Feministische Fantasy: 20-jährige Lappersdorferin veröffentlicht einen Roman

Am 16. Oktober erscheint Alina Dollhofers erster Roman „Achsania – Die Königinnenkür“. Er hat 420 Seiten. Darum geht es in dieser Geschichte und so tickt die Autorin.
Alina Dollhofer hat ihr erstes Buch mit zwölf Jahren auf einem Din-A4-Block geschrieben. „Das waren vielleicht 30 Seiten“, sagt die heute 20-Jährige und lacht. Denn es ist nicht dabei geblieben: Am 16. Oktober erscheint ihr erster Roman „Achsania – Die Königinnenkür“, der mit 420 Seiten deutlich länger ist.
Alina Everdale – so nennt sie sich als Autorin und auch auf ihrer Instagram-Seite – lebt noch bei ihren Eltern in Lappersdorf. In Regensburg macht sie aktuell ihren Wirtschaftsfachwirt, das Schreiben ist aber mehr als ein Hobby. „Ich bin ein Mensch, der nicht einfach nichts tun kann“, sagt sie. „Ich brauche immer eine Beschäftigung.“
Als sie im Alter von 14 Jahren mit der Arbeit an dem Fantasyroman begonnen hat, war Everdales Plan bereits die Veröffentlichung. „Ich habe schon damals darüber nachgedacht, was meine Nische im Fantasygenre sein könnte“, erzählt sie selbstbewusst. Und die habe sie dann auch schnell gefunden: Alina Everdale möchte sich in den fantastischen Welten, in denen ihre Geschichten spielen, mit den politischen Themen auseinandersetzen, die sie beschäftigen.
Frauenrechte im Zentrum
„In der Welt von Achsania, in der mein Buch spielt, gibt es Frauen, die magische Gaben haben. Die werden von dem König Nairos systematisch umgebracht, weil er diese Magie als eine Bedrohung empfindet.“ Das Hauptthema des Romans – Frauenrechte und der Kampf für Gleichberechtigung – ist der 20-Jährigen ein Herzensanliegen. „Fantasy ist oft noch ein sehr klassisches Genre, deshalb fällt es vielen schwer, diese Thematik damit zu verbinden – weil Frauenrechte natürlich ein sehr reales Thema sind“, sagt die Autorin. Ihr sei es aber wichtig, über solche Dinge zu schreiben. „In Deutschland nehmen wir das, glaube ich, oft als Selbstverständlichkeit hin. Aber wenn man in andere Länder schaut, sind die Differenzen bei Frauenrechten immer noch sehr groß.“
„Ich habe mich schon immer sehr für Politik und Wirtschaft interessiert“, so Everdale. Sie sitzt am Esstisch im Wohnzimmer ihres Elternhauses und zeigt auf den Fernseher. „Hier läuft beim Abendessen eigentlich immer Tagesschau. Dadurch war ich schon sehr früh gut informiert.“ Einen weiteren Roman, den sie geschrieben hat, der aber noch unveröffentlicht ist, handelt von der Corona-Pandemie.
Zunächst bleibt aber Achsania die Welt, die Alina Everdale mit ihren Lesern teilen will. Auch eine Fortsetzung ist bereits fertig und soll Anfang kommenden Jahres erscheinen. Den zweiten Band fertigzustellen, war für die 20-Jährige besonders herausfordernd. „Ich hatte nicht nur meinen Vollzeitjob, sondern zwei Mal in der Woche auch Unterricht für meinen Fachwirt.“ Eine Beziehung habe sie geführt und jeden Tag Beiträge für ihren Kanal auf Instagram, auf dem sie sich mit den Themen Selbstliebe und Achtsamkeit auseinandersetzt, produziert. „In der Zeit bin ich öfter an meine Grenzen und auch darüber hinaus gegangen.“
Zwei Zusagen von Verlagen
Aber Alina Everdale hat Biss. Das hat sie bereits unter Beweis gestellt, denn „Achsania – Die Königinnenkür“ hat sie schon vor einigen Jahren an Verlage geschickt. „Das hat leider nicht geklappt“, sagt die Lappersdoferin. Sie sei zunächst niedergeschlagen gewesen, der Text ruhte eine Weile in der Schublade, bis sie sich noch einmal ran gesetzt hat. „Ich habe es dann bei Literaturagenturen probiert, was aber auch nicht funktioniert hat. Dann habe ich alles ein paar Mal überarbeitet und es bei kleineren Verlagen probiert. Dann habe ich zwei Zusagen bekommen.“
Jetzt steht der erste Roman der Nachwuchsautorin in den Startlöchern. „Ich bin sehr nervös“, gibt Alina Everdale zu. „Einerseits ist es total schön, weil es immer mein Traum war, dass Leute meine Geschichten lesen. Aber andererseits ist es auch sehr beängstigend, weil damit auch die Meinungen der Leser auf mich zukommen, und es bestimmt nicht nur positive geben wird.“
Ihr Traum für die Zukunft sei trotzdem, irgendwann nur vom Schreiben leben zu können. Den Landkreis Regensburg wolle sie aber nicht verlassen. „Ich liebe meine Heimat zu sehr, als dass ich wegziehen könnte. Ich bin hier wunschlos glücklich.“
Der Roman
Handlung: Selena Konveras lebt in einem Internat für Mädchen, an dem Hofetikette und Benehmen auf dem Lehrplan stehen – aber keine akademischen Fächer. Sie liebt Bücher und führt dadurch ein einsames Leben. Deshalb ist sie überrascht, als sie für die Königinnenkür auserwählt wird, bei der sie mit elf anderen Mädchen um die Gunst des Königs Nairos konkurrieren muss, um sich einen Platz an der Seite des Prinzen Cedric zu erkämpfen. Am königlichen Hof erfährt Selena schnell, dass es viele Geheimnisse in der Welt der Herrscherfamilie gibt. Dann muss sie eine Entscheidung treffen, denn ein Attentäter hat es auf sie abgesehen.
Details: Der Roman „Achsania – Die Königinnenkür“ erscheint am 16. Oktober im Vajona-Verlag. Das 420 Seiten dicke Buch wird 17 Euro kosten. Auch Romantik soll in der Geschichte nicht zu kurz kommen: Der Verlag ordnet sie in der Kategorie „Enemies to Lovers“ (auf Deutsch: „Von Feinden zu Liebenden“) ein.
