Steinbruch-Erweiterung: Gegner freuen sich über wachsendes Interesse aus Bevölkerung

Der Initiative „Heimat schützen, Steinbruch stoppen“ gelingt es allmählich offenbar doch, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Rund 5000 Flyer, in denen über die geplante Erweiterung des Steinbruchs sowie über die eigenen Ziele informiert wird, hatte die BI in Burglengenfeld verteilt – und rund 100 Bürger fühlten sich dadurch so stark angesprochen, dass sie sich am Samstag auf den Weg nach Dirnau machten, um an einem ausgiebigen Spaziergang durch das Plangebiet teilzunehmen.
Zur Freude der Organisatoren befanden sich unter den Interessierten auch Bewohner aus der Kernstadt und sogar aus Maxhütte-Haidhof. Ein Vertreter von Heidelberg Materials war dagegen nicht anwesend.
Treffpunkt war eine Wiese in der Nähe des Reiterparadieses Schwanzlhof. Von dort aus hatte man nicht nur einen guten Blick auf das jetzige, sondern auch auf das künftige Areal des Steinbruchs. Bevor sich der Zug, der von der Freiwilligen Feuerwehr Pottenstetten abgesichert wurde, in Bewegung setzte, informierte BI-Sprecher Thomas Hofmann über den Stand des Genehmigungsverfahrens – und über die Folgen, die eine Steinbrucherweiterung in der beantragten Form hätte.
Ausdehnung über Straße hinaus
Wie berichtet, plant HM in Burglengenfeld bis 2066 eine Vergrößerung des Abbaugebiets um etwa 45 Hektar. Dabei sei eine Ausdehnung der Abbaufläche über die Gemeindeverbindungsstraße Dirnau-Saaß und sogar über die Weiler Richthof und Bubenhof hinaus verbunden. Die Folgen für die Anwohner wären verheerend, argumentiert die BI. Denn: Der Sprengradius würde bis zu 150 Meter an Ortschaften heranrücken. Bei Sprengungen müssten Straßen gesperrt und teilweise sogar Häuser geräumt werden. Angrenzende Immobilien würden, so die Befürchtung, erheblich an Wert verlieren.
Damit nicht genug: Der Schwerlastverkehr würde weiter zunehmen, Straßen und Brücken würden dadurch noch mehr beansprucht. Ziel der BI ist es, die Straßensperrungen zu verhindern. Zudem wolle man erreichen, die Genehmigung erst mal auf 20 bis 25 Jahre zu beschränken, so Hofmann. Das sei ein überschaubarer Zeitraum, den sowohl der Stadtrat sowie die jetzige Generation überblicken könne.
Unterstützung durch den Bund Naturschutz
Inzwischen hat die Bürgerinitiative Unterstützung bekommen vom Kreisverband des Bund Naturschutz. Der werde sicher besser gehört werden als die BI, ist sich Hoffmann sicher. Insgesamt 2000 Unterschriften seien bei einer Online-Petition bisher gesammelt worden. Jetzt hofft man im Rahmen des Genehmigungsverfahrens auf einen baldigen Termin beim Landratsamt, um die Unterschriften zu übergeben und die Forderungen der BI öffentlich einzubringen. Hofmann appellierte an die Bürger, auch persönlich Einwände zu formulieren. Denn zu jedem eingehenden Schreiben müsse das Landratsamt Stellung beziehen.
Der Reitverein Dirnau, der heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiern konnte, meldete sich ebenfalls zu Wort. Mit 260 Mitgliedern sei man einer der größten Reitvereine in Bayern, wie zweite Vorsitzende Julia Schmid betonte. Es sei sogar geplant, in Dirnau zusammen mit dem Verband einen Stützpunkt für die Reitdisziplin Vielseitigkeit zu gründen.
Kein Gespür für Pferde?
Schmid kritisierte, dass für Heidelberg Materials Pferde kein schützenswertes Gut seien, da sie nicht auf der Roten Liste stünden. Dabei hätten Pferde hochsensible Sinnesorgane und reagierten auf Knall-Töne und Erschütterungen unkontrolliert. „Wir werden das nicht hinnehmen“, ergänzte Martina Szary, ebenfalls Mitglied des Reitvereins.
Außerdem hielt Pfarrer Gottfried Tröbs in Saaß bei der erst kürzlich renovierten Kapelle einen Gottesdienst.