18-Jähriger aus Etterzhausen startet mit eigenen Comics durch

Luis Pur aus Etterzhausen im Landkreis Regensburg verfasst erfolgreiche Superhelden-Geschichten. Er hat schon eine ganze Reihe veröffentlicht.
Comics werden gerne gelesen. Wer kennt nicht die Geschichten um Donald und Dagobert Duck, Micky Maus, Lucky Luke oder Tim und Struppi. Eine neue Art von Comics zeichnet seit einem Jahr Luis Pur aus Etterzhausen. Der erfolgreiche Autor hat schon gut 25 Bände herausgegeben und unter die Leute gebracht. Der Mediengruppe Bayern hat der 25-Jährige einen Einblick in sein Hobby ermöglicht.
Luis Pur hat schon als Kind bekannte Figuren aus der Fantasiewelt, wie etwa die Akteure aus Star Wars, gezeichnet. Diese Leidenschaft hat er sich bis heute bewahrt. Irgendwann hat er dann festgestellt, dass die gängigen Comics, wie zum Beispiel „Superhelden“, die schon seit Jahrzehnten auf dem Markt sind, für Kinder nur bedingt geeignet sind. „Zu viele Bilder, zu viel Text und dadurch zu viele Eindrücke für die jüngsten Leser und zu wenige kindgerechte Helden“, urteilt Luis Pur. Das wollte er ändern.
Die ersten Figuren, die vor gut einem Jahr seiner Fantasie entsprungen sind, waren drei einfach gestaltete Superhelden, die „Unusuals“. Diese besitzen zwar Superkräfte, die aber so schwach sind, dass sie nur gemeinsam das Ziel erreichen können, Böses zu bekämpfen.
Für Leseanfänger
„Meine Comics sind wegen ihrer kurzen Dialoge und wegen des einfachen Zeichenstils perfekt für Leseanfänger geeignet“, erklärt Pur. Inzwischen sind zum ersten Heft weitere vier hinzugekommen. Ein Teil der entstandenen Reihe ist in einem Sammelband zusammengefasst. Innerhalb kurzer Zeit sind weitere Reihen hinzugekommen. In der Serie „Blue-Devil“ mit vier Heften und einem Sammelband geht es um Abenteuer im Jahr 2222 mit fliegenden Fahrzeugen, Einsatz von Laser und einer Menge Bedrohungen. Kann „Blue-Devil“ seine Stadt retten? Um diese Frage dreht sich alles.
Die nächste Reihe „Lightning“, bestehend aus zwei Einzelheften und einem Sammelband. Sie beschäftigt sich mit einem Influencer, der Superkräfte bekommt und unwissentlich zum Schurken wird. Im zuletzt kreierten, kindgerechten „Tabasko Man“ entdeckt ein Sheriff seine verborgenen Superkräfte.
Unter dem gleichen Titel hat Pur auch eine Reihe mit zwei Einzelbänden für Erwachsene herausgegeben. Darin muss der Superheld lebensgefährliche Bedrohungen abwehren und spricht eine rauere Sprache. Leser müssen auch mehr Text bewältigen.
Der Autor geht in der Vielfalt der Gestaltung noch weiter. Er bietet die Bildbände für die Kinder auch als klassische Malbücher an. Die Figuren sind nur in Umrissen abgedruckt.
Es gibt auch Hefte, in denen nur Rahmen für die Bilder und Texte vorgegeben sind. Wer sich an einen eigenen Comic wagen will, kann sie nutzen. Pur ermöglichst es den Leserinnen und Lesern auch, Textabschnitte zu überspringen und damit zu bestimmen, wie die Geschichte weitergeht.
Die Stories haben oft Wurzeln in seiner Kindheit. „Was fand ich damals spannend?“: Diese Frage sei grundsätzlich für ihn, sagt der junge Autor. Daraus entsteht dann nach und nach ein Werk.
Noch besucht Luis Pur die Schule und hat deshalb nicht so viel Zeit. Für ein Heft braucht er etwa einen Monat.
Zeichnete er in seiner Kindheit ganz klassisch auf Papier, so steht ihm jetzt sein Tablet für das Entwickeln einer Bildgeschichte mit Texten zur Verfügung. Die Grundtechnik ist die gleiche wie beim Papier. Die Gestaltungsschritte, etwa das Löschen oder Ausmalen, sind mit einer speziellen App dann doch etwas einfacher. „Ich zeichne aber freihändig, ohne Mustervorlagen“, betont Pur.
Druck auf Anforderung
Wenn alles fertig ist, wird gedruckt. Hier bietet das Internet bequeme, weitgehend risikofreie Möglichkeiten, etwa über Amazon. „Ich übermittle Amazon die Dateien. Die Firma druckt die Bände dann nur auf konkrete Anforderungen von Kunden hin aus“, erklärt der Autor. Um die Werbung auf social Media kümmert er sich selbst.