Massenkarambolage bei Cham-Mitte: 75-Jähriger rammt fünf Autos im Gegenverkehr

Von Johannes Schiedermeier · 6. Dezember 2024 um 09:00

Ein 75-Jähriger Mann aus dem Landkreis Cham hat mit seinem Peugeot am Freitagmorgen eine Massenkarambolage verursacht. Nach ersten Ermittlungen der Polizei Cham war er mit seinem Wagen aus bisher ungeklärter Ursache über die doppelt durchgezogene Linie von der Überholspur bei Cham-Mitte auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort verursachte er eine Massenkarambolage mit fünf weiteren Fahrzeugen. Die Strecke war ab 6.45 Uhr gesperrt.

Der Unfallverursacher war in dem schwer demolierten Peugeot eingesperrt und musste von der Feuerwehr durch Heraustrennen der Fahrertüre befreit werden. Er war jedoch nicht eingeklemmt. Es war nur der Umsicht der anderen fünf betroffenen Fahrer zu verdanken, dass es zu keinen schwereren Verletzungen kam. Sie lenkten nach dem ersten Zusammenstoß alle ihre Autos an den äußersten rechten Fahrbahnrand und wurden so nur seitlich getroffen. Alle Fahrzeuge hatten Reifenplatzer und es entstand hoher Sachschaden.

350 Meter lange Unfallstelle

Alles hatte ganz unspektakulär begonnen. Auf der rechten Fahrbahn in Richtung Furth war ein Lkw in einen Streifvorgang mit einem Pkw verwickelt wegen eines Fahrbahnwechsels auf der dreispurigen Strecke. Der Augenzeuge berichtet anschließend: „Ich war gerade ausgestiegen, da hat es schon gekracht. Immer wieder. Und dann kam er schon vorbeigeschreddert.“ Dabei deutet er auf den weißen Peugeot des Unfallverursachers. Wie die Polizei später ermittelt, hatte der 75-Jährige aus bislang ungeklärter Ursache die Fahrbahn und den doppelt durchgezogenen Streifen überquert und auf der Gegenfahrbahn erst einen KIA gerammt, dann einen VW Golf, einen VW-Passat, einen BMW und schließlich einen Skoda Fabia.

Alle Fahrer hatten versucht, dem Unheil zu entrinnen, indem sie ihre Autos an den äußersten Fahrbahnrand neben die Leitplanke gesteuert hatten. Sie wurden jedoch allesamt gerammt und ihre Fahrzeuge schwer beschädigt. Die Unfallstelle war 350 Meter lang und stellenweise ein Trümmerfeld.

Bremssattel herausgerissen

Aus dem Auto des 75-jährigen wurde an der dritten Aufprallstelle der Reifen abgezogen und der Bremssattel herausgerissen. Der Peugeot kam erst rund 200 Meter hinter der letzten Aufprallstelle mit dem Fabia zum Stillstand.

Der Rettungsdienst versorgte nach Aussage von Einsatzleiter Tobias Muhr insgesamt sechs Verletzte. Ein Fahrer sei nach ambulanter Versorgung nicht mit in die Klinik genommen worden. Die anderen fünf seien dort stationär aufgenommen, aber nach ersten Untersuchungen nur leichter verletzt. Der Rettungsdienst war mit vier Einsatzfahrzeuge vor Ort und mit einem Notarzt. Wegen des Nebels und strömendem Regen war der zunächst alarmierte Hubschrauber am Boden geblieben.

Wie Kreisbrandinspektor Marco Greil mitteilte, waren die Feuerwehren aus Chameregg und Kothmaißling gemeinsam mit dem THW zur Absperrung der vier betroffenen Einfahrten eingesetzt. An der Unfallstelle waren die Wehren aus Cham und Chammünster im Einsatz. Deren Einsatzleiter Roland Schießl, Kommandant der FFW Chammünster, berichtete, dass man die Unfallstelle aufgrund der Länge in zwei Abschnitte eingeteilt habe. Während Chammünster die fünf Fahrzeuge im Gegenverkehr sicherte und die Fahrbahnen von Trümmern und auslaufenden Flüssigkeiten säuberte, befreite die FFW Cham den Unfallverursacher aus seinem Peugeot. Der 75-Jährige war zwar im Fußraum nicht eingeklemmt, konnte das Fahrzeug aber nicht mehr verlassen, weil er durch die Heftigkeit des Aufpralls dazu nicht mehr in der Lage war und die Fahrerseite so schwer demoliert war, dass die Türe herausgetrennt werden musste.

Drei Stunden Sperrung

Die Feuerwehr leitete den Verkehr über die nicht betroffenen Anschlussstellen aus Richtung Furth über Kothmaißling und Windischbergerdorf um aus Richtung Furth durch Chammünster. Nachdem der Unfall sich auch noch zur Stoßzeit ereignet hatte, führte dies zu langen Staus in den betreffenden Ortsdurchfahrten. Die Sperrung dauerte drei Stunden lang, bis die von der Polizei herbeigerufenen sechs Abschleppunternehmen die Fahrzeuge von der Fahrbahn entfernt hatten.

Wie die Polizei später mitteilte, gab es nur ein kurzes Gespräch mit dem 75-Jährigen vor Ort, aus dem die Unfallursache aber noch nicht zweifelsfrei zu ermitteln war.

Das erste Fahrzeug wurde seitlich gegen die Leitplanke geschleudert und blieb dort mit Totalschaden liegen.
Die Unfallstelle war 350 Meter lang und wurde von Feuerwehr und THW abgesichert.