die Schneekönigin und die Schneeprinzessin in ihren leuchtenden Gewändern über den Markt gingen, sich mit den Kleinen unterhielten und sich zusammen mit den drei Perchten, die ebenfalls kurz vorbei geschaut hatten, für Fotos bereit standen. Dicht umlagert war an beiden Tagen auch das Kinderkarussell. Trotz des Regens, der gegen 19 Uhr wieder eingesetzt hatte, blieben die Besucher eisern auf dem Platz, ließen sich die Köstlichkeiten sowie die süffigen Heiß- und Kaltgetränke schmecken und freuten sich einfach, dass man wieder einen Grund zum Feiern hatte.

Am Sonntag öffneten die Buden bereits um 11 Uhr, und bei zahlreiche Bruckern blieb deshalb zu Hause der Ofen aus. Man traf sich an den Stehtischen, genoss in geselliger Runde seine Bratwurst, die Perchtensemmel, den Flammkuchen und vieles mehr. Am Nachmittag kam nicht nur der Nikolaus mit dem Christkind und den Engeln noch einmal für eine Fragestunde vorbei. Es kamen auch zwei Esel, um sich von vielen Kinderhänden streicheln und liebkosen zu lassen.

Die Erwachsenen wollten von der Besitzerin natürlich wissen, ob die beiden tatsächlich so stur sind, wie oft behauptet wird. Die Antwort: Nein, die Esel hinterfragen eher und überlegen, ob das, was der Mensch von ihnen jetzt will, das Richtige ist. Zum Einbruch der Dunkelheit füllte sich der Marktplatz noch einmal, und da es von oben trocken blieb, war an ein frühes Ende des Marktes nicht zu denken.

Bodenwöhr: Außergewöhnliche Stimmung dank Seeblick

Immer wenn anfangs Dezember zahlreiche kleine Stände mit Kunsthandwerk, Deko-Artikeln, Handarbeiten, Gemaltem, Süßigkeiten und anderen Leckereien den von einem Weihnachtsbaum erhellten Kunst- und Kulturgarten beleben, sich der Duft von Glühwein, Pizza, Flammkuchen, Crêpes, Knacker- und Bratwurstsemmeln am Hammersee ausbreitet, der Nikolaus vorbeischaut und sich viele, viele Besucher einfinden, dann liegt wieder der Weihnachtszauber am Hammersee in der Luft.

Zum inzwischen achten Male fand am Sonntag der Weihnachtsmarkt statt. Trotz des ungemütlichen Wetters fanden sich wieder überraschend viele Gäste ein – und sie brauchten ihr Kommen nicht bereuen. Die Gemeinde hatte vorsorglich den Untergrund mit Hackschnitzel abgedeckt, so dass man nicht im weichen Boden versank.

Eine besondere Note und ein einmaliges Flair erhält der Weihnachtszauber durch die Nähe zum Hammersee, den man stets im Blickfeld hatte, wodurch die außergewöhnliche Stimmung besonders hervorgehoben wurde. Mit musikalischer Unterstützung der „Zwei Bro-Band Ohrange“ aus Regensburg, die mit einer Mischung aus deutsch/bayerischem Lovefolk-Pop, weihnachtlichen Klassikern und eigenen Songs die Gäste unterhielten, eröffnete Carina Hoffmann, die vor neun Jahren Initiatorin dieses Christkindlmarkts am See war, um 14 Uhr den Weihnachtszauber.

Später übernahm der Posaunenchor Nittenau das musikalische Zepter. Künstlerisch bereichert wurde der Markt mit zahlreichen Ständen, die u. a. Gestecke, Ölgemälde, Kaligraphie-Schriften, Christbaumschmuck, Geschenkartikel, Deko aus Holz und Metall, Kunsthandwerk, Glasperlen, Kerzen oder Teelichter anboten. Auch das Speisen- und Getränkeangebot war vielseitig.

Den ganzen Nachmittag über bis in den Abend herrschte ein umtriebiges Kommen und Gehen. Zwei große dekorierte und beleuchtete Holzbögen am Kunst- und Wasserweg empfingen die Besucher zum „Weihnachtszauber“.

Infolge der kühlen Temperaturen und der Nähe zu den Glühweinständen war der Platz um die großen Feueröfen aus Blechfässern, an denen man sich erwärmen konnte, stets gerne gesucht, so dass man sich seinen Weg durch die Menschenmenge bahnen musste.

Auch die Verkaufsstände durften sich über mangelndes Interesse und Geschäft sicherlich nicht beklagen. Pünktlich um 16 Uhr schaute auch der Nikolaus „Santa Sebastian“ mit seinem Christkindl Miriam vorbei, begrüßte vor allem die Kinder, hatte für jeden ein nettes Wort, verteilte zahlreiche Geschenke an die Kleinen und stellte sich auch für Erinnerungsfotos zur Verfügung.

Ein besonderes Highlight war auch heuer wieder das Sulzbachtaler Nikolausbockerl, ein historischer Uerdinger Schienenbus, der am Sonntagnachmittag viermal von Blechhammer bis nach Sulzmühl vor. In Sulzmühl war ein Christkindl-Postamt aufgebaut, in dem die Kinder ihre Wunschzettel abgeben konnten,

Die Kindergärten beteiligten sich in Nittenau mit Gesangsvorträgen. Natürlich bestaunten die Kleinen Nikolaus und Christkind. Foto: Renate Ahrens
Eine besondere Attraktion waren die Esel Flocke (l.) und Flori (r.) von Maria Kummetsteiner (l.) und ihrer Freundin Luisa Scharf . Foto: Agnes Feuerer
Schneekönigin und Eisprinzessin zusammen mit den drei Perchten waren schon ein besonderer Hingucker. Foto: Agnes Feuerer
Sie kamen kaum vorwärts, Nikolaus Sebastian und Christkindl Miriam verteilten fleißig kleine Geschenke an die Kinder und waren als Fotomotiv gefragt. Foto: Randolf Alesch
Zahlreiche Kinder fuhren mit ihren Eltern mit dem Sulzbachtaler Nikolausbockerl von Bodenwöhr nach Sulzmühl, um Wunschzettel abzugeben. Foto: Randolf Alesch
Obwohl es zeitweise nieselte, hielt dies die zahlreichen Gäste nicht ab, den Weihnachtszauber am Hammersee zu besuchen. Foto: Randolf Alesch