Stillstand auf Wetterfelder Großbaustelle in Kürze vorbei: Holz-Puzzle wird bald zusammengesetzt

Es tut sich momentan wenig auf der Großbaustelle im Rodinger Ortsteil Wetterfeld (Landkreis Cham), wo gleichzeitig ein Kinderhaus und ein FFW-Gerätehaus entstehen. Es besteht aber kein Grund zur Sorge, betont Architekt Markus Weber vom Büro Schnabel und Partner aus Bad Kötzting: Die Holz-Fertigbauteile sind alle bestellt und würden in der Woche ab 11. November geliefert. „Es ist alles in Ordnung, auch wenn die Baustelle momentan quasi steht“, betont der Planer.
Die beiden Gebäude entstehen direkt nebeneinander und sollen im Sommer kommenden Jahres auch gleichzeitig fertig werden, erläutert Weber. Gebaut wird in einer Kombination aus Holz- und Massivbau mit Holzfassade.
„Zeitplan wird eingehalten“
Während der straffe Zeitplan nach dem Spatenstich im Frühjahr erst gut eingehalten werden konnte, gebe es momentan eine Verzögerung, weil es Lieferschwierigkeiten beim Holz, unter anderem für die Decken, gibt, sagt Weber. Dies sei aber aufzuholen, zumal nun alle Teile bestellt sind und es in Kürze losgehen werde.
„Wir warten quasi auf den großen Tag, an dem das Holz ankommt“, sagt der Planer. Dann würde sich auch sehr schnell etwas tun und die derzeit triste Baustelle ihr Gesicht verändern, berichtet er. Da das Holz in fertigen Teilen geliefert werde, müsse es vor Ort in Wetterfeld „nur“ noch zusammengesetzt werden, etwa wie bei einem überdimensionierten Puzzle. Zwei Wochen sind dabei für das Kinderhaus eingeplant, eine Woche für den Zwischenbau und dann noch einmal etwa 14 Tage für das Feuerwehr-Gerätehaus. „Innerhalb von zwei Monaten werden die Gebäude also Gestalt annehmen“, sagt Weber.
Der Zeitplan, dass der Kindergarten wie geplant am 1. September kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen kann, könne eingehalten werden, betont der Architekt, solange nicht erneut längere Lieferschwierigkeiten auftreten, „das ist aber nicht wahrscheinlich“.
Kosten unter Schätzung
Dass Kindergarten und -krippe rechtzeitig fertig werden, sei auch angesichts der angespannten Situation bei den Kinderbetreuungsplätzen im Stadtgebiet sehr wichtig, hat Bürgermeisterin Alexandra Riedl mehrfach betont.
Bei den Kosten für das Großprojekt in Wetterfeld sieht es gut aus: Etwa 70 Prozent der Gewerke sind ausgeschrieben und vergeben, derzeit liege man insgesamt etwa 130 000 Euro unter der Kostenschätzung, so Weber. In diesem Bereich könne auch nicht mehr viel passieren, sagt der Planer. Die Investitionssumme liegt insgesamt bei knapp sechs Millionen Euro, etwa vier Millionen Euro davon sind Eigenleistung der Stadt.
Das wird gebaut
Kinderhaus: Die Kindergartengruppe wird aus 25 Kindern bestehen, dazu kommt eine Krippengruppe mit zwölf Plätzen. Das Raumprogramm, nach dem gebaut wird, umfasst zusätzlich zu den Gruppen- und Nebenräumen unter anderem einen Speiseraum mit Küche und einen Personalbereich. Insgesamt ist im Raumprogramm eine Hauptfläche von rund 250 Quadratmetern vorgesehen.
Erweiterung möglich: Sollte der Bedarf nach Betreuungsplätzen weiter steigen, wäre auf dem Grundstück auch eine Erweiterung möglich, um dann jeweils eine Gruppe mehr unterzubringen.
BRK übernimmt Trägerschaft: Die Trägerschaft wird, wie unter anderem bereits beim Waldkindergarten in Mitterkreith, das Bayerische Rote Kreuz übernehmen.
FFW-Gerätehaus: Das alte Gerätehaus war nicht mehr zeitgemäß für die Wetterfelder Wehr, die unter anderem durch die unmittelbar angrenzende Bundesstraße viel zu tun hat. Die Lage des Neubaus sei dabei optimal, hatte Feuerwehr-Kommandant Christian Haimerl erläutert, der auch darauf verwies, dass die Mitglieder soweit möglich vieles in Eigenleistung übernehmen würden.
Zwei Stellplätze für Fahrzeuge: An der Ostseite des Grundstücks ist das Feuerwehrhaus geplant. Wegen der Anforderungen des Bebauungsplans weicht das Gebäude etwas nach Süden und bietet einen Vorplatz im Norden, der als Ausfahrts- und Übungsfläche genutzt werden soll. Im Einsatzfall wird der Alarmparkplatz im Süden des Gebäudes über die Grundbachstraße angefahren. Von hinten gelangen die Einsatzkräfte kreuzungsfrei und sicher ins Gebäude und über die Umkleide in die Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen. Sie können dann nach Norden auf die beiden Straßen in alle Richtungen ausrücken.
Zweigeschossiges Gebäude: Gebaut wird ein zweigeschossiges Gebäude mit viel Holz, das sich in die Umgebung einfügt. Im Erdgeschoss befinden sich neben der Fahrzeughalle und der Umkleide eine kleine Werkstatt, Sanitärräume und ein Aufenthaltsbereich. Büro, Aufenthaltsraum, Lagerflächen und Technikraum sollen im Obergeschoss untergebracht werden.
Verbindungsbau schafft Synergieeffekte: Als Verbindungsbau zum Kinderhaus wird ein eingeschossiges Gebäude gebaut. Dort findet ein Schulungsraum Platz, der sowohl von der Feuerwehr als auch vom Kinderhaus genutzt werden kann – einer von mehreren Synergieeffekten.