„Bauer sucht Frau“: Besuch in Beratzhausen beim bisher ältesten Kandidaten der Show

Von Isolde Stöcker-Gietl · 12. Oktober 2024 um 19:00

Im Stall kuschelt Bauer Heiner aus Beratzhausen (Landkreis Regensburg) jeden Tag mit seinen Pferden. Aber ob er auch zu seiner Auserwählten Ulrike bei der Hofwoche der RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ auf Kuschelkurs gegangen ist, darf der 70-jährige, bislang älteste Kandidat der Show, noch nicht verraten. Auf dem Hof anzutreffen war sie bei unserem Besuch jedenfalls nicht.

Zärtlich knabbert Sissi am Hemdkragen von Bauer Heiner. Liebevoll stupst sie ihn mit der Nase, reibt ihren Kopf sanft an seinem. Sissi genießt die Aufmerksamkeit des 70-Jährigen aus Beratzhausen in vollen Zügen. Die dreijährige Stute und 16 weitere Pferde im Stall sind das Wichtigste im Leben des Landwirts. Doch da ist diese Leere in seinem Haus, die er nun ebenfalls füllen möchte. Deshalb hat sich Heiner Zimmermann bei „Bauer sucht Frau“ beworben. Seit vergangener Woche werden die neuen Folgen ausgestrahlt. Ob es beim Oberpfälzer gefunkt hat, darf er nicht verraten. Eine Frau ist beim Besuch unseres Medienhauses auf dem Hof aber nicht anzutreffen.

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Ja, es ist viel passiert in den vergangenen Wochen, sagt der sportliche Reitlehrer und lächelt geheimnisvoll. Längst sind es nicht nur die drei Kandidatinnen, die er beim Scheunenfest treffen sollte, die ihm im Kopf herumspuken. Ein immer weiter wachsender Stapel an Liebesbriefen sammelt sich in seinem Büro. Es gibt wohl einige Frauen, die Heiners Auftritt tief berührt hat, wie sie in ihren Briefen schreiben. Eine Bewerberin ist richtiggehend elektrisiert: „Als ich dich gesehen habe, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen.“ Heiner, der zweimal verheiratet war, schmunzelt amüsiert, als er das vorliest. Was er mit diesen Liebesbezeugungen macht? „Die allermeisten Briefe aussortieren“, sagt er ehrlich.

„Keine Stubenhockerin“

Denn der 70-Jährige hat schon ziemlich genaue Vorstellungen von seiner Traumfrau. Schlank muss sie sein. Sehr sportlich. Und keine Stubenhockerin. Denn Heiner tanzt für sein Leben gern. „Früher Rock‘n Roll mit Überschlag“, sagt er. Und auch heute noch beherrscht er jeden Tanz, der gerade angesagt ist. „Nur leider werden die Tanzsäle immer weniger.“ Dennoch will er seine Partnerin ausführen, wann immer es die Zeit zulässt. Und Zeit ist knapp. Denn die Arbeit auf dem Hof ist nicht wenig, auch wenn Heiner inzwischen Hilfe für die schweren körperlichen Tätigkeiten hat. Allein vier Stunden täglich müssen die Pferdeboxen gereinigt werden. Früher hatte Heiner Zimmermann auch noch Kühe. „Wie ich das alles geschafft habe, das weiß ich nicht mehr“, sagt er. Seine Partnerin sollte einen Draht zu Pferden haben und sich für den Hof, den er in dritter Generation bewirtschaftet, interessieren. „Und eine kluge Gesprächspartnerin ist mir auch wichtig.“

Zur Eröffnung der 20. Staffel von „Bauer sucht Frau“ wurde allerdings zunächst der Gesundheitszustand des Oberpfälzers zum großen Thema beim Scheunenfest. Denn der 70-Jährige musste sich wegen eines Virusinfektes in medizinische Behandlung begeben. Seine drei auserwählten Damen warteten deshalb lange auf die Entscheidung. „RTL hat das etwas aufgebauscht“, sagt er heute über den Notarzteinsatz. Am Montag erfuhren die Zuschauer nun, wen der Pferdewirt auf seinen Hof einladen wollte. Von Anfang an sei für ihn festgestanden, dass er nur eine Kandidatin mitnehmen werde, sagt er. Die Wahl fiel auf die ehemalige Springreiterin Ulrike. Die Chemie schien schon mit dem ersten Blickkontakt zu stimmen. „Ich habe sofort gewusst: Das ist sie“, sagt Heiner bei der Entscheidung zu Moderatorin Inka Bause. Der Einzug von Ulrike auf dem Hof, wurde noch nicht ausgestrahlt. Aber auf die gelbe Yoga-Matte im Wohnzimmer angesprochen, verrät der Landwirt: Bei seinen morgendlichen Yoga-Übungen konnte Ulrike sehr gut mithalten. Aber sonst? Da lächelt Heiner Zimmermann wieder in sich hinein. Und schweigt. Er darf es ja nicht verraten. Nur so viel: „Die Dreharbeiten waren schon anstrengend.“ In Beratzhausen hat sich der Fernsehauftritt des Bauern und Reitlehrers, der derzeit an die 20 Reitschüler betreut und einige von ihnen auch für internationale Meisterschaften ausbildet, längst herumgesprochen. Sogar Bürgermeister Matthias Beer hat auf seinen Social Media Kanälen die Werbetrommel gerührt. „Heiner auf die 1“, schrieb er. Die Chancen, bei der Show den passenden Partner zu finden, stehen nicht so schlecht. In 20 Jahren wurden 34 Ehen geschlossen.

Bislang ältester Kandidat

Mit seinen 70 Jahren ist Heiner der bislang älteste Kandidat der Show. „Ich wollte wissen, ob sie jemanden in meinem Alter noch mitmachen lassen“, sagt er. An einem langen Winterabend habe er die Entscheidung getroffen und anschließend mit RTL telefoniert. Ein Freund filmte ihn beim Tanzen auf dem Waldbauernball und schickte das Video ein. Das Team habe ihn förmlich überredet, teilzunehmen.

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Der Oberpfälzer kann mit einer beeindruckenden Vita aufwarten. Der gelernte Land- and Pferdewirt, ausgebildete Reitlehrer und Hufschmied, war bis vor zehn Jahren in der Riege der Springreiter auf Weltniveau. „Ich habe die Reiter aus dem Stall von Paul Schockemühle bei Turnieren auf die hinteren Plätze verwiesen“, erzählt er und zeigt auf eine lange Regalreihe Pokale. Bis heute macht er den Beritt und bildet sie auch zu Dressur- und Springpferden aus. Und er macht immer noch den Geburtshelfer. „Das Erste, was meine Fohlen sehen, bin ich!“

Die Pferde, die werden in seinem Stall stehen, bis er stirbt, sagt Heiner. Und ob er nach der Fernsehshow eine Frau in sein abgeschiedenes Bauernhaus lässt, werden die Zuschauer bald erfahren. Interessierte Kandidatinnen gibt es – auch abseits seiner TV-Errungenschaft Ulrike – jedenfalls genug.

Die Liebe von Heiner sind die Pferde. Jetzt lotet er in der Hofwoche aus, ob Kandidatin Ulrike zu ihm passen könnte. Foto: RTL / Stefan Gregorowius
Erinnerungen an ein erfolgreiches Leben im Pferdesport: Im Büro hat er Pokale aufgereiht. Fotos: Zuruev