Nach 40 Jahren ist Schluss: Luis Trinkers Höhenrausch rocken ein letztes Mal das Center in Abensberg

Es war ein emotionaler Abschied im Abensberger Center: Ein letztes Mal rockten Luis Trinkers Höhenrausch „ihre“ Kult-Disko im Landkreis Kelheim. Trotz des Anlasses kam aber kaum Wehmut auf.
Wenn man im Center vor der Tür zum Dancefloor rechts abbiegt, gelangt man über eine windige Stiege zum Backstage-Bereich. Auf zerschlissenen Sesseln und alten Holzstühlen warten Peter und Edgar Feichtner, Helmut „I.King“ Mages, „Al“ Bertl „Skinso“ Drawenau, Wulf „Mc Power“ Hinz und Chris Kuttler auf ihren letzten Auftritt im Center. Am Freitag und Samstag gaben Luis Trinkers Höhenrausch ihre Abschiedskonzerte in der Kult-Disco, die im Frühjahr 2025 zusperrt.
Schwelgen in Erinnerungen
An den Wänden hängen vergilbte Band-Poster. Peter Feichtner schwelgt in Erinnerungen an die alten Center-Tage, als die Disco für ihn so etwas wie das zweite Wohnzimmer war. Er erinnert an legendäre Auftritte, von Mungo Jerry oder von Dave Dee. Vor den Luis Trinkers gab es die Band Big Mack. Feichtner zeigt auf ein altes Plakat: „Das ist Wolfgang Hinz, das bin ich und das ist mein Bruder, der Edgar.“ Damals, Ende der 70er-Jahre, hatten sie noch verstrubbelte Frisuren und Bärte.
Langjährige Gäste im Abensberger Center
Nicht nur die Luis Trinker sind älter geworden, sondern auch das Publikum. Viele Gäste erzählen, wie sie vor 20, 30 oder 40 Jahren zum ersten Mal im Center gefeiert haben. Charlotte – ihren Nachnamen erfahren wir nicht – etwa bezeichnet sich als „die Fan-in“ der Band. Am 31. Dezember 1991 hat sie die Luis Trinkers zum ersten Mal im Center spielen sehen. Es war der 35. Geburtstag der Feichtner-Zwillinge, erzählt sie. Damals war sie ein junges Mädchen. Mittlerweile wohne sie in Wien und sei für das Abschiedskonzert extra angereist.
Dass dies das letzte Konzert der Band im Center ist, findet Charlotte „heartbreaking“. „Es führt einem die eigene Vergänglichkeit vor Augen.“ Aber Charlotte lacht, als sie das sagt. Und Wehmut schwingt beim letzten Konzert nur ganz am Rande mit. Die Luis Trinkers und ihre Gäste rocken, scherzen, singen, tanzen und feiern so wild, als wäre es ihr erstes Konzert.




