Zwei Monatstickets und ein Schienentarif im Landkreis Kelheim werden abgeschafft

Von Martina Hutzler · 30. Oktober 2024 um 15:00

Der Landkreis Kelheim steht finanziell unter großem Druck; Sparen ist angesagt – auch im ÖPNV-Bereich.

Mit zwei Streich-Projekten will die zuständige Stabsstelle am Kelheimer Landratsamt zumindest in zwei Bereichen des Öffentlichen Nahverkehrs die Kosten senken. Das eine betrifft Zugfahrer.

Ab voraussichtlich Januar 2026 werden RVV-Tickets nicht mehr auf der Schiene (Donautalbahn) im Landkreis Kelheim und nach Münchsmünster gelten. Einer Kündigung des bisherigen Vertrags mit dem Regensburger Verkehrsverbund stimmte der Mobilitätsausschuss des Kreistags einhellig zu.

Der Landkreis spart sich damit im Jahr zum einen etwa 165.000 Euro im Jahr, die der RVV als Ausgleich für die Ticket-Gültigkeit verlangt. Wie der Verbund diese Summe berechne, sei für den Landkreis überhaupt nicht nachvollziehbar, sagte Stabsstellenleiter Stefan Grüttner, was Kreisrat Dennis Diermeier (FW) äußerst befremdlich fand.

Laut Grüttner betrifft der Wegfall nur Gelegenheitsfahrer: Diese müssen künftig für den Zug ein Ticket lösen, und bei Bedarf ein RVV-Ticket für Regensburgs Linienbusse. Also trotzdem eine spürbare Verschlechterung, kritisierte Kreisrätin Annette Setzensack (ÖDP). Wer öfter Bus und Bahn fährt, nutze aber eh das Deutschland- oder ein Bayernticket, mutmaßte Stefan Grüttner.

Weil ohne Donautalbahn auch das 365-Euro-Ticket des RVV im Kreis Kelheim unattraktiv wird, erhofft sich Grüttner zusätzliche Einsparungen, denn auch hierfür fallen jährlich rund 220.000 Euro an Ausgleichszahlungen an den Regensburger Verbund an. Betroffen seien zwar insbesondere auch Azubis, die nach Regensburg pendeln. Aber für sie wäre das ermäßigte Deutschland-Ticket (29 Euro) eh kostengünstiger, was womöglich viele nur nicht wüssten, sagte Kreisrat Benedikt Grünewald (CSU). Im übrigen sei es richtig, „aus intransparenten Verträgen auszusteigen“.

Einem zweiten Rotstift-Projekt fallen zwei Sondertarife im Landkreis Kelheim in absehbarer Zeit zum Opfer: Der Landkreis schafft die „OKEH-Card“ und das „ÖkoKEH-Ticket“ ab, indem er „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ den Vertrag hierzu mit der Regionalbus Ostbayern GmbH kündigt. Dabei handelt es sich um ein streckenbezogenes bzw. um ein zonenbasiertes Monatsticket im Landkreis. Auch hier sei für die meisten Nutzenden mittlerweile das Deutschlandticket die bessere Wahl, sagte Grüttner. Der Ausschuss stimmte auch hier einhellig zu.