Die Technische Universität Nürnberg eröffnet ihr erstes Gebäude

Von Nikolas Pelke · 19. Oktober 2024 um 11:00

Aufbruch in eine neue Ära: Mit großen Schritten schreitet die neue Universität in die Zukunft. Mit dem Cube One hat die Technische Universität Nürnberg (UTN) das erste Hochschulgebäude am Freitag feierlich eröffnet. Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs im Süden der Frankenmetropole soll auf rund 40 Hektar der neue Campus entstehen.

„Mit der Fertigstellung des Cube One ist der erste Schritt hin zum Entstehen eines modernen Hochschulcampus im Nürnberger Süden getan“, freute sich Professor Michael Huth als frischgebackener Gründungspräsident.

Der Neubau in Holz-Hybrid-Bauweise bietet auf sechs Stockwerken flexible Arbeitsmöglichkeiten für mehr als 100 Mitarbeiter. Neben offenen Büroflächen gibt es auch schallgeschützte Rückzugsräume zur konzentrierten Kopfarbeit. Zusätzlich sollen gemütliche Lounges den Austausch unter den Wissenschaftlern fördern.

„Wir haben hier die Chance, eine Universität zu schaffen, die den Anforderungen der digitalen Zukunft und der Nachhaltigkeit gerecht wird“, sagte Huth weiter und erklärte, dass die neue Hochschule eine klare Exzellenzstrategie verfolge.

Genau diesen Ehrgeiz erwarten die politischen Wegbereiter der ersten neugegründeten Uni in Bayern seit 1978 wohl auch. „Wir wollen mit der neuen Uni andere zum Staunen bringen“, hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine persönliche Erwartungshaltung am Freitag bei der Eröffnung des ersten Gebäudes auf dem neuen Campus im neuen Nürnberger Stadtteil Lichtenreuth schon relativ eindeutig formuliert.

Investition: 1,2 Milliarden

Die neue Uni mit dem klaren Profil auf Künstliche Intelligenz (KI) stärke laut Söder den nordbayerischen Wirtschaftsstandort. Die immense Investition in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro werde sich auszahlen, ist sich Söder sicher. „Wir lösen die Probleme der Zukunft nicht mit einem Schritt zurück“, sagte Söder auch unter dem Beifall der Präsidenten der bestehenden Nachbar-Hochschulen im Großraum. Nur neue Technologien könnten für weitere Fortschritte sorgen.

Deshalb sei es laut Wissenschaftsminister Markus Blume (ebenfalls CSU) richtig, dass die UTN ganz neue Wege in Lehre und Forschung gehe. Mit einem konsequent interdisziplinären Ansatz, einem innovativen Fächerspektrum, neuen Lehrmethoden und einer zukunftsweisenden Organisationsstruktur will die UTN neue Maßstäbe in der bayerischen Bildungslandschaft setzen. Klassische Hörsäle für Tausende Studenten sind beispielsweise nicht geplant. Stattdessen sollen flexible Räume das Lernen in kleinen Seminaren erleichtern.

Für 6000 Studenten ausgelegt

Aktuell studieren bereits fast 100 Studenten an der neuen Uni. Wenn alles fertig ist, sollen später einmal rund 6000 Studenten aus aller Welt – die offizielle Amtssprache an der neuen Uni ist Englisch – auf dem knapp 40 Hektar großen Campus den schnellen Anschluss an die Spitzenuniversitäten in Erlangen und München schaffen.

„Ich freue mich unglaublich auf diese riesige Chance. Unser Weg ist lang, aber wir sind bereit. Let‘s do it! Oder wie der Franke sagt: Pack mers!“, freute sich Huth auf den Beginn einer neuen Ära.

In dem ersten Campusgebäude ist Platz für rund 120 Mitarbeiter der neuen Technischen Universität Nürnberg. Foto: Nikolas Pelke