Barbing arbeitet Zukunftsthemen ab: Sparsame Lampen und schnelles Internet kommen

Die Tagesordnung war kurz und nicht kontrovers, die Sitzung war in Rekordzeit vorbei. Dennoch stellte der Barbinger Gemeinderat am Dienstag wichtige Weichen.
Hans Thiel drückte aufs Tempo. Als der Barbinger Bürgermeister zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend dem Gremiumsmitglied Gerhard Deutsch (CSU) zum Geburtstag gratulierte, teilte er gleich auch dessen Wunsch an die Kollegen mit: „Er hat gesagt, wir sollen uns heute schicken. Er lädt uns auch nachher ein.“
Weil die Tagesordnung keine besonderen Aufreger enthielt, konnte dem Begehren von Deutsch tatsächlich stattgegeben werden. Nach handgestoppten 20 Minuten war der öffentliche Teil der Sitzung beendet.
Diese rekordverdächtig schnelle Abwicklung bedeutet jedoch nicht, dass nur über Lappalien gesprochen wurde. Im Gegenteil, mit dem Beschluss zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik wurde eine durchaus zukunftsträchtige Entscheidung getroffen.
48000 Euro Ersparnis im Jahr
Mit der Installation dieser stromsparenden Technik hatte die Gemeinde bereits vor einigen Jahren in den östlichen Ortsteilen von Friesheim bis Eltheim begonnen. Wegen der dort gemachten guten Erfahrungen folgen 2025 die restlichen Bereiche mit Barbing selbst, den Ortsteilen Sarching und Unterheising sowie den Gewerbegebieten Sarchinger Feld und Unterheising.
Die genannten guten Erfahrungen beziehen sich natürlich vor allem auf das Thema „Kosten“. Wie die Gemeinde eruiert hat, führt die Umrüstung zu einer Einsparung von rund 114.000 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht einem um 84 Prozent niedrigeren Energieverbrauch oder geringeren Kosten von 47.900 Euro.
Für die Umrüstung muss die Gemeine freilich in Vorleistung gehen. Laut Schätzung der Rewag sind für den Umbau der insgesamt 568 Leuchten in den betroffenen Gebieten rund 335.000 Euro zu berappen. Aufgrund des deutlich niedrigeren Verbrauchs wird sich diese Investition aber bereits nach sieben Jahren amortisiert haben.
Weil das „Ob“ in diesem Fall unstrittig war, mussten die Gemeinderäte nur über das „Wie“ entscheiden. Die zwei zur Wahl stehenden Systeme der Firmen Schreder und Siteco kosten in der Anschaffung ein etwa das gleiche – weil sich aber Unterschiede beim Unterhalt ergeben (bei den Siteco-Leuchten können Leistungsanpassungen per App vorgenommen werden, bei Schreder braucht man dafür jedes Mal den Einsatz eines Hubsteigers), folgte das Gremium einstimmig der Empfehlung für Lampen von Siteco.
Nennenswerte Debatten gab es weder hier noch bei den übrigen Tagesordnungspunkten. Anträge von Bürgern zur Errichtung eines Carports, zur Anlegung eines Sommergartens und für den Bau eines Außenpools samt Sichtschutz wurden abgesegnet beziehungsweise zur endgültigen Entscheidung ans Landratsamt weitergeleitet.
Auch eine Änderungsvereinbarung zur Abwasserentsorgung im interkommunalen Gewerbegebiet Mintraching-Barbing war unstrittig. Hier wurde festgelegt, dass die Gemeinde Barbing für die Grundstücke zuständig ist, auf denen die Produktionsanlagen der Firma Schifferl errichtet werden.
Ein seit geraumer Zeit gärendes Aufreger-Thema sprach beim abschließenden Punkt „Verschiedenes und Anfragen“ Gemeinderat Michael Beimler (Freie Wähler/BürgerForum Barbing) an.
Glasfaser-Start steht bevor
Er wollte wissen, wann die offensichtlich fertiggestellte Glasfaser-Verkabelung in den Ortsteilen Friesheim, Eltheim, Illkofen, Auburg und Altach endlich „scharf geschaltet“ wird. Bürgermeister Thiel erklärte hierzu, just am Tag der Sitzung mit den zuständigen Firmen telefoniert zu haben. Demnach stehe nun fest in Aussicht, dass die im Lauf der vergangenen beiden Jahre installierte Technik ab Mitte Oktober genutzt werden kann.
Mehr hatte der öffentliche Teil der Sitzung an diesem Abend nicht zu bieten. Weil sich die anschließende nichtöffentliche Debatte ebenfalls nicht in die Länge zog, hatte Jubilar Deutsch bereits ab kurz nach 20 Uhr ausgiebig Zeit zum Feiern.
Gemeinde unterstützt Sportvereine bei Stromkosten
Verantwortung: Die drei Sportvereine im Gemeindebereich (TV Barbing, SV Sarching, SpVgg Illkofen) hängen beim Strompreis an den von der Gemeinde abgeschlossenen Konditionen. Weil sich 2023 deutliche Mehrkosten ergeben haben, will die Gemeinde für Entlastung sorgen.
Berechnung: Um die Höhe der Entlastung zu ermitteln, wurden die jeweiligen Durchschnittswerte der Stromkosten in den Jahren 2021 und 2022 ermittelt. Diese lagen beim TV Barbing bei 1354 Euro, beim SV Sarching bei 1445 Euro und bei der SpVgg Illkofen bei 4760 Euro.
Steigerung: Die Werte für das Jahr 2023 wichen erheblich von diesem Durchschnitt ab. Für den TV Barbing ergaben sich Kosten in Höhe von 3201 Euro, beim SV Sarching lagen sie bei 3090 Euro. Die SpVgg Illkofen schließlich musste sogar 12 109 Euro für ihren Strom bezahlen.
Erstattung: Der Gemeinderat beschloss am Dienstag einstimmig, die Differenz zwischen den Werten von 2023 und dem Durchschnitt von 2021 und 2022 zu erstatten. Mit einer Ausnahme: Weil die SpVgg Illkofen mit Strom heizt (Wärmepumpe), muss sie die 2250 Euro dafür alleine tragen.