So behauptet sich das Spielzeugland „Ratzekatz“ in Mühlhausen gegen die Konkurrenz

Von Hans Peter Gleisenberg · 8. Dezember 2024 um 17:00

Ein Spielzeugladen in einem kleinen Ort – und dann noch dazu einer, den es schon seit Jahrzehnten gibt: So etwas gibt es noch? Trotz der großen Player und der Online-Konkurrenz? Ja, so etwas gibt es noch. Nämlich in Mühlhausen (Landkreis Neumarkt).

Im Spielwarenladen zu arbeiten ist, davon träumt vermutlich jedes Kind irgendwann einmal – in der Weihnachtszeit vielleicht ganz besonders. Doch nur wenige bekommen die Möglichkeit, diesen Traum auch zu realisieren – bei Familie Winkler in Mühlhausen ist das anders. Die Familie ist Spielwaren in jeder Form zugetan ist – und das schon seit 20 Jahren. Direkt an der Hauptstraße durch den Ort liegt das Geschäft, das unter dem Namen „Ratzekatz“ kleine und große Kinder mit Spielwaren versorgt.

Von den Anfängen bis heute haben die Winklers über die Jahre ihr Geschäft stetig weiterentwickelt und über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt gemacht. Chefin Evelyn Winkler ist gelernte Einzelhandelskauffrau und war zehn Jahre bei Anton und Anni Seifert im „Ratzekatz“ als Verkäuferin beschäftigt, als diese ihren Ruhestand ins Auge fassten. Das Angebot ihr Geschäft zu übernehmen nahmen ihr Mann Gerhard und sie nach kurzer Überlegung wahr und kauften den Laden.

Tochter will den Laden irgendwann übernehmen

Gerade im Bereich Spielwaren brauche man schon großes Gespür für die Wünsche der Kunden, sagt Winkler. Und man müsse vor allem den ständig wechselnden Trends gerecht werden und zeitnah alles auf Lager haben, was eine Herausforderung sei. Was in den Medien beworben werde, „das wollen die Kunden natürlich auch baldmöglichst haben“.

Dieser Spagat, aktuelle Spielwaren, aber auch traditionelles Spielezug anzubieten und jahreszeitlich gut aufgestellt zu sein, sei immer wieder eine Herkulesaufgabe. Immer auf Lager sind beispielsweise Legobausteine oder Zapf-Puppen, Playmobil oder Ravensburger-Spiele. „Und wenn mal was nicht auf Lager ist, wird es zeitnah bestellt.“ Wie in jedem Beruf sei die Erfahrung das A und O im Geschäftsleben, so Winkler.

Doch nicht nur Spielsachen gibt es im „Ratzekatz“ – der Laden bietet auch Büro- und Schulbedarf, sowie Glückwunschkarten an. Schon lange ist auch Tochter Kathrin mit ins Geschäft eingebunden und will – wie die Mama verrät – das Geschäft auch einmal übernehmen. Zum Verkaufsteam gehört seit zehn Jahren Sonja Vögerl. Natürlich galt es in alle den Jahren auch schwierige Zeiten zu überstehen – nicht nur die Corona-Zeit, in der die Lager der Großhändler leer waren, wurde zum Problem. Auch die wirtschaftlichen Entwicklungen wie die Bankenkrise 2009 oder der Bau der Umgehungsstraße von Mühlhausen, der sich zunächst schon auf die Laufkundschaft ausgewirkt habe, mussten sich die Winklers stellen. Einmal – im Jahr 2012 – wurde das Geschäft sogar überfallen, aber mit glimpflichem Verlauf.

Ob Quelle oder Neckermann: Konkurrenz gab es schon immer

In Bezug auf Online-Shopping bleibt Evelyn Winkler hingegen recht gelassen: „Damit müssen wir leben und mit persönlichem Service und einer fachlich guten Beratung punkten.“ Und egal wie die Anbieter im Internet heute auch hießen: „Auch vor 20 Jahren und davor, als ich noch angestellt war, gab es Konkurrenz – beispielsweise durch Quelle oder Neckermann“, sagt Winkler.

So will man auch künftig den Kunden und ihren Wünschen, nach Möglichkeit gerecht werden und das in familiärer und entspannter Einkaufsatmosphäre.