Räumpflicht hat begonnen: Etliche Treppen in Regensburg sind wieder gesperrt

Von Jürgen Scharf · 19. November 2024 um 11:00

Der Goldene Waller am Haus der Bayerischen Geschichte hat wieder Gesellschaft bekommen: ein paar Baustellenlichter, lange Schutzketten und mehrere Warnschilder. Seit 1. November hat die Stadt Regensburg wieder die Pflicht, öffentlich zugängliche Auf- und Abgänge wintersicher zu halten – und deswegen sind einige jetzt gesperrt.

Über die behelfsmäßigen Absperrungen, die an einigen Treppen in der Stadt ab November aufgestellt werden, wird in Regensburg immer wieder aufs Neue hitzig diskutiert. Kritiker monieren, dass damit teuer und aufwendig errichtete Plätze in der Alt- und Innenstadt verschandelt werden. Und dies schmälere die touristische Anziehungskraft einer Weltkulturerbe-Stadt.

Selbst Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer räumte im Stadtrat bereits ein, dass es „sehr irritierend“ sei, wenn etwa bereits im Oktober und bei Sonnenschein Treppen großflächig gesperrt sind. Dies kann die Stadt derzeit aber offenbar nicht anders handhaben, so schilderte es zuletzt jedenfalls die zuständige Amtsleiterin Annegret Wolfseher.

„Wirkt etwas grotesk“

Am 1. November beginne die Sicherungspflicht. Und weil nicht genug Personal vorhanden sei, um alle Treppen zuverlässig zu betreuen, müssten einige gesperrt werden. Auch Wolfseher räumte ein, dass das mitunter „grotesk“ wirke – es sei aber eben nicht zu ändern. Wie die städtische Sprecherin Juliane von Roenne-Styra am Montag mitteilte, seien in diesem Winter jedenfalls wieder „genau dieselben Treppen oder Auf- und Abgänge gesperrt wie in der vergangenen Saison“. Und die Gründe dafür seien wieder dieselben.

Keine Einschränkungen gibt es dagegen bei den Gebäuden des Stadtwerks, welches etwa das Westbad unterhält. Sprecher Martin Gottschalk teilt mit, dass für alle Liegenschaften, Betriebe und Einrichtungen entsprechende Winterdienste eingerichtet oder engagiert worden seien: „Einzig der Großparkplatz bei der Donau-Arena würde gesperrt, sofern keine Veranstaltung ansteht.“ Wenn dort eine Veranstaltung ist, werde er aber „selbstverständlich geräumt beziehungsweise vorbereitet“. Auch an den Haltestellen, die die Busse des Stadtwerks anfahren, gebe es keine Einschränkungen: „Hier teilen wir uns als Stadtwerk die Zuständigkeit mit der Stadt. Es gibt Haltestellen, an denen wir verantwortlich sind, und solche, an denen es die Stadt ist.“

Die sogenannte Pflicht der Verkehrssicherung für angrenzende Bürgersteige und Wege besteht in den Wintermonaten auch für die Universität Regensburg, wie Sprecher Bastian Schmidt auf Anfrage mitteilt: „Der werden wir nach bestem Wissen und Gewissen nachkommen.“ Die Studierenden und Mitarbeiter müssten auf den Wegen auf dem Campus einzig „die allgemeinen Maßnahmen, die auch auf anderen Flächen und Wegen bei winterlichen Verhältnissen zu berücksichtigen sind“, beachten. Je nach Intensivität und Dauer des Niederschlags kann es Schmidt zufolge auch „immer zu zeitlich begrenzten Sperrungen kommen“.

Situation ist entscheidend

In welchen Bereichen dies erfolgt, hänge von der jeweiligen Situation und Lage ab: „Hauptverkehrswege haben selbstverständlich höhere Prioritäten als zum Beispiel Nebenflächen.“ An der benachbarten OTH wird mit der Räumpflicht identisch umgegangen. Der dortige Winterdienst wird im Rahmen eines Kooperationsvertrages schließlich auch von der Universität Regensburg übernommen, wie Sprecherin Alisa Weinhold mitteilt.

Auf dem Campus der OTH seien deswegen auch bei einem Wintereinbruch keine komplett gesperrten Bereiche vorgesehen: „Es gibt jedoch untergeordnete Verbindungswege, auf denen kein Winterdienst geleistet wird“, sagt Weinhold. Diese seien dann durch Hinweisschilder gekennzeichnet.