Vermisste aus Mittelfranken: Taucher suchten ohne Erfolg im Sturmsee bei Schwarzenfeld nach Leiche

Liegt eine Frauenleiche im Sturmsee? Das konnten Ermittler nicht ausschließen. Und so führte im Fall einer mutmaßlich getöteten 49-Jährigen aus Franken eine Spur in den Landkreis Schwandorf. In Schwarzenfeld suchten Taucher gestern in dem bei Anglern beliebten Gewässer nach der Leiche der Frau, die seit Ende September vermisst wird.
Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte, hatten sich bei einer ersten Absuche des Sturmsees neue Anhaltspunkte in dem Fall ergeben. „Die Hunde haben angezeigt“, bestätigte Sprecher Marc Siegl mit Blick auf den ersten Einsatz am vergangenen Donnerstag bei Schwarzenfeld. Deshalb entschloss man sich, im Sturmsee weiter nach der 49-Jährigen zu suchen – dieses Mal mit Spezialpersonal.
Polizisten aus Franken waren am gestrigen Morgen mit reichlich Ausrüstung zum Sturmsee gefahren. Es handelte sich um Experten der Tauchergruppe Nürnberg der bayerischen Bereitschaftspolizei. Sie bezogen mit mehreren Fahrzeugen, darunter zwei Lastwagen, am Ufer Station und brachten zwei Boote ins Wasser. Anschließend suchten sie das Gewässer mittels Sonar auf Auffälligkeiten ab.
War die Tat womöglich von langer Hand geplant?
Verdächtige Stellen wurden von Polizeitauchern näher in Augenschein genommen. Doch die Suche, die bis in die Nachmittagsstunden andauerte, blieb ohne Ergebnis. Auch nach dem Einsatz bei Schwarzenfeld ist also unklar, wo die 49-Jährige ist.
Doch warum rückte plötzlich das Gewässer im Landkreis Schwandorf in den Fokus der Nürnberger Mordermittler? Dazu hielten sich die Behörden bedeckt. Vor einer Woche hatte die Polizei die Zeugensuche nach einem schwarzen VW Tiguan mit Laufer Kennzeichen (LAU-SW 358) auf die Oberpfalz, insbesondere den Raum Schwandorf und Amberg, ausgeweitet. Der Zeitraum, zu dem die Ermittler nach Beobachtungen fragten, war sogar bis Anfang August ausgedehnt worden.
Suche nach der Frau läuft auf Hochtouren
Das und die deutliche Vergrößerung des Bereichs könnte darauf hindeuten, dass die Tat womöglich von langer Hand geplant worden sein könnte. Zunächst hielt sich die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth dazu bedeckt. Nun bestätigte Oberstaatsanwältin Heike Klotzbücher, es habe einige konkrete Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, „denen nun nachgegangen wird“. Nach Recherchen der Mittelbayerischen soll sich der Tatverdächtige in der näheren Vergangenheit wohl am Sturmsee aufgehalten haben.
Bei dem Mann, der bereits kurz nach dem plötzlichen Verschwinden der Frau aus Pommelsbrunn (Lkr. Nürnberger Land) verhaftet worden war, handelt es sich um deren Noch-Ehemann. Er lebte zuletzt getrennt von ihr, geriet aber sehr früh unter Tatverdacht.
Am 30. September, zwei Tage nach der Vermisstenanzeige von Angehörigen, erließ ein Ermittlungsrichter gegen den 51-Jährigen Haftbefehl wegen Verdachts auf Totschlag. Seitdem befindet sich der Tatverdächtige in Untersuchungshaft – und schweigt sich zu den Vorwürfen aus. Die Suche nach der Frau läuft seitdem auf Hochtouren. Seit Ende September fehlt von der 49-Jährigen jede Spur.
Zuletzt waren mehrere Gewässer nahe des Wohnorts der Vermissten abgesucht worden, auch der Happburger See und die Pegnitz sowie eine Kläranlage bei Hersbruck. Auch da hätten Polizeihunde angezeigt, so Polizeisprecher Siegl. Gefunden worden war die Leiche der Frau bei diesen Einsätzen aber auch nicht.
Die Polizei will auch nach dem Sucheinsatz bei Schwarzenfeld mit ganzer Kraft weiterermitteln. „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Fall“, versicherte Polizeisprecher Siegl. Wie Oberstaatsanwältin Klotzbücher bestätigte, gehen fortlaufend neue Hinweise ein, die zunächst bewertet und abgearbeitet werden. „Genaueres können wir dazu im Moment nicht sagen.“
