Der Slalom geht weiter

Von Mittelbayerische Zeitung · 12. November 2024 um 21:30

Regensburg ist eine Stadt, in der man sportlich sein muss. Der Slalomlauf an Baustellen vorbei weckt allmorgendlich und nach Feierabend den Sportsgeist. Besonders in der Altstadt scheint das Ziel der Stadtoberen zu sein, den Regensburgern jeden Tag aufs Neue Rätsel aufzugeben. Das Gassengewirr, es wird mit zusätzlichen Absperrungen zum Labyrinth, der Bürger zum Minotaurus aus der griechischen Sage. Ich beschreibe meinen Weg zur Redaktion mal so: Zunächst geht es durch die Glockengasse. Einst Zufahrtsstraße zur Ludwigstraße, wo ungefähr drei noch übrig gebliebene Bewohnerparkplätze nicht den Freisitzen weichen mussten, steht heute ein Baukran. Irgendwo muss der ja hin. Gleich in Richtung Ölberg wartet die nächste Baustelle. Auch hier: Für Autos und selbst Räder kein Durchkommen mehr. Als Fußgänger geht es ohne Gegenverkehr. Doch wenige Meter weiter, schon in der Waffnergasse, wartet der ultimative Endgegner: Eine Dauerbaustelle verengt dort den Weg derart, dass man nur als Fußgänger, nicht aber als jemand, der sein Rad schiebt, passieren kann. Kommt dann noch die Müllentleerung dazu, die bevorsteht, dann ist es ganz aus: Schließlich muss man Prioritäten setzen. Baustellenverkehr zuerst, dann Mülltonnen, dann Fußgänger. Oder etwa nicht?