Ein Aushängeschild der Kulturstadt: Das Museum Lothar Fischer in Neumarkt feiert 20-Jähriges

Von Lothar Röhrl · 19. Oktober 2024 um 19:00

Nach 62 Ausstellungen mit knapp über 200.000 Besuchern ist die Freude bei den Museums-Verantwortlichen groß. Mit dem Reitstadel habe das Museum Neumarkt als Kulturstadt überregional bekannt gemacht. Anfangs waren manche Bürger noch skeptisch.

Für die nächsten 20 Jahre hoffen die Verantwortlichen, dass die Jugend verstärkt mit Hilfe neuer Medien im wahrsten Sinn des Wortes „Zugang“ zum Museum findet.

Um all das ist es bei einer Diskussionsrunde im Foyer des Museums gegangen. Sie war Teil des Begleitprogramms zur noch bis 16. Februar dauernden Ausstellung „Sammeln!“. Mit unter anderem Lothar Fischers Witwe Christel, Barbara Leicht als aktuelle Leiterin des Kulturamts, mit Arnold Graf den früheren Kulturreferenten des Stadtrats und mit Barbara Honold, der Vorsitzenden des Kuratoriums der „Lothar & Christel Fischer Stiftung“, wurde das Podium der zweistündigen Diskussionsrunde ergänzt.

20 Jahre Museum Lothar Fischer in Neumarkt

Deren Hauptakteur als Moderatorin war Gabriele Moritz. Die frühere Leiterin des Kulturamts der Stadt begrüßte die Museumsleiterin Pia Dornacher, OB Markus Ochsenkühn, Heiko Graeve als geschäftsführenden Vorstand der „Stiftung Museum Lothar Fischer“ sowie den in Postbauer-Heng wohnenden Kunsthistoriker Christoph Härtl. Dieser hatte dem Motto des Abends „20 Fragen zu 20 Jahren“ entsprechend einen Fragenkatalog zusammengestellt.

„Die ganze Stadt ist voll mit dem Zeug“: Diesen Satz habe Härtl einmal von einem Neumarkter zu hören bekommen. Damit habe der Bürger die Skulpturen gemeint, die wegen ihrer Größe nicht mehr ins Museum gepasst hatten – und deshalb im Stadtpark sowie an einigen Stellen der Altstadt platziert worden sind. So witzig sich dieser eine Satz anhören mag, so stark belastet zeigte sich Christel Fischer auch noch 20 Jahre nach dem Tod ihres Mannes durch die Kritik an ihrem Mann und dessen Werken.

Arnold Grad: Museum wurde damals „durchgeboxt“

Als einer, der die Anfänge der Planung ebenfalls miterlebt und dann die Entwicklung des Hauses begleitet hatte, erinnerte sich auch Arnold Graf an die Zeit vor der Eröffnung. Er sprach die „vielen vollen Akten“ über die Widerstände gegen den Bau an. Dennoch sei das Museum „durchgeboxt“ worden.

Heiko Graeve ging darauf ein, dass dieses Museum sehr viele Leihgaben bekomme. Das sei aber auch eine Bürde: „Wir als kleines Museum dürfen uns keine Fehler erlauben.“

Dessen Leiterin sprach an, welche Angebote des Museums wie ankommen. Längst Vergangenheit sei etwa der Versuch, an jedem Donnerstag auch eine Öffnungszeit am Abend von 19 bis 21 Uhr anzubieten. „Da ist ein Jahr lang kein Einziger gekommen“, sagte Dornacher. Entgegen der Vorhersage vor 20 Jahren laufe ein solches Angebot an einem Donnerstagvormittag umso besser.

Überdies bewährt sich laut Dornacher und Graeve die Strategie, in Neumarkt moderne Kunst mit zeitgenössischer Art ihrer Vermittlung anzubieten. Damit könnten alle Altersgruppen angesprochen werden. Das gesamte Kulturangebot von Konzerten über Ausstellungen bis Theater trage auch dazu bei, dass die vielen sehr erfolgreichen Unternehmen Neumarkt als Standort beibehalten würden. Das freut auch den OB. Denn mit dieser Vielseitigkeit werde gezeigt, dass man hier gut leben könne.

Als Jubiläumsgeschenk hat der ehemalige Unternehmer und frühere Vorsitzende der Stiftung, Ernst-Herbert Pfleiderer, dem Museum und der Stiftung 110.000 Euro überlassen.

Wer sich das Jubiläum für fünf Euro ins Haus holen möchte, kann an der Museumskasse ein Faltbuch mit einem Ausstellungsstück pro jeder der 62 Ausstellungen als Foto erwerben.