Technologie Campus Parsberg-Lupburg: Forscher lassen sich über die Schulter blicken

Seit fünf Jahren bringt der Technologie Campus Parsberg-Lupburg Forschung und Unternehmen zusammen. Dieses kleine Jubiläum soll mit einem zweitägigen Festprogramm begangen werden. Dabei haben die Wissenschaftler neben den Gleichgesinnten vor allem auch an die Bevölkerung gedacht.
Wissenschaft und Politik: „Es gibt praktisch an den beiden Tagen zwei parallel laufende Veranstaltungsstränge“, berichtet der operative Leiter der Einrichtung Korbinian Schröcker im Gespräch mit unserem Medienhaus. Im Bereich Forschung und Wissenschaft sind am 17. und 18. Oktober verschiedene Fachforen geplant, zu denen sich Interessierte anmelden können. Mit eingebunden ist auch ein Dialogforum mit politischen Grußworten und Erfahrungsberichten von Industriepartnern und einer Erfolgsgeschichte aus dem Digitalen Gründerzentrum.
Hausmesse: Für die Bevölkerung, die vor allem einmal erfahren will, was hinter den Türen des orangen Gebäudes überhaupt passiert, gibt es am 18. Oktober ab 13 Uhr eine Hausmesse. Dabei dürfen alle Besucher an verschiedenen Stationen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Hier ist keine Anmeldung erforderlich. Denn das Herz des Technologie Campus sind seine wissenschaftlichen Forschungslabore mit ihren hoch technologischen Geräten, die bei der Hausmesse besichtigt und zum Teil auch in Aktion erlebt werden können.
Labor 1: Hier haben die Wissenschaftler quasi das Werkzeug – oder laienhaft ausgedrückt das Sandförmchen – für die Fertigung von Bauteilen für Schreibtischstühle neu erfunden, indem sie verschiedene Materialien und Fertigungsverfahren kombiniert haben. Der Lohn sind ein geringerer Energieverbrauch gepaart mit mehr Tempo bei der Produktion und vielleicht auch die Unabhängigkeit von ausländischen Märkten.
Labor 2: Hier können die Besucher die „Ölige Schönheit“ bewundern, mit der die Wissenschaftlern ein ganz neues additives Fertigungsverfahren erforscht haben, mit dem tonnenschwere Stahlbauteile im 3D-Druck entstehen. Gedruckt wird in diesem Raum aber nicht nur Metall, sondern auch Kunststoff. Zum Beispiel bei der Herstellung von Designerbrillen.
Labor 3 und 4: Wer forscht, muss seine Ergebnisse auch auf die Probe stellen. Das passiert bei der Werkstoffanalytik und der Materialwissenschaft. Egal aus welchem Stoff ein Bauteil ist. Das 750.000 Euro teuere Rasterelektronenmikroskop und weitere Analysegeräte nehmen alles, was ihnen vor die Linse, kommt buchstäblich unter die Lupe.
Labor 5: Hier stehen Laser- und Schweißverfahren im Mittelpunkt. Kupfer und andere Metalle werden verschweißt, Kunststoff und Metall mit dem Laser bearbeitet. Außerdem sind auch hier verschiedene 3D-Drucker zu bewundern, die Kunststoffe aber auch verschiedene andere Materialien verarbeiten. Schließlich wurden am Campus auch schon essbare Schokohasen ausgedruckt.
Simulationslabor: Geld spielt auch bei Wissenschaft und Forschung eine große Rolle. Deswegen wird die Herstellung eines Bauteils erst einmal im Computer simuliert und seine Beschaffenheit geprüft, bevor man sich traut, einen teueren Protypen zu bauen. Außerdem soll so herausgefunden werden, wie ein optimaler und materialsparender Fertigungsprozess abläuft.
Container: Ein Forschungslabor befindet sich außerhalb des Campusgebäudes. In einem Indoor-Gewächshaus Beikräuter – der Volksmund nennt sie Unkraut – angebaut, fotografiert und untersucht. Ziel ist einer KI beizubringen, diese Pflanzen von Nutzpflanzen zu unterscheiden, dass später einmal ein Roboter das Unkrautjäten übernimmt und so chemische Unkrautvernichtungsmittel überflüssig macht.
Informationsstände: Eng mit dem Campus verbunden ist das Digitale Gründerzentrum. Deswegen präsentieren auf der Hausmesse auch einige Existenzgründer ihr Unternehmen. Zu sehen sind auch ein autonom fahrender Traktor und eine Maschine zum Ernten von Hanfblüten. Außerdem stellen Aktivsenioren, Wirtschaftsförderer, Fördermittelberater und die Azubisäule ihre Arbeit vor.
Kinderprogramm: Damit auch der Nachwuchs seinen Spaß hat, gibt es auf der Hausmesse eine Hüpfburg, eine Kindereisenbahn, Möglichkeiten zum Basteln, Thermokameras zum Ausprobieren, ein Campus-Quiz (Gewinn: Familieneintritt zum Haus der Bayerischen Geschichte) und kostenlose Zuckerwatte.
Fünf Jahre Technologie Campus Parsberg-Lupburg
Technologie: An beiden Tagen sind jeweils von 10 bis 13 Uhr Fachforen. Am Donnerstag im Bereich Additive Fertigung zum Thema „Robust und zuverlässig: Optimierung von Druckprozess und Bauteilfestigkeit mittels Thermodiagnostik“, am Freitag zu „Agrar-Sensorik“ und „Innovative Trägersysteme“.
Hausmesse: Am Freitag ab 13 Uhr mit offenen Laboren, Start-Up-Infoständen und buntem Kinderprogramm mit Hüpfburg, Kindereisenbahn und Basteln.
Dialogforum: Am Freitag ab 15 Uhr mit politischen Grußworten und Erfahrungsberichten von Industriepartnern und einer Erfolgsgeschichte aus dem Digitalen Gründerzentrum.
Teilnahme: Informationen und Anmeldung zu den Workshops, Vorträgen und Fachforen unter https://eveeno.com/technologieforum-agrarsensorik. Für die Hausmesse ist keine Anmeldung nötig.