Begnadeter Bastler: Joaquín (17) aus Regensburg holt Hollywood in sein Kinderzimmer

In einer neuen Serie erzählen wir von der größten Leidenschaft unserer Leser und von ihren außergewöhnlichen Hobbys. Den Anfang macht Joaquín Mirwald. Der 17-jährige Gymnasiast aus Regensburg bastelt Figuren aus berühmten Hollywood-Filmen nach. Sein Berufswunsch ist sogar noch ein klein wenig außergewöhnlicher.
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Leidenschaft braucht Platz – der ist bei Joaquín Mirwald allerdings Mangelware. Im Zimmer des 17-jährigen Regensburgers stapeln sich allerhand Pflanzen, die er von Hand aufgezogen hat. Über dem Bett ragt ein riesiger Dinosaurierkopf hervor – eine von zahlreichen Filmrequisiten, die der Gymnasiast in den vergangenen Jahren gebastelt hat.
Alles begann an Halloween
Alles begann an Halloween vor ein paar Jahren, Joaquín war auf der Suche nach einem besonderen Kostüm. Damals schaute er viele Filme aus den 80ern an – beim Terminator machte es Klick. Ein Arm wie Arnold Schwarzenegger, das wär es doch! Im Baumarkt besorgte er sich Holz, dazu einige Kabel und Drähte. Die Details ergänzte der Bastler mit Heißkleber. „Ich habe mir eine Lederjacke angezogen, eine Sonnenbrille aufgesetzt und so bin ich dann durch die Wohnanlage gelaufen“, erinnert sich der 17-Jährige. Es war der Beginn einer großen Leidenschaft. „Ich dachte: Das ist eigentlich relativ cool. Da würde ich gerne mehr machen.“
Hollywood aus Holz, Draht und Karton
Nach und nach zogen die Filmklassiker aus den 80ern den jungen Regensburger in ihren Bann. „Terminator, Alien, Predator, Jurassic Park und so weiter.“ Besonders die Kostüme faszinierten ihn. Gebastelt hat er schon immer gern. „Mit der Zeit bin ich darauf gekommen, Dinge in 3D umzusetzen, die man sonst nur in Filmen sieht.“ Mit der Zeit schossen Joaquín immer mehr Ideen durch den Kopf. „Das ist ein bisschen mein Problem. Man hat ja immer nur Zeit und Raum für ein Projekt.“ Er entschied sich dazu, eine Alienkönigin aus „Alien vs. Predator“ zu basteln. Aus Holz, Draht und Karton formte er das außerirdische Wesen. Ein paar Jahre später spendierte er dem Wesen Arme. „Ein Kopf ohne Arme, das sieht ja blöd aus.“ Heute hängt die Figur an der Wand. Es folgten eine „Scorpion Fly“ aus Stephen King‘s „The Mist“, der riesige Dinosaurierkopf und einige andere Science-Fiction-Figuren.
Hier finden Sie bald mehr Geschichten über ungewöhnliche Hobbys und Leidenschaften.
Wie lange er für eine Figur braucht, kann Joaquín so pauschal nicht sagen. „Das hängt ganz von meiner Motivation ab“, erklärt der 17-Jährige. Manchmal habe er eine Blockade, manchmal bastle er fast jeden Tag. „Das hängt natürlich auch von der Schule ab und was sonst noch so los ist.“
Bei seinen Freunden kommt die durchaus ungewöhnliche Leidenschaft gut an. „Klar, die haben natürlich andere Hobbys. Aber die finden die Sachen schon cool, wenn sie in mein Zimmer kommen.“ Er habe schon oft gehört, dass er seine Passion zum Beruf machen solle, erzählt Joaquín. Aber: „Für mich ist es ein Hobby.“
Begnadeter Bastler – und bald Paläobiologe?
Der 17-Jährige hat andere Pläne: Er möchte Paläobiologe werden und sich mit dem Wesen und der Entwicklung ausgestorbener Tiere und Pflanzen beschäftigen. „Ich will nicht nur Knochen ausbuddeln. Ich will mich damit auseinandersetzen, wie die Tiere gelebt haben, wie sie aussahen, was sie gefressen haben und wie ihr Sozialverhalten war.“
Dieser Berufswunsch spiegelt in gewisser Weise seine zweite große Leidenschaft wider: Pflanzen. Überall in seinem Zimmer sprießen sie. Unter Glühlampen gedeihen Papayas. „Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Physalis geerntet.“ Einige Pflanzen wurden ihm zu groß, er musste sie weggeben. Leidenschaft braucht eben Platz.

