Stadt Mainburg steigt aus Schulprojekt mit der KJF aus

Es sollte ein Pilotprojekt für die gesamte Region werden. Die Stadt Mainburg und die Katholische Jugendfürsorge (KJF) wollten eine gemeinsame Grundschule bauen. Jetzt hat die Kommune die Reißleine gezogen.
Die Frage ist jetzt, wie es jetzt mit der längst in die Jahre gekommenen Grundschule im Ortsteil Sandelzhausen weitergehen wird. In Mainburg gab es den Plan, im Ortsteil Sandelzhausen eine neue Grundschule zu bauen, die KJF suchte für die Außenstelle der Thaller-Schule, deren Hauptsitz in Abensberg steht, andere Räume. So kam man bereits 2018 zusammen. Ein inklusives Projekt in einem einzigen Schulgebäude für beide Einrichtungen sollte entstehen, für die bereits ein städtisches Grundstück bereitstand.
In der jüngsten Ratssitzung in Mainburg, in der der Beschluss gefasst wurde, das Projekt zu stoppen, gab es durchaus Worte des Bedauerns für dessen Ende. „Mir blutet das Herz“, sagte stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Langwieser (CSU) fest. Auch Erika Riedmeier-Fischer (Grüne) hätte das Vorhaben gerne weitergeführt.
Allerdings hat sich die Grundidee wie berichtet längst geändert. Ursprünglich sollte die Stadt als Bauherr auftreten, ein einziges Gebäude errichten und Räume darin der KJF vermieten. Beide Partner sollten jeweils Fördergelder beantragen.
Sie mussten dann erfahren, dass dies die Gesetzeslage nicht hergebe. Beide müssten als Bauherren in Erscheinung treten – und zwei optisch auch getrennte Gebäudetrakte entstehen. Nur unter dieser Voraussetzung könnten beide Partner Fördergelder erhalten. Das ist der Sachstand seit einem Jahr. Seither ging nichts voran, weil es laut Bürgermeister Helmut Fichtner (Freie Wähler) für Projekte freier Träger einen Förderstau gebe. Diese Gelder seien aber notwendig, damit die KJF das Vorhaben stemmen könne. Die Stadt könne jedoch aufgrund der eigenen finanziellen Lage nicht in Vorleistung gehen.
Nicht fünf Jahre warten
Fichtner schätzt, dass es mindestens fünf Jahre dauern werde, bis Gebäude stehen, wenn man warte, bis für die KJF-Gelder fließen. Alle im Rat waren sich einig, dass man so viel Zeit nicht mehr habe.
Letztendlich gab es denn auch in Gremium keine zwei Meinungen, einstimmig votierte man dafür, das gemeinsame Projekt zu beerdigen. Alle waren sich einig: Schnell müsse eine moderne Schule für den Ortsteil her.
Laut Fichtner bestehe akuter Handlungsbedarf, da die Schule aktuell an ihre räumlichen Kapazitäten stoße und diese im Bereich der Nachmittagsbetreuung nur noch behelfsmäßig sicherstellen könne. Noch deutlichere Worte sind in einem Schreiben zu lesen, dass Schulleiterin Claudia Artinger vor der Sitzung an Räte und Zuhörer verteilte.
Derzeit gebe es keine eigenen Räume für die Mittagsbetreuung, Mittagessen müssten die Kinder auf den Werkbänken im Werkraum. Für regulären Unterricht müssen zwei Klassen in die Schulküche und den Werkraum ausweichen. Verwaltung und alle Lehrer inklusive Leiterin müssten sich einen kleinen Raum teilen. Sportunterricht in einer Sporthalle geht nur im sechs Kilometer entfernten Volkenschwand.
Wie es jetzt aber in Sachen Grundschule Sandelzhausen weitergeht, steht weiterhin nicht fest. Auf Antrag von Thomas Kastner (CSU) beschloss das Gremium mit 12:10-Stimmen, die Entscheidung, ob saniert oder neu gebaut wird, zu verschieben, bis es belastbare Kostenschätzungen gebe. Auf Nachfrage konnte Kämmerer Christian Winklmaier nur eine grobe Kostenschätzung, die noch dazu aus dem Jahr 2018 stammt, nennen: Demnach komme eine Sanierung auf acht, ein Neubau auf 14 Millionen.
Eindeutig für eine Sanierung sprach sich in der Sitzung der Bürgermeister aus. Das sei die günstigere und schnellere Variante. So sehen es auch Riedmeier-Fischer und Anette Setzensack (ÖDP). Stellvertretender Bürgermeister Konrad Pöppel favorisiert auch deshalb eine Sanierung, weil der jetzige Standort mitten im Ort optimal sei. Und auf einem benachbarten Grundstück sei in seinen Augen auch eine Sporthalle zu realisieren.
Ein Blick zurück
Bis 2018 gab es, wie berichtet, Sanierungspläne für das jahrzehntealte Gebäude, bis sich dann bei einem Bürgerentscheid eine Mehrheit der Mainburger für einen Neubau aussprach. Daran erinnerten sowohl Kastner als auch Michael Hätscher (CSU). Beide betonten, dass man den Bürgerwillen umsetzen solle. Allerdings, so Kastner, könne man in seinen Augen erst dann entscheiden, wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen. So lange will Edgar Fellner (SPD) nicht warten: Für ihn gibt es nur den Neubau. Wann das Thema wieder auf die Tagesordnung des Gremiums kommt, steht nicht fest.