Mehrere Sperrungen: Hat der Tunnel Chamb in Furth im Wald ein größeres Problem?

Von Alexander Frimberger · 17. Oktober 2024 um 19:00

Noch bis zum 28. Oktober soll der Tunnel Chamb aufgrund von Sanierungsarbeiten geschlossen bleiben. Schon zum dritten Mal in diesem Jahr. Ist das ganz normal oder steckt mehr dahinter?

Die Tunnelsperrung lässt die Verkehrsteilnehmer zu Spitzenzeiten leiden, dann ächzt Furth im Wald (Landkreis Cham) unter der Verkehrslast. Wie viele Fahrzeuge nutzen eigentlich die Tunnel Chamb und Deschlberg, der übrigens heuer ebenfalls zweimal ganz und einmal halbseitig gesperrt war? Diese und andere Fragen zu den beiden Bauwerken und der Brücke über den Rappendorfer Bach kann Berthold Schneider, Baudirektor und Bereichsleiter Straßenbau, beim Staatlichen beantworten.

200.000 Euro Kosten

„Im Bereich des Tunnels Deschlberg sind es rund 8500 Fahrzeuge täglich. Im Bereich des Tunnels Chamb etwa 7100 Fahrzeuge täglich.“ Die Date stammen demnach aus einer Straßenverkehrszählung im Jahr 2021. Natürlich verursachen die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten auch hohe Kosten.

„Die belaufen sich für die turnusmäßigen Wartungen im Tunnel Deschlberg jährlich auf rund 120.000 Euro. Beim Tunnel Chamb sind es rund 80 000 Euro im Jahr“, sagt Schneider und ergänzt: „Die aktuell laufenden Maßnahmen sind einmalig und stehen noch im Zusammenhang mit dem Neubau. Für den Bund als Straßenbaulastträger entstehen keine Kosten.“

Diese Aussage lässt aufhorchen, denn schon bei der Fertigstellung des Tunnels Chamb im Jahr 2013 (Deschlberg 2011) waren Gerüchte zu hören, es wären minderwertige Materialien verwendet worden, die jetzt verstärkt Sanierungsarbeiten nötig machen würden. Baudirektor Schneider beruhigt: „Diese Behauptung trifft nicht zu. Das beim Bau verwendete Material hat allen damals geltenden Anforderungen entsprochen.“ Trotzdem stellt sich die Frage, ob es normal ist, dass zwei so relativ junge Straßenbauwerke in so kurzen Intervallen gewartet oder saniert werden müssen? Auch dazu gibt Schneider detailliert Auskunft: „Die Wartung der Tunnel dient der Pflege der Betriebstechnik und der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit. Durch den Verkehr entstehen fortlaufend Verschmutzungen im Tunnel, insbesondere in den Wintermonaten. Diese werden bei den Wartungen entfernt.

Ebenso findet eine Überprüfung der betriebstechnischen Ausrüstung zu diesen Terminen statt. Bei dem halbjährlichen Zyklus handelt es sich um übliche Wartungsintervalle, die keinen besonderen Anlass haben und einen präventiven Ansatz verfolgen. Das regelmäßige Wartungsintervall ist unabhängig vom Alter der Bauwerke.“ Die beiden Further Tunnel seien dabei kein Einzelfall. Als Beispiel nennt der Baudirektor den Tunnel Wetterfeld auf der Bundesstraße 85 (B85), bei dem das analog behandelt werde.

Brücke senkt sich nicht

Eine weitere Aussage wabert in Bezug auf die B20 durch die Gerüchteküche. Demnach soll sich die Brücke über der Kötztinger Straße auch weiterhin kontinuierlich ein wenig absenken, weil sie auf zu weichem Boden steht oder stand. Fakt ist, dass sie sich gesenkt hatte, aber aufgrund des Einsatzes des Straßenbauamtes auch wieder ein stückweit angehoben wurde (wir berichteten). Auch hier wiegelt Schneider entschieden ab: „Dieser Behauptung kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Im Zuge des Baus kam es bei dem Bauwerk über den Rappendorfer Bach seinerzeit zu Setzungen, die durch eine Anpassung des Bauablaufs abgestellt werden konnten. Setzungen gibt es seither nicht mehr. Maßnahmen an der Brücke sind derzeit und auch in naher Zukunft nicht erforderlich.“

Aufgrund der Sperrung muss der Verkehr durch die Innenstadt. Im Hintergrund ist die Brücke zu sehen, die über die Kötztinger Straße und den Rappendorfer Bach führt.