Reiter, Pferde und Kutschen ziehen durch Bad Gögging

Von Wolfgang Abeltshauser · 21. Oktober 2024 um 11:00

Nach dem Erntedankfest steht schon die nächste Brauchtumsveranstaltung in Bad Gögging auf dem Programm. In diesem Jahr ziehen am letzten Sonntag im Oktober wieder zahlreiche Kutschen und Reiter mit ihren Pferden zu Ehren des Heiligen Leonhard durch den Neustädter Ortsteil.

Eine alte Bauernregel beschreibt in aller Kürze die Tradition: „Nach der vielen Arbeit Schwere, an Leonhard die Rösser ehre.“ Mit der Prozession zu Pferde wird der Heilige Leonhard geehrt und sein Schutz erbeten. Er gilt seit Jahrhunderten als Patron und Nothelfer für das Vieh und besonders die Pferde. Beim Umzug durch den Ortskern von Bad Gögging haben die Besucher die Gelegenheit, die prachtvollen Gespanne und bunt beschmückten Pferde aus nächster Nähe zu bewundern.

Buntes Rahmenprogramm

Für ein buntes Rahmenprogramm und regionale Schmankerl ist laut einer Mitteilung der Stadt ebenso gesorgt. Um 13.30 Uhr eröffnen die Blaskapelle Mühlhausen sowie die Tänzerinnen und Tänzer des Trachtenvereins Neustadt a. d. Donau die Veranstaltung an der Römerbadwiese in der Römerstraße.

Anschließend folgt gegen 14 Uhr die Segnung der Pferde und Gespanne durch Pfarrer Alex Thekkekutt, bevor der Umzug eine halbe Stunde später beginnt.

Er startet an der Römerbadwiese und führt die Römerstraße entlang bis zur Abens. Dann geht es vorbei am Museum für Kur- und Badewesen bei der St. Andreas Kirche. Über den Birketweg geht es zum Reitstall Reger – dem Treffpunkt für die Teilnehmer.

Geeignete Standorte

Als Standorte mit besonders gutem Blick auf die Pferde und Gespanne bieten sich laut Mitteilung an: Römerbadwiese, Römerstraße, bei der Abens an den neu gestalteten Abenstreppen sowie das Museum. Im vergangenen Jahr kamen 80 Reiter mit ihren Pferden sowie sieben Gespanne zum Umzug nach Bad Gögging.

Die Veranstalter weisen darauf hin und bitten um Verständnis, dass aufgrund des Leonhardiritts folgende Straßen am Veranstaltungstag von 13 bis 15 Uhr gesperrt sind: die Ortszufahrt Bad Gögging von Sittling kommend (Sperrung auf Höhe der Kreuzung Römerstraße/Am Sulzgraben), sowie die Ortseinfahrt aus Richtung Sandharlanden (Sperrung nach der Abzweigung Richtung Deisenhofen) sowie die Zufahrt aus Richtung Neustadt a. d. Donau (Sperrung Neustädter Straße/Abzweigung Heiligenstädter Straße) Lokale Umleitungen sind eingerichtet.

Hingewiesen wird auf die öffentlichen Parkmöglichkeiten in Bad Gögging – vor allem das Parkhaus der Limes-Therme. Der Leonhardiritt wird seit 2005 von der Tourist-Information in Kooperation mit dem Reitclub Aribo und dem Tourismusverband Bad Gögging veranstaltet.

Wer mit seinem Pferd um Umzug teilnehmen möchte, kann sich hier anmelden: Tourist-Information, Heiligenstädter Straße 5., 93333 Bad Gögging; tourismus@bad goegging.de, Telefon (0 94 45) 9 57 50; www.bad-goegging.de.

Diesem Heiligen wird in Bad Gögging gedacht

Leonhard von Limoges (geboren um 500), war ein fränkischer Adelssohn, der am Hof der Merowinger erzogen wurde; später lebte er als Eremit. In der römisch-katholischen Kirche wird er als Heiliger verehrt. Sein Gedenktag ist der 6. November. Seine Lebensgeschichte ist laut Wikipedia durch eine im 11. Jahrhundert verfasste Biografie mit legendarischen Zügen bekannt. Gemäß dieser Überlieferung taufte und erzog ihn der Erzbischof Remigius von Reims. Von Mitleid erfüllt, suchte der junge Leonhard regelmäßig Gefangene auf und sprach erfolgreich für ihre Freilassung beim König vor. Später lehnte er die ihm angebotene Bischofswürde ab, um sich als Eremit in die Einsamkeit des unweit von Limoges gelegenen Waldes von Pauvain zurückzuziehen.

Von seiner Zelle aus begann er, für Kranke und Hilfsbedürftige zu predigen. Die Legende besagt, es seien durch sein Gebet oder auf seine Anrufung hin auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen. Zu Grundbesitz kam der Heilige, nachdem er die hochschwangere Königin gerettet hatte. Der König – vermutlich handelte es sich um König Chlothar I. – wollte Leonhard durch Reichtum Dank sagen. Doch Leonhard erbat sich lediglich so viel Waldfläche, wie er mit seinem Esel in einer Nacht umreiten könne. Diesen Wunsch erfüllte der König. Leonhard gründete auf dem geschenkten Land das Kloster Noblat, das noch besteht.

Der Heilige, zunächst Schutzpatron der Gefangenen, wird als „Kettenheiliger“ bezeichnet. Besondere Verehrung wurde ihm ab dem 11. Jahrhundert in Altbayern zuteil, wo er als Nothelfer angesehen wird, vor allem aber als Schutzpatron für das Vieh, insbesondere für die Pferde.