Zur Weltsynode: Kirche hat das Zuhören gelernt

Von Marco Schneider · 28. Oktober 2024 um 05:00

Die Weltsynode in Rom ist zu Ende, die Erwartungen an sie waren immens – etwa mit Blick auf die Frage nach mehr Partizipationsmöglichkeiten von Frauen. Vor allem in Deutschland, wo Bischöfe ihre Zustimmungen zu Reformen immer davon abhängig machten, was im Vatikan entschieden wird.

Nun dürften viele Gläubige enttäuscht sein, sind doch konkrete Entscheidungen ausgeblieben, gerade in Punkten, die hierzulande leidenschaftlich diskutiert werden. Es gab keine historische Wende, keine Abkehr vom Lehramt. Das braucht man aber auch nicht zu erwarten: Papst Franziskus, so scheint es, geht entscheidenden Konfliktpunkten mit taktischen Manövern aus dem Weg – etwa, indem er das Frauendiakonat aus der Synode ausklammerte. Zumindest ist die Türe dafür aber nicht zugeschlagen worden.

Im Abschlussdokument fällt auf, dass dem Wunsch nach mehr Entscheidungsgewalt in den Ortskirchen klar Rechnung getragen wird. Das ist ein starkes Zeichen für mehr Mitbestimmung in der Kirche – auch für Nicht-Priester. Und: Im Lauf der Synode scheint man das Zuhören und den Respekt für kontroverse Positionen gelernt zu haben. Das muss sich die Kirche bewahren.

Einen faden Beigeschmack hinterlässt da der Passauer Bischof Oster, der großen Wert auf die Feststellung legt, dass die geweihte Hierarchie auch künftig die Letztentscheidung behält. Das mag im Synodendokument so stehen, aber das Wichtigste ist es sicher nicht.