Ludwig Kern ist neuer LiBu-Vorsitzender

Rimbach. Wer hätte 2022 gedacht, dass das Zitat der österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek, das der Vorsitzende des Lichtenegger Bundes (LiBu) Walter Kolbeck damals nach der Corona-Pause bei einer Spieler-Versammlung geäußert hat, auch 2024 wieder aktuell war: „Aufmachen sollen sie, die Theater, nicht zu! Nicht damit die Finsternis hineinkann, sondern damit das Licht endlich auch einmal hinausdarf.“
Mit diesem Zitat eröffnete Walter Kolbeck die Mitgliederversammlung. Am Anfang stand eine Schweigeminute für die in den letzten beiden Jahren verstorbenen Mitglieder und Spielerinnen und Spieler: Petra Geiger, Olga Eichler, Heinz Lorzcyck, Tony Jeter. Auch gedachte die Versammlung Siegfried Volkner, der den LiBu mit seinen Presseberichten über Jahre hinweg begleitet hat.
Ausgezeichneter Ruf
„Wir sind heute zusammengekommen, um Rechenschaft über die Arbeit der letzten zwei Jahre abzulegen und eine tat- und schlagkräftige Vorstandschaft zu wählen, die die Geschäfte des LiBu die nächsten zwei Jahre weiterführen wird“, so der Vorsitzende. Der Lichtenegger Bund habe sich einen ausgezeichneten Ruf in der Theaterwelt erworben – nicht nur in Ostbayern. Um eine kulturelle Leistung von so hoher Qualität über einen so langen Zeitraum aufrecht zu erhalten, brauche es eine gut organisierte Gemeinschaftsarbeit.
Bei dieser Gelegenheit bedankte sich Walter Kolbeck bei seinem Vize Leo Knabe für 25 Jahre Mitarbeit an seiner Seite. „Die Saison 2023 war für uns ein voller Erfolg. Mit dem ,Brandner Kaspar‘ haben wir ein Stück auf die Bühne gebracht, das nicht nur unser Publikum begeistert hat, sondern auch uns als Team näher zusammengebracht hat. Die vielen positiven Rückmeldungen und das strahlende Lächeln der Zuschauer waren der Lohn für unsere harte Arbeit und unser Engagement.“
Allerdings musste man 2024 die geplante Saison mit dem neuen Stück „Mühlhiasl“ aufgrund der Erkrankung des Regisseurs absagen. Diese Entscheidung fiel nicht leicht. Der Lichtenegger Bund hoffe, dass er bald wieder gemeinsam an diesem neuen Projekt arbeiten kann. Kolbeck sagte, bei den anstehenden Neuwahlen sei es wichtig, dass man ein bewährtes Team mit frischen Ideen und Perspektiven in den Verein bringt, um weiterhin erfolgreich zu sein.
Persönlich wurde es, als Kolbeck der Versammlung mitteilte, er werde seinen Vorsitz nach 39 Jahren abgeben. „Gemeinsam haben wir in dieser Zeit unzählige Stücke auf die Bühne gebracht, Emotionen geweckt und Erinnerungen geschaffen. Jeder von euch hat dazu beigetragen, dass unser Verein zu einem Ort der Kreativität und Gemeinschaft geworden ist.“
Der scheidende Vorsitzende erinnerte an die ersten Proben, die Aufregung vor den Premieren und die herzlichen Umarmungen nach einem gelungenen Auftritt. Diese Momente würden für immer in seinem Herzen bleiben. Aber auch die Wellentäler, die die Mitglieder durchschreiten mussten, sollen nicht vergessen sein. Mit einem lang anhaltenden Applaus wurde Walter Kolbecks Leistung für den Lichtenegger Bund gewürdigt.
Ernst Martin erzählte in seiner Funktion als Schriftführer in einer launigen Rede die abgelaufenen Termine und Begebenheiten der vergangenen beiden Jahre. Er nannte Sitzungen, Wallfahrten, Schirmherrnbitten beim Abt, Kino-Nacht der Jugend, Yoga auf der Burg, Spielerversammlung „Mühlhiasl“, Besuch auf der Burg Neuhaus, Verleihung des Bayerischen Heimatpreises, Festspielsaison Vorstellung, Schnapsprobe im Holmeierhaus, Festteilnahmen.
Üppige Investitionen
Die Kassiererin des Vereins, Evi Maurer, berichtete über die finanzielle Situation beim Lichtenegger Bund. Sicherlich stehe der Verein diesbezüglich gut da, vor allem dank der ausverkauften Vorstellungen. Aber es werde auch immer viel investiert. Als Beispiel wurde die neue Tribüne genannt, die allein mehrere zehntausend Euro verschlungen habe.
Auch für die Neuproduktion „Mühlhiasl“ werde noch einiges finanziell zu leisten sein. Unter anderem betreffe dies die technische Ausstattung, Werbung, Kostüme, Requisiten, Abgaben und Versicherungen, Tantiemen und vieles mehr. Die Kassengeschäfte wurden von Max Eiber und Josef Hofner geprüft und für in Ordnung befunden.
Bürgermeister Heinz Niedermayer drückte seinen Stolz auf den Lichtenegger Bund aus, der Rimbach nicht nur in Ostbayern bekannt gemacht habe. „Du bist der Motor und Anschieber dieses Vereins, aber ein Motor kann noch so viel PS haben, wenn das Auto drum herum, deine Mannschaft, nicht passt“, so der Bürgermeister. Er fuhr fort: „Heute geht eine Ära zu Ende. Seit 39 Jahren bist du als Vorsitzender und Hauptakteur beim LiBu vorne dran. Ein Aushängeschild für unsere Gemeinde bis weit über den Landkreis hinaus“, so Niedermayer, und ergänzte, „der LiBu kann sich auch in Zukunft auf die Unterstützung der Gemeinde verlassen“.
Niedermayer übernahm die Funktion des Wahlleiters. Im Anschluss betrat der neu gewählte Vorstand, Ludwig Kern, das Rednerpult. Es sei ihm für die Zukunft nicht Bange, auch wenn die Fußstapfen, die Walter Kolbeck in 39 Jahren hinterlassen habe, groß seien. Er setze auf seine beiden Stellvertreter und die Vorstandschaft, um die kommenden Aufgaben zu bewältigen.
Mit viel Applaus für die scheidende und die neue Vorstandschaft endete eine emotionale und wegweisende Versammlung. Der Lichtenegger Bund startet mit frischem Elan in eine neue Ära.
kfe