„Er war tropfnass und hat gezittert“: So lief die Rettung des 14-Jährigen bei Schwandorf ab

Von Martin Kellermeier · 4. November 2024 um 23:10

Es war ein kalter, nebeliger Montagabend, als gegen 20.35 Uhr unzählige Einsatzkräfte rund um Schwandorf alarmiert wurden. Person in Wassernot beim Dachelhofer Wehr lautete die Meldung. Die Aktiven der Feuerwehr Schwandorf sprinteten zu ihren Fahrzeugen. Minuten später sollten sie zu Lebensrettern für einen 14-Jährigen werden.

Wie so oft an einem Montagabend hielten sich Stadtbrandinspektor Klaus Brunner und einige andere Feuerwehrkräfte am Gerätehaus an der Ettmannsdorfer Straße auf, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Es war Übungsabend. Die Grundlagen der technischen Hilfeleistung und der Brandbekämpfung standen auf dem Programm. Dann schrillten die Alarmglocken und die Frauen und Männer sprangen in die Autos. Im Tempo einer Berufsfeuerwehr machten sie sich auf den Weg und trafen am Dachelhofer Wehr dann auch als Erste ein.

Vor Ort herrschte wegen starken Nebels äußerst schlechte Sicht. Stadtbrandinspektor Brunner schaffte es dennoch, aus dem Kommandowagen heraus auf der Straße kurz vor dem Wehr einen Jungen zu entdecken, der zu Fuß unterwegs war. „Er hat gezittert und war tropfnass“, berichtete Brunner. Der Feuerwehrchef stieg aus und holte den Jungen ins Auto. Wenig später stellte sich heraus: Der tropfnasse Junge war die Person, nach der gesucht wurde.

Mit starker Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht

Wie Polizeioberkommissar Peter Baierle mitteilte, handelte es sich bei dem geretteten Jugendlichen um einen 14-Jährigen aus dem Schwandorfer Stadtgebiet. Er wurde mit einer starken Unterkühlung vom Rettungsdienst in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. Laut dem Einsatzleiter der Polizei gab der Junge an, selbst in die kalte Naab gefallen zu sein. Die Gründe dafür und der genaue Hergang blieben zunächst unklar.

Lange war aber nicht klar, ob der Junge tatsächlich alleine an dem Fluss unterwegs war oder ob sich gar noch eine weitere Person in Wassernot befindet. Daher wurde mit starken Kräften die Naab abgesucht.

Mehrere Boote kamen dabei ebenso zum Einsatz wie eine Drohne. Ein Hubschrauber konnte aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse den Einsatzort nicht anfliegen. Erst gegen 23 Uhr konnte Polizeioberkommissar Baierle Entwarnung geben, nachdem eine Streife im Umfeld des Jungen weitere Abklärungen vorgenommen hatte.

Fast 100 Rettungskräfte waren vor Ort

Im Einsatz waren die Feuerwehren Schwandorf, Naabeck, Ettmannsdorf und Dachelhofen mit etwa 50 Einsatzkräften. Sie wurden koordiniert von Stadtbrandinspektor Klaus Brunner und Stadtbrandmeister Roland Krettner.

Die Wasserwacht war mit Einheiten aus Schwandorf, Schwarzenfeld und Burglengenfeld vor Ort. Die Einsatzleitung aufseiten der Wasserwacht hatte Korbinian Kurz übernommen. Er wurde dabei von Sebastian Horny unterstützt. Der Rettungsdienst eilte mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt und dem Einsatzleiter Roland Lebrecht zum Dachelhofer Wehr.

Eine Nebelsuppe ließ das Dachelhofer Wehr fast verschwinden. Foto: Martin Kellermeier
Einsatzkräfte suchten den Bereich rund um das Dachelhofer Wehr ab. Foto: Martin Kellermeier
Einsatzkräfte bei einer Besprechung Foto: Martin Kellermeier