Plan sorgt für Ärger

Von Brigitte Lang · 22. September 2024 um 21:30

Lauterhofen. Die Neuaufstellung des Teilabschnitts „Windenergie“ durch den Regionalen Planungsverband Regensburg sorgte bei der Marktratssitzung Lauterhofen erneut für mächtig Zündstoff.

Nach hitzigen Debatten im Vorfeld verabschiedete das Gremium in der Januarsitzung mehrheitlich einen Flächennutzungsplan, in dem zwei Prozent der Gemeindefläche als Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen ausgewiesen wurden.

Nun hat allerdings der Regionale Planungsverband eine Neuaufstellung bekanntgegeben, wonach auf den Landkreis Neumarkt 2,5 Prozent der Fläche entfallen. „Wir haben uns bereits mehrfach intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und uns demokratisch auf die Konzentrationsflächen geeinigt“, sagte Bürgermeister Ludwig Lang. Mit zwei Prozent sei Lauterhofen sogar über den geforderten Anteil der Bundesregierung. „Wir werden an diesem Beschluss festhalten und dies auch in unserer Stellungnahme so deutlich formulieren“, sagte Lang.

Auf die Frage, welche Auswirkungen die Neuaufstellung des Planungsverbands auf Lauterhofen habe, sagte Lang: „Der Ober sticht den Unter. Wir können hierzu lediglich unsere Stellungnahme abgeben.“ Für Lauterhofen bedeutet dies eine deutliche Erhöhung der auszuweisenden Zonen. Eine Aussage, die bei den zahlreich anwesenden Zuhörern auf lautstarken Protest stieß. Auch im Gremium war der Unmut über die aus ihrer Sicht ungleiche Verteilung der Flächen innerhalb des Landkreises Neumarkt deutlich zu spüren.

Marktrat Xaver Lang erläuterte, dass von der gesamten ausgewiesenen Fläche des Kreises circa 27 Prozent auf die Gemeinde Lauterhofen fallen würden. „Das ist eindeutig zu viel. Jetzt ist Schluss“, sagte er. Es müsse dem Verband deutlich gemacht werden, dass Lauterhofen an seiner Planung festhalte. Anton Preißl aus Traunfeld gab sich damit nicht zufrieden: „Nein, wir müssen gar reduzieren.“ Die Nachbargemeinde Berg habe auch nur 1,1 Prozent ausgewiesen. Für diese Forderung erhielt er lautstarke Zustimmung aus den Zuhörerreihen. „Wenn die Gemeinde hier nicht auf seine Bürger schaut, dann hat der Marktrat versagt“, sagte er in Richtung Bürgermeister Lang und seinen Ratskollegen.

Auch aufgebrachte Besucher versuchten immer wieder mit Zwischenrufen ihrem Ärger Luft zu machen, was Bürgermeister Lang vehement unterband. Letztendlich stellte Preißl den Antrag, dass Richard Renner aus Muttenshofen stellvertretend für die Zuhörer seinen Unmut äußern dürfe. Er schilderte die große Sorge der Bürger über die bevorstehende Erweiterung. Die Furcht vor einer Umzingelung und den Wertverlust ihrer Immobilien sei bei den Dorfbewohnern groß. „Bitte überdenkt eure Planung“, war sein Appell an den Marktrat.

Markträtin Beate Niebler sah die Sache eher pragmatisch: „Wenn die Grundstückseigentümer ihre Flächen nicht hergeben würden, könnten keine Anlagen gebaut werden.“

Entspannter war ein anderes Thema: Vanessa Schmitz wurde zur neuen Standesbeamtin bestellt.