„Kuno war kein Selbstläufer“: Stiftung feiert 20. Geburtstag

„Kuno, Kuno“, schallte es durch das Foyer im Haus der Bayerischen Geschichte und die Antwort „Kohle, Kohle“ aus dem Publikum ließ nicht lange auf sich warten. Angeleitet von Prof. Dr. Michael Reng, heute als Kabarettist auf der Bühne, war damit kurz gesagt, worum es bei Kuno geht: Seit 20 Jahren sammelt die Stiftung Geld, um die medizinische Versorgung von Kindern in Ostbayern zu verbessern. Mit einem Festakt im Haus der Bayerischen Geschichte dankte der Stiftungsrat allen Unterstützern und erinnerte daran, wie es gelang, den Bau einer Kinderklinik anzustoßen und seither kontinuierlich zu unterstützen.
Eingeladen waren auch Wegbegleiter. „Sie haben mit ihren Spenden zu einer bestmöglichen Versorgung kranker Kinder beigetragen“, sagte Kuno-Stiftungsvorstand Prof. Dr. Hugo Segerer. Die Gäste erwartete ein buntes Programm aus Musik, Kabarett, Erinnerungen, Berichte von Medizinern, Grußworte politischer Vertreter sowie großer Dank des vierköpfigen Stiftungsvorstand, der neben Segerer aus Susanne Horn, Cordula Heinrich und Dr. Hans Brockard besteht. Per Videobotschaft grüßte Finanzminister Albert Füracker und betonte, dass Kuno eine echte Herzensangelegenheit sei. Bezirkstagspräsident Franz Löffler sagte vor Ort: „Kuno hat bewiesen, dass man selber unwahrscheinlich viel leisten kann.“
Kuno: Am Anfang als Spinnerei abgetan
Prof. Dr. Michael Nerlich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Regensburg erinnerte daran, welche Hürden zu nehmen waren. „Kuno war kein Selbstläufer“, sagte er. Anfänglich wurde die Idee, den Bau einer Kinderklinik selbst in die Hand zu nehmen, als Spinnerei abgetan. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer berichtete davon, dass das Ansinnen als „chronische Form des Wahnsinns“, bezeichnet wurde. Doch sie betonte: „Sie haben eine ganze Region begeistert.“
Dr. Hans Brockard erinnerte, dass zunächst nicht klar war, woher das Geld kommen sollte. „Wir wussten, wir brauchen viel Unterstützung“, sagte er. Der Vorstand setzte erfolgreich auf die Vereine, die Wirtschaft und Privatleute in Ostbayern. Mir vielen Einzelaktionen machten diese möglich, was als unmöglich galt. Die größte Spendenaktion Ostbayerns wurde erfolgreich losgetreten. Schon Ende 2005 konnte mit dem Bau der Kinderklinik St. Hedwig als Gebäudeerweiterung und 2006 mit dem Neubau am Universitätsklinikum begonnen werden.
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“
Seither finanziert Kuno verschiedenste Projekte, die nicht oder nicht vollständig von der Krankenkasse getragen werden wie die Muttermilchbank, die Schirmherrin Tanja Schweiger auf der Bühne vorstellte. Seit mehreren Jahren unterstützt Kuno auch die Beschäftigung pädagogisch-psychologischer Fachkräfte auf Station. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, betonte Erzieherin Karin Naber und Sozialpädagogin Elisabeth Mosena ergänzte: „Jeder Piks ist anders für sie.“ Vom Partnerverein VKKK gab es zum Geburtstag einen Präsentkorb. „Wir arbeiten eng zusammen“, betonte Segerer. Im Saal herrschte am Ende Einigkeit. Auf die Frage von Prof. Dr. Michael Reng, wer Kuno sei, antworteten die Gäste geschlossen: „Wir sind Kuno!“