Immer mehr arme Alte und keine neuen Heime im Landkreis Kelheim?

Wie steht es in der Region um neue Pflegeplätze in der Region, wie stemmen diejenigen, die Pflege in Heimen benötigen, die Kosten? Wir haben beim Landesamt für Pflege und dem Bezirk Niederbayern nachgefragt.
Oftmals hieß es seit 2022 in Kelheim, dass bayernweit keine neuen Pflegeheime gebaut werden, wegen der schwierigen Finanzierbarkeit. Oder nur solche die bereits seit Langem geplant seien. Das Landesamt für Pflege (LfP) in Amberg listet auf, in welchen niederbayerischen Landkreisen Heime zuletzt gefördert wurden.
Hier sind dem Landesamt für Pflege Projekte bekannt
Die Ergebnisse sind überschaubar: Im Haushaltsjahr 2020 wurden keine Seniorenpflegeheime (Dauerpflege mit bzw. ohne Öffnung in den sozialen Nahraum (nach Nr. 2.2.6 bzw. 2.2.7 PflegesoNahFöR) gefördert. 2021 waren es laut LfP zwei Einrichtungen im Kreis Straubing-Bogen. 2022 wurden ebenfalls zwei Einrichtungen bedacht: eine im Kreis Passau und eine im Kreis Kelheim (Anm.d.Red: Erweiterung des BRK-Heims Abensberg). 2023 wurden erneut zwei Bauten gefördert – einer im Kreis Straubing-Bogen und einer im Rottal. Im aktuellen Haushaltsjahr 2024 liegen dem LfP zwei Anträge für Dauerpflege mit Öffnung in den sozialen Nahraum vor. Aus dem Raum Landshut und Passau.
„Öffnung in den sozialen Nahraum“ bedeute, „dass in den Pflegeheimen Leistungen angeboten werden, die sich an Menschen im Wohnumfeld der Einrichtung wenden, damit diese so lange wie möglich zuhause bleiben können“, erklärt die Pressestelle. Dies könne ein offener Mittagstisch sein oder Beratungsleistungen. Ob darüber hinaus weitere Seniorenheime in Planung seien, könne das LfP nicht sagen, „wenn dafür keine Förderung beantragt wurde“.
Für so viele Kelheimer Rentner zahlt der Bezirk (mit)
Nicht nur die Baukosten für Heime sind gestiegen, auch die Pflegeheimplätze werden teurer und teurer. Wenn das eigene Vermögen oder die Rente der Bewohner dafür nicht reicht, springt der Bezirk ihnen zur Seite. 2023 schlugen für 303 Frauen und Männer im Kreis Kelheim in stationären Einrichtungen insgesamt netto 2,86 Millionen Euro zu Buche. Das waren umgerechnet auf die einzelnen Bewohner im Schnitt 9449 Euro. Die Zahlen sind im Vergleich zu 2014 fast identisch. Auch niederbayernweit. Im Landkreis waren es netto 2,87 Mio. Euro für 306 Heimbewohner, sprich pro Betroffenem im Schnitt 9377 Euro.
Die annähernd gleichen Zahlen in 2023 seien dem Leistungszuschlag gemäß Paragraf 43 SGB XI geschuldet, heißt es vom Bezirk. Diesen Zuschuss zum Eigenanteil an pflegebedingten Aufwendungen gibt es seit 2022. Dadurch hätten mehr Menschen ihre Heimkosten selbst zahlen können und sich die Nettoausgaben reduziert.