OGV verbietet kurzfristig private Party auf seinem Grillplatz: Techno-Fans sind verärgert

Eine Gruppe junger Erwachsener wollte auf dem Grillplatz des Landschafts- und Gartenbauvereins Seligenporten (Landkreis Neumarkt) seine obligatorische Techno-Party feiern. Doch dieses Mal untersagte der Verein die Feier kurzfristig. War die Musikrichtung der Grund?
Alles war vorbereitet für einen schönen Partyabend: Eine Jugendgruppe mietete den Grillplatz des Landschafts- und Gartenbauvereins in Seligenporten, die Musikanlage war aufgebaut und gut 50 geladene Gäste zwischen 18 und 25 Jahren freuten sich auf das geplante Fest mit Techno-Musik. So weit sollte es aber nicht kommen: Kurz vor Beginn meldete sich eine Vertreterin des Vereins telefonisch beim Organisator und teilte mit, dass die Veranstaltung abgesagt werden müsse.
Gut eineinhalb Wochen später ist der Ärger darüber bei den jungen Leuten nicht verflogen. Sie stehen vor einem Rätsel. „Solche privaten Feiern haben dort in den letzten zwei bis drei Jahren öfter stattgefunden. Die Anlage wurde immer sauber hinterlassen. Es gab nie Grund zu Beanstandungen“, berichtet Susanne Schwegler. Sie ist die Mutter von einem der Organisatoren und hat sich an unsere Zeitung gewandt.
Sie und die Partygäste stören sich aber nicht nur an der spontanen Absage, sondern auch an der Begründung: Wie Schwegler erzählt, fiel im Telefonat zwischen ihrem 22-jährigen Sohn und dem Verein sinngemäß die Aussage, dass Technomusik nicht zum Dorf passe. „Das deutet darauf hin, dass einzelne Vorlieben und Meinungen offenbar wichtiger sind als die Gemeinschaft und deren Vielfältigkeit“, kritisiert Schwegler.
Der Gartenbauverein habe zudem behauptet, dass eine Einladung zur Feier über das soziale Netzwerk Instagram verbreitet worden sei. Stimmt nicht, sagt Schwegler. Die jungen Leute hätten auf einem privaten Instagram-Account zwar ein Video von den Aufbauarbeiten gepostet, „aber es gab keinen Hinweis auf eine öffentliche Party“. Das sei vom Verein wohl falsch interpretiert worden.
Lag die Absage an der Musikrichtung?
Beim Aufbau haben die jungen Leute nach Aussage von Schwegler einen Firmen-Lkw genutzt, den ihr Sohn von seinem Chef geliehen bekam. „Die haben ihnen ein paar Sachen zur Verfügung gestellt.“ Der Verein habe aufgrund des Wagens aber wohl gedacht, dass es sich um eine gewerbliche Veranstaltung handle, glaubt sie. „Wäre der Lkw nicht dort gestanden, hätte sich vielleicht niemand dran gestoßen.“
Damit die Feier ein letztes Mal stattfinden kann, hätten die jungen Leute sogar angeboten, die Gästezahl zu minimieren und die Musik besonders leise zu drehen. Doch alle Bitten halfen nichts: Der Verein blieb hart, die Party fiel flach und die zweitägigen Aufbauarbeiten waren umsonst. Susanne Schwegler betont, auf keinen Fall unsachlich werden zu wollen, „aber für mich steckt hier Willkür dahinter“.
Verein ist eigentlich offen und tolerant
Denn eigentlich habe der Verein in der Vergangenheit viel Verständnis für die Vorhaben junger Leute gezeigt und sei offen und tolerant aufgetreten. „Dieses plötzliche Umdenken und die scheinbare Intoleranz könnten nun aber auch dazu führen, dass mehr junge Menschen desillusioniert vom Dorfleben werden“, sagt Susanne Schwegler.
Sie befürchtet, dass sich junge Menschen vom Dorf abwenden, wenn sie das Gefühl haben, nicht akzeptiert oder gehört zu werden, und hofft, dass der Verein seine Haltung überdenkt und gegenüber der jüngeren Generation offener wird. „Ein konstruktiver Dialog wäre der erste Schritt, um Missverständnisse zu vermeiden und um das Miteinander zu stärken.“
Eine gute Dorfgemeinschaft liegt auch dem Landschafts- und Gartenbauverein Seligenporten am Herzen, betont der Vorsitzende Thomas Fuchs. Darum stelle der Verein gerne das Gelände für andere zur Verfügung – allerdings eher für kleinere Feiern. „Das ist ein Grillplatz und keine Party-Location“, stellt er klar.
„Das ist ein Grillplatz und keine Party-Location“,
Thomas Fuchs, Vorsitzender des OGV Seligenporten
Zur Frage, ob Techno nicht zu Seligenporten gehöre und zum Instagram-Video will er sich nicht äußern. Fuchs berichtet aber, dass in der Vergangenheit auf dem Grillplatz Events stattgefunden hätten, bei denen nicht klar war, welche Größenordnung sie haben werden.
„Und leider hatten wir eben Fälle, wo es riesige Events gab, mit einer lauten Musik bis tief in die Nacht.“ In der Folge hätten sich Anwohner beschwert und auch der Platz sei völlig vermüllt gewesen. „Das ist für uns als Verein nicht tragbar. Dafür ist das Gelände nicht da“, sagt Fuchs, der seit Anfang des Jahres Vereinsvorsitzender ist.
Als die jungen Leute die Bühne aufgebaut hätten, habe die Vereinsführung die Veranstaltung untersagt, aus Sorge, dass es erneut Ärger wegen Lärm und Verschmutzungen am Grillplatz geben könnte.