Krimi um geschlossenen Lottoladen am Regensburger Fischmarkt zieht sich

Von Rainer Wendl · 20. September 2024 um 10:00

Massig gestrandete Pakete und der mutmaßliche Bezug zu einer Bluttat: Der Krimi um das geschlossene Geschäft am Fischmarkt in Regensburg geht weiter.

Seit mehr als einem Monat ist der Lottoladen und Paket-Shop am Fischmarkt mittlerweile geschlossen. Nach wie vor lässt sich regelmäßig beobachten, wie Leute verwundert vor der verriegelten Metalltür stehen und sogar daran rütteln.

Oft handelt es sich dabei um Kunden, die am letzten Öffnungstag (17. August) ein Paket dort aufgegeben haben und seither vergeblich aufs Verschicken warten. Auch bereits angelieferte Sendungen können nicht abgeholt werden. Dem Vernehmen nach sollen insgesamt an die 200 Pakete am Fischmarkt feststecken. Bei der Lösung dieses Problems sind auch dem zur Deutschen Post gehörenden Paketdienst DHL weiterhin die Hände gebunden. Es führt kein Weg in das Geschäft.

„Wir als Deutsche Post sind mit der Situation sehr unzufrieden, da sie definitiv nicht kundenfreundlich ist“, sagte Unternehmenssprecher Klaus-Dieter Nawrath bereits vor zwei Wochen und stellte eine baldige Verbesserung in Aussicht. Seine Kollegin Sonja Radojicic hat jedoch immer noch keine besseren Nachrichten: „Leider gibt es keine Neuigkeiten. Der Filialpartner ist kein Angestellter der DHL Group. Somit haben wir keinen uneingeschränkten Zugang zum Geschäft.“

Post bittet noch um Geduld

Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung der verzwickten Lage, verspricht Radojicic und bittet bis dahin „noch ein wenig um Geduld“. Nach bislang unbestätigten MZ-Informationen können die Kunden eventuell bald aufatmen. Wenn nichts dazwischen kommt, könnte der Zugang zum Laden schon in der kommenden Woche wieder möglich sein.

Fakt ist: Der bisherige Betreiber des Ladens wird anwaltlich vertreten und kann keinesfalls mehr selbst aufsperren. Der Grund dafür ist längst über den Fischmarkt hinaus ein brisantes Gesprächsthema. Als neulich eine Nachbarin wieder einmal einen ratlos vor der Tür stehenden Kunden erblickte, klärte sie ihn ungeschminkt auf: „Der macht nicht mehr auf. Der Inhaber sitzt nämlich im Gefängnis. Weil er jemanden umgebracht hat, mit einem Messer.“ Dies deckt sich mit dem Kenntnisstand mehrerer Kunden.

Die erwähnte Gewalttat hat sich demnach am früheren Morgen des 19. August im mittelfränkischen Schwabach abgespielt, ein Mann (42) wurde dabei getötet, eine zwei Jahre jüngere Frau schwer verletzt. Der 59-jährige Tatverdächtige war mehrere Tage auf der Flucht, ehe er auf der Autobahn-Raststätte „Bayerischer Wald“ im Landkreis Straubing-Bogen festgenommen wurde. Seither sitzt er in U-Haft.

Ermittlern pressiert’s nicht

Die zuständige Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bestätigte bereits vor zwei Wochen, dass der mutmaßliche Täter aus dem Raum Regensburg stammt. Die zeitnahe Öffnung des Ladens ist abgesehen davon weder für die Staatsanwaltschaft noch für die Kriminalpolizei ein drängendes Thema – „so tragisch das für die Kunden auch ist“, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken sagt.

Die Lösung eines solchen Problems liege oft in den Händen der involvierten Rechtsanwälte.