Spatenstich für ein Vorzeigeprojekt

Bodenwöhr. In das mehr als 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude in Bodenwöhr soll bald wieder neues Leben einkehren: Ein Bürgersaal, ein kleines Lebensmittelgeschäft sowie das Technik-Erlebniszentrum des Landkreises Schwandorf werden hier einziehen. Für das 4,7 Millionen Euro teure Projekt fand nun der Spatenstich statt.
Sichtlich stolz stellte Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) den anwesenden Vertretern der Gemeinde, des Landkreises und der beteiligten Firmen die Pläne für das Bahnhofsgebäude im Ortsteil Blechhammer vor. Und die sind gewaltig: Sobald die aktuell noch laufende Schadstoffsanierung abgeschlossen ist, kann mit dem Abriss des Anbaus begonnen werden, der durch einen Glasvariante ersetzt wird.
Außenwände bleiben
Vom Hauptgebäude werden im Grunde nur die Außenwände stehen blieben. Die neuen Räume werden höher und ein neues Dach in Stahlbauweise erhalten. Zudem soll ein umlaufendes Lichtband das optische Höhepunkt des Gebäudes bilden. Im neuen Erdgeschoss soll eine einladende Wartehalle für die Reisenden geschaffen werden. In einer Art Lounge wird Raum für die Bürger entstehen, die sich hier zwanglos treffen können. Diesen Wunsch hätten vor allem die älteren Bewohner aus Blechhammer häufiger an die Gemeinde herangetragen, sagte Bürgermeister Hoffmann.
Auch eine Einkaufsmöglichkeit wird es im umgestalteten Bahnhofsgebäude geben: Der rund um die Uhr geöffnete Landkauf 24, der derzeit in der Bodenwöhrer Ortsmitte zu finden ist, wird hier eine neue Heimat bekommen. Im Dachgeschoss entsteht derweil ein Bürgersaal, in dem künftig beispielsweise Vereinsveranstaltungen stattfinden können. Der Saal dient außerdem als Schulungsraum für das Technikerlebniszentrum des Landkreises Schwandorf, das im neuen Obergeschoss des Gebäudes untergebracht wird. Hier sollen künftig Schüler aus der Region praxisnahen Unterricht in MINT-Fächern besuchen und sich vor allem selbst ausprobieren können – vom Löten bis zum Basteln von Vogelhäusern ist hier Vieles denkbar.
Der reine Umbau des Bahnhofsgebäudes wird laut Hoffmann einen Anteil von 3,5 Millionen Euro ausmachen. Man hoffe – vor allem dank Mitteln aus der Städtebauförderung – in Summe auf Zuschüsse in Höhe von rund 90 Prozent. „Wir bekommen hier in Bodenwöhr die moderne Variante eines Dorfgemeinschaftshauses mit den Nutzungsmöglichkeiten, die wir für die Bevölkerung brauchen“, freute sich der Bodenwöhrer Rathauschef.
Landrat Thomas Ebeling (CSU) dankte allen am Projekt Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Man habe auf dieser Baustelle nun eine Riesenaufgabe vor sich, aber man sei auf einem sehr guten Weg. Ein Technik-Erlebniszentrum für den Landkreis an einem solch verkehrsgünstig gelegenen Ort wie am Bahnhof Blechhammer sei eine rundum gute Sache, lobte er.
Mehrwert für die Bürger
Bundestagsabgeordnete Martina Englhardt-Kopf (CSU) zeigte sich von dem Vorhaben ebenfalls sehr beeindruckt. Sie habe Respekt vor dem Mut, solch ein Vorzeigeprojekt in die Hand zu nehmen, sagte sie. „Die Art der Nutzung wird allen Bürgern einen Mehrwert bieten“, lautete ihr Fazit.
Architekt Martin Weber erläuterte den Gästen Details zum Bauablauf. Dabei wies er darauf hin, dass bei einem Umbau eines bestehenden Gebäudes immer etwas Unvorhergesehenes passieren könne. Er hoffe im Bodenwöhrer Fall aber nur auf positive Überraschungen beim Bau. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Umbau des Bahnhofsgebäudes 2026 abgeschlossen sein.
