Blasmusik trifft Bollywood: Dominik Weber und die Reisbacher Musikanten bei Oktoberfest in Indien

Von Mittelbayerische Zeitung · 4. November 2024 um 15:00

Mystische Tempel, tropische Hitze und herzliche Gastfreundschaft: Dominik Weber, Frontmann der Chamer Kultband Hoaß, brachte kürzlich ein Stück bayerische Kultur nach Indien. Gemeinsam mit den Reisbacher Musikanten trat er beim Oktoberfest der Indo-German Cultural Society in Bangalore auf, das seit den frühen 2000er Jahren als Symbol deutsch-indischer Freundschaft organisiert wird.

Die bayerische Blaskapelle ist seit Beginn ein fester Bestandteil dieser Tradition, die sogar vom bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert wird. Da die Musiker für die diesjährige Veranstaltung noch Unterstützung am Bass und der Tuba sowie für den Gesang suchten, meldete sich ein befreundeter Musiker bei Weber und seiner Lebensgefährtin Julia Lange, die als Sängerin der Viechtacher Band s’Herzwerk bekannt ist.

Musikalische Erfahrungen in exotischem Umfeld

Das Paar zögerte nicht lange – immerhin bot sich ihnen eine einmalige Gelegenheit, neue musikalische Erfahrungen in einem exotischen Umfeld zu sammeln. Weber, der auch in der Oktoberfestkapelle Matthias Achatz singt, freute sich besonders darauf, die Welle der Begeisterung auch nach Indien zu bringen.

Der Direktflug in die südindische Millionenmetropole startete mit einer Lufthansa-Maschine in München. Vor Ort entdeckten sie farbenfrohe Tempelanlagen, quirlige Straßen voller Rikschas und eine kulturelle Vielfalt, die zusammen mit den tropischen Temperaturen einen reizvollen Kontrast zur bayerischen Herbststimmung bot.

Gleichzeitig erlebten sie die gesellschaftlichen Gegensätze der Stadt. Während das Straßenbild von modernen Einkaufszentren und luxuriösen Hotels geprägt war, begegneten sie auf ihren Streifzügen durch Bangalore in einigen Vierteln auch der extremen Armut. „Es war schwer zu sehen, wie Familien auf der Straße leben. Gleichzeitig erfuhren wir so viel Herzlichkeit und Dankbarkeit“, sagt Weber. Das Oktoberfest selbst fand im eleganten Taj MG Road Hotel statt, dessen Saal für den Anlass in blau-weißer Dekoration erstrahlte.

Mit originalem Oktoberfestbier und Blasmusik kamen die indischen und deutschen Gäste in Feierlaune. Die Musiker unterhielten das Publikum mit einer bunten Mischung aus bayerischen und böhmischen Klassikern, internationalen Hits und sogar Bollywood-Songs.

Inder von kulturellen Austausch begeistert

Die indischen Besucher, die den kulturellen Austausch sichtlich genossen, zeigten sich begeistert. „Viele kamen zu uns, um Fotos zu machen“, erzählt Weber. Ähnliche Eindrücke sammelte er beim zweiten Auftritt im renommierten Bangalore Club, der für seine historischen Besonderheiten bekannt ist.

Schon der britische Premierminister Winston Churchill verweilte in diesem Haus, das kolonialen Charme mit modernen Einflüssen vereint. Die Kapelle sorgte dort mit internationalen Klassikern von AC/DC und Tina Turner ebenfalls für ausgelassene Stimmung. Diese Momente verdeutlichten für Weber die spürbare Kraft der Musik, die über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg Menschen verbindet.

Dominik Weber spielt an der Tuba.
Julia Lange probiert einen Sari.
Begeisterung pur herrschte bei den Indern in Bangalore.
Der aus Sattelpeilnstein stammende Musiker Dominik Weber und seine Lebensgefährtin Julia Lange genossen die Eindrücke in Indien. Fotos: Dominik Weber
Das indische Oktoberfest stoß auf große Begeisterung.