Schleuser setzt sechs Migranten in Bad Kötzting ab – sie waren für die Polizei keine Unbekannten

Ein unbekannter Schleuser hat in der Nacht von Sonntag auf Montag insgesamt sechs syrische Migranten in Bad Kötzting (Landkreis Cham) abgesetzt. Für sie gilt eigentlich eine Wiedereinreisesperre. Die Bundespolizei Waldmünchen ermittelt und sucht Zeugen.
Gegen 5.10 Uhr informierte ein Zugbegleiter der Oberpfalzbahn von Lam nach Cham die Bundespolizei Waldmünchen über „eine Personengruppe ohne Dokumente“, teilt die Polizei im Nachgang mit.
Streifen der Bundespolizei und der Polizei Cham eilten zum Bahnhof Cham. Die Beamten trafen dort sechs Syrer an. Die Migranten konnten weder einen gültigen Reisepass noch einen erforderlichen Aufenthaltstitel vorlegen.
Gültige Wiedereinreisesperre
Beim Abgleich der Fingerabdrücke mit dem polizeilichen Informationssystem stellte sich heraus, dass gegen die Syrer eine gültige Wiedereinreisesperre vorlag. Die Bundespolizei Passau hatte die Männer bereits am 10. Oktober bei der unerlaubten Einreise ertappt und einen Tag später nach Tschechien zurückgeschickt.
Ersten Erkenntnissen zufolge holte dann am Sonntag ein unbekannter Schleuser drei der Migranten am Bahnhof Budweis (Tschechien) mit einem hellen Skoda Superb ab und setzte sie zwischen 19.30 Uhr und 20 Uhr an einem Supermarkt in Bad Kötzting ab. Anschließend fuhr er zurück nach Budweis und holte die anderen drei Migranten. Die Absetzung der zweiten Gruppe erfolgte am Montag zwischen 0.45 Uhr und 1 Uhr, ebenfalls beim Supermarkt in Bad Kötzting. Die Syrer gingen dann zum Bahnhof Zellerthal bei Bad Kötzting und stiegen um 5.07 Uhr in die Oberpfalzbahn nach Cham, meldet die Polizei.
Ermittlungen der Bundespolizei laufen
Die Bundespolizeiinspektion Waldmünchen ermittelt gegen den unbekannten Fahrer wegen Einschleusens von Ausländern. Die Ermittler suchen Zeugen, die die Absetzung der Migranten in Bad Kötzting beobachtet haben oder Angaben zu dem hellen Skoda Superb machen können. Sachdienliche Hinweise werden an die Bundespolizei Waldmünchen über die Telefonnummer 09972/94080 oder per E-Mail an bpoli.waldmuenchen@polizei.bund.de erbeten.
Zudem zeigten die Bundespolizisten die syrischen Migranten im Alter zwischen 22 und 41 Jahren wegen des Verstoßes gegen das Einreiseverbot und unerlaubter Einreise an. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen leiteten die Beamten an die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Regensburg weiter.