Die FreiRäume Bad Kötzting machen einen Leerstand zu ihrer Zentrale

Baustellenparty in der neuen Zentrale der FreiRäume: Die Initiative hat in den Räumen der ehemaligen Metzgerei Schoierer eine Heimat gefunden und damit gleich selbst einen Leerstand belegt. Das kann sie vor allem deswegen, weil die Stadt als Besitzer des Gebäudes mitspielt und so die Initiative ganz aktiv unterstützt.
Gefeiert wurde am Mittwochabend zum einen selbstverständlich die Räumlichkeit, die sich die Mitglieder im Moment einrichten, aber auch der Sonderpreis des Wirtschaftsministeriums, den die FreiRäume und der Verein Stadtmarketing erst am Montag im Bayerischen Wirtschaftsministerium erhalten hatten (wir berichteten!).
Nebenkosten inklusive
Dass es die Räume von der Stadt aber nicht nur kostenfrei gibt, sondern die auch die Nebenkosten übernimmt, freute Matthias Wutz und Carola Höcherl-Neubauer bei ihrer Einleitung zur „Baustellen-Party“ ganz besonders.
So sei eben jeder – von der Direktorin bis zum Apotheker, vom normalen Bürger ohne Geschäft bis hin zum Bürgermeister – Mitglied der Initiative, meinte Matthias Wutz. Kein Projekt von oben, sondern aus der Mitte der Gesellschaft, das seien die FreiRäume eben, und dafür sei man in München angetreten und letztlich auch belohnt worden.
Nicht nur davon zu reden, wie ein Laden kostengünstig eingerichtet werden kann, sondern das auch selbst vormachen, das sei das Ziel bei der neuen Zentrale in der ehemaligen Metzgerei Schoierer, sagte Matthias Wutz. Wenn der frühere Verkaufsraum einmal fertig sei, dann könne er von Interessierten auch genutzt werden. Erlaubt sei dabei alles, was sei wie die FreiRäume: immer ein wenig ausgefallen. So werde der hey! Pop up Sale dieses Jahr hier stattfinden, und Carola Höcherl-Neubauer plane bereits ein vorweihnachtliches „Naschwerk“. Das bedeutet, dass bereits in der Adventszeit schon wieder Leben in die Räume ziehen werde. Eines der wichtigsten Dinge fehle noch für den Raum: der Name. Hier freue sich die Initiative über Vorschläge, da „Ideen-Metzgerei“ noch nicht passend erscheine, sagte Wutz.
Preis wäre verdient gewesen
Bürgermeister Markus Hofmann gratulierte seinerseits zum Sonderpreis, zu dessen Verleihung er mit nach München gefahren war. Als neutrale Person habe auch er die Konzepte anderer Städte begutachtet, und „eigentlich hätten wir in unserer Kategorie den Preis verdient“, sagte er. Viele Ideen seien in Richtung Event gegangen, und „die haben wir bereits in der Stadt“, sagte er. „Man müsste euch fast erfinden, wenn es euch nicht schon gäbe“, sagte er.
Seit einem Jahr mache er sich bereits Gedanken, was aus der Metzgerei werden könnte. Im Erdgeschoss schwebe ihm ohnehin ein öffentlicher Raum vor, sagte er. Als Matthias Wutz ihn angesprochen habe, ob es nicht einen freien Raum der Stadt gäbe, habe er gleich zugesagt.
Erst an diesem Tag habe er sich mit einem Architekten getroffen und über das Gebäude gesprochen. Vielleicht wäre es ein gutes Beispiel, wenn die Stadt hier nicht neu bauen, sondern sanieren würde, meinte er. Übrigens sei auch die Veits-Kirche besichtigt worden: Ein Objekt, von dem auch der Architekt begeistert gewesen sei, sagte Bürgermeister Hofmann.
