Besorgte Eltern melden sich bei der Polizei: Kinder werden auf dem Schulweg angesprochen

Von Mittelbayerische Zeitung · 18. Oktober 2024 um 12:12

Wie die Polizei Burglengenfeld mitteilt, melden sich derzeit täglich mehrere besorgte Eltern und Angehörige. Der Grund: Kinder würden auf dem Weg zur Schule oder auf dem Pausenhof angesprochen. Laut Polizei kursieren derzeit zudem etliche Warnungen in Eltern-Chats und auf Social-Media.

Laut Polizei gehen aktuell mehrere Meldungen besorgter Eltern und Angehöriger bei der Polizeiinspektion Burglengenfeld ein. Die Aussagen würden dabei immer verschieden lauten, die Richtung sei jedoch die selbe: Kinder würden auf dem Schulweg oder auf dem Pausenhof angesprochen. In manchen Fällen sollen die Kinder ein Angebot für eine Mitfahrgelegenheit oder Süßigkeiten bekommen haben, berichten die Eltern.

Meldungen beschränken sich nicht nur auf das Städtedreieck

Die Polizei habe nach eigenen Angaben jede einzelne Meldung ernst genommen und sei den Hinweisen nachgegangen. Das Ergebnis: Laut Polizei konnte bei keinem einzigen Fall eine Straftat oder der Versuch einer Straftat belegt werden. Zudem würde auch bis zum heutigen Tag kein Kind aus den Schulen im Städtedreieck fehlen.

In den Befragungen der Eltern und Kinder stellte sich im Regelfall heraus, dass die Ereignisse entweder dem Hörensagen oder der Fantasie entstammten oder durch letztere ausgeschmückt wurden. Weiter erklärt die Polizei, dass konkrete Sachverhalte mit Substanz bislang nicht ausgemacht werden konnten.

Warnmeldungen in Eltern-Chats und auf Social-Media

Jedoch kursieren derzeit etliche Warnmeldungen in Eltern-Chats und auf Social-Media, die unbedacht weiterverbreitet werden und massiv Ängste schüren, teilt die Polizei mit. Die Meldungen beschränken sich nicht nur auf das Städtedreieck, sondern reichen in den gesamten Landkreis hinein und darüber hinaus.

Laut Polizei kam es zu keinerlei Problemen – auch in der Vergangenheit

Die Polizei ging nicht nur den Hinweisen nach, sondern führte auch operative Überwachungsmaßnahmen an den genannten Schulen durch. Mit uniformierten und zivilen Einheiten hatten die Beamten in den letzten Tagen die Schulen zusätzlich im Blick, doch auch hier kam es zu keinem einzigen Zwischenfall. Es herrschte der gewohnte Schulbetrieb und die Kinder kamen gut in die Schule und wieder nach Hause. Auch in der Vergangenheit sei es zu keinerlei Problemen gekommen, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Polizei rät zu besonnenem Umgang mit Meldungen über angesprochene Kinder. Erhaltene Informationen, dass Kinder beispielsweise auf dem Schulweg angesprochen worden seien, sollten nicht ungeprüft weitergegeben werden. Erst sollte man bei der Polizei nachfragen, ob ein derartiger Vorfall bekannt ist.

Allgemeine Tipps und Verhaltensregeln für Kinder

• Sprechen Sie mit Ihren Kindern über solche Situationen, um sie darauf vorzubereiten. Verzichten Sie aber auf realitätsnahe Rollenspiele, um nicht unnötig Ängste zu wecken.

•Kinder müssen immer wieder daran erinnert werden, dass sie ohne elterliche Erlaubnis mit niemandem mitgehen oder in ein fremdes Auto steigen dürfen. Kinder sollten nie zu nahe an Fahrzeuge herantreten, auch wenn jemand etwas fragen möchte – egal ob es ein Mann oder eine Frau ist.

•Kinder müssen verinnerlichen, dass es eine Lüge ist, wenn Ihnen für ein „Mitgehen“ zum Beispiel Süßigkeiten oder kleine Hunde oder Katzen versprochen werden.

•Kinder müssen wissen, dass sie gegenüber Erwachsenen immer „NEIN“ sagen können und dürfen. Ihnen muss auch bewusst sein, dass sie mit ihnen weder sprechen müssen und Auskünfte geben brauchen.

•Kinder möglichst in Gruppen zur Schule oder zum Spielen gehen lassen.

•Kindern erklären, dass sie niemals abgeholt werden, wenn es nicht vorher mit ihnen vereinbart wurde.

•Schultaschen oder Rucksäcke sollten nicht den Namen oder die Adresse des Kindes tragen (Täter nutzen diese Kenntnis zur Vertrauensbildung).

So handeln Sie in Notfällen richtig

•Zeigen Sie ihren Kindern, wo sie im Notfall Hilfe bekommen.

•Sagen Sie ihnen, dass sie im Notfall zum Beispiel auch „Wegrennen“ und laut um „Hilfe“ rufen können.

•Die Notrufnummer 110 ist immer und überall kostenfrei erreichbar.