Stadt Amberg hilft kränkelnden Klinikum St. Marien mit zwei Finanzspritzen in Millionenhöhe

Die Stadt Amberg präsentiert ihren Haushalt 2025 und damit eine Strategie, die sich den Anforderungen einer angespannten wirtschaftlichen Lage stellt. „Der gesunde Patient Stadt Amberg gibt dem kränkelnden Klinikum zwei Finanzspritzen“, so umschreiben OB Michael Cerny (CSU), Finanzreferent Jens Wein und Haushaltsamtsleiter Josef Weigert die zentrale Aufgabe für 2025.
Die Krankenhausreform der Bundesregierung belastet die Finanzen erheblich, informiert die Stadt in einer Pressemitteilung. Für das Klinikum St. Marien werden im Haushalt 2025 insgesamt 18,5 Millionen Euro eingeplant, darunter 11,5 Millionen Euro als Liquiditätsreserve und sieben Millionen Euro als Kapitalrücklage. „Diese Beträge fehlen uns nun an anderen Stellen“, erläutert OB Cerny. Amberg rechnet auch in den folgenden Jahren mit Zuschüssen für das Krankenhaus.
Schulden reduziert
Die finanzielle Ausgangslage Ambergs ist stabil – trotz der jüngsten Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und den Folgen des Ukraine-Krieges. Durch vorausschauende Haushaltsplanung konnten 2024 sowohl Schulden auf 20,8 Millionen Euro reduziert als auch Rücklagen auf etwa 31,7 Millionen Euro aufgebaut werden. Auch für 2025 rechnet die Verwaltung damit, ohne die Darlehensermächtigung auszukommen und lediglich Rücklagen zu nutzen. Diese günstige Ausgangsposition wird jedoch durch wirtschaftliche Schwierigkeiten belastet. „Eigentlich ist die finanzielle Lage der Stadt in Ordnung, wenn die kriselnde Wirtschaft und das Klinikum nicht wären“, verdeutlicht Kämmerer Jens Wein.
Der Haushalt 2025 umfasst ein Gesamtvolumen von 223,77 Millionen Euro und verzeichnet damit eine Erhöhung um rund 22,63 Millionen Euro beziehungsweise 11,25 Prozent im Vergleich zum laufenden Etat. Der Verwaltungshaushalt steigt auf 171,49 Millionen Euro, während der Vermögenshaushalt sich auf 52,28 Millionen Euro beläuft – eine Steigerung von circa 14,7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Für das kommende Jahr plant Amberg eine Kreditermächtigung in Höhe von 28 Millionen Euro, um sowohl Projekte als auch das Klinikum zu unterstützen.
Ein Schwerpunkt des Budgets liegt auf der Weiterentwicklung der Industrie- und Gewerbegebiete. Durch Flächenerweiterungen und verbesserte Infrastruktur sollen neue Unternehmen angesiedelt werden, um langfristig zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen zu generieren. Trotz eines Rückgangs der Gewerbesteuer in 2024 von 40 auf 33 Millionen Euro wird erwartet, dass Ansiedlungen die Einnahmen stabilisieren und neue Arbeitsplätze sowie Einkommenssteuerbeiträge schaffen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem der Abschluss der Kanalarbeiten im Industriegebiet Nord (eine Million Euro), die Schaffung zusätzlicher Flächen im Gewerbegebiet West (1,5 Million Euro) sowie Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet Karmensölden (150 000 Euro).
Schulausbau hat Priorität
Mit einer Investition von insgesamt 3,81 Millionen Euro bleibt der Ausbau der Grundschulen für den Ganztagsbetrieb eine Priorität. Maßnahmen sind an der Dreifaltigkeits-Grundschule (1,66 Millionen Euro), Max-Josef-Grundschule (zwei Millionen Euro) und Grund- und Mittelschule Ammersricht (150 000 Euro) vorgesehen. Weitere zentrale Vorhaben sind die Brandschutzsanierung des Rathauses (800 000 Euro), die Renovierung der öffentlichen WC-Anlage im Rathaus (435 000 Euro), der Umbau der ehemaligen Sparkasse in ein Bürgerbüro (1,63 Millionen Euro), die Generalsanierung der Feuerwache inklusive Fernwärmeanschluss (770 600 Euro) und der Bodenaustausch in der triMAX-Halle (415 000 Euro).
Das Thema Energie geht die Stadt mit der Installation einer neuen Steuerungsanlage in zwei Ämtergebäuden, E-Ladesäulen für städtische Fahrzeuge und einer Photovoltaikanlage auf dem Amberger Congress Centrum an. Zudem starten die Planungen für den Umbau des ehemaligen Pfarrhauses St. Martin für die Tourist-Information, die Sanierung der Kläranlage sowie Projekte für den Radverkehr. Auch die Westumgehung Kümmersbruck, das Sanierungsgebiet Luitpoldhöhe, das Fassadenprogramm für die Altstadt, die Stadtteilmillion und die Erlebbarmachung der Stadtmauer werden weiterentwickelt.
Spielraum für gestalterische Maßnahmen
„Die Stadt Amberg erledigt nicht nur ihre Pflichtaufgaben, sondern schafft finanziellen Spielraum für gestalterische Maßnahmen“, betont Kämmerer Wein. Diese umfassenden Investitionen werden jedoch langfristig zur Belastung. „Mit Bauchschmerzen ist dies momentan noch darstellbar, aber auf Dauer nicht mehr zu leisten“, blickt er auf die bevorstehenden Herausforderungen in den kommenden Jahren.