Abensbergs Judo-Nachwuchs bekam Tipps von einer Weltmeisterin

Von Alan Jordan · 17. September 2024 um 11:00

Anna-Maria Wagner trainierte mit mehr als 170 Kinder in der Josef-Stanglmeier-Halle in Abensberg und die hatten natürlich jede Menge Fragen an die Olympia-Teilnehmerin.

Die meisten Sportler kennen es – man sieht Profiathleten immer im Fernsehen oder in den Nachrichten, wie sie bei Olympia oder anderen Meisterschaften beeindruckende Leistungen erzielen. Oft kommt dann der Gedanke: „Wie cool wäre es, mal mit denen zu trainieren?“

Am Sonntagnachmittag hatte der Judonachwuchs des TSV Abensberg genau diese Möglichkeit. Die zweifache Judo-Weltmeisterin und Olympia-Athletin Anna-Maria Wagner war vor Ort in der Josef-Stanglmeier-Halle in Abensberg und absolvierte mit den Nachwuchsjudoathleten im Alter von acht bis 14 Jahren ein hartes Training. Danach gab es noch eine Fragerunde und im Anschluss eine Autogrammstunde.

Ein paar Überraschungsgäste waren ebenfalls beim Event anwesend, so zum Beispiel Ole Bischof, Judoka des TSV Abensberg, der 2008 in Peking Olympiasieger im Judo wurde. Auch beim Event mit dabei war Jolina Reinhold, ebenso vom TSV Abensberg. Die 15-jährige Judoka holte kürzlich bei der U18-Weltmeisterschaft in Peru die Bronzemedaille.

Hampelmänner als Strafe

Die Halle war voll. Mehr als 170 Kinder konnten es gar nicht abwarten, bis das Training mit der Profisportlerin endlich losging. Die Kinder wärmten sich fleißig mit ein paar Dehnübungen auf der Matte auf, während die Eltern es sich auf der Tribüne gemütlich machten und Kaffee und Kuchen genossen.

Dann war es endlich soweit und Anna-Maria Wagner wurde von allen Kindern, Trainern und Gästen mit tobendem Applaus begrüßt. „Ich bin sprachlos, dass so viele da sind“, sagte die Profisportlerin. Danach ging es los mit dem Judotraining. Zum Aufwärmen: Querbeet über die Matte laufen und auf die Kommandos: „Bauch, Rücken, Eis und Brücke“ hören. Wer zu spät die Kommandos ausführte, musste zur Strafe ein paar Hampelmänner machen.

Sportler legten sich ins Zeug

Jetzt, wo die Kinder so richtig warm waren, startete der Hauptteil der Trainingseinheit. Es ging los mit Zweikampfspielen. „Partner suchen, Punkte sammeln“, das war das Prinzip der Spiele. Die Nachwuchsjudoka sollten sich für jede Aufgabe immer in Zweierpaaren aufteilen und dann die jeweilige Übung ausführen. Beim ersten Spiel ging es darum, sein Gegenüber aus einem Viereck herauszuschieben. Wer dies öfter schaffte, gewann. Bei jedem Spiel legten sich die Sportler richtig ins Zeug, denn für die Verlierer gab es immer eine Strafübung, die natürlich niemand machen wollte.

Danach wurden spezifische Judotechniken, wie „Uchi komi“ (Basisübungen) oder „O-Goshi“ (großer Hüftwurf) trainiert. Anna-Maria Wagner gab zu jeder Technik eine Einführung und Tipps. Sie zeigte den Nachwuchskampfsportlern auch eine ihrer Überraschungstechniken. „Nicht zu oft einsetzen, sonst ist es keine Überraschungstechnik mehr“, erklärte die Athletin. Am Ende war Wagner zufrieden mit dem Training der Nachwuchsathleten: „Ich bin begeistert. Ihr habt das wirklich gut gemacht.“ Die Trainer und Organisatoren bedankten sich bei der Profiathletin für die Trainingseinheit. Bei der Frage, ob die Kinder Spaß hatten, gab es ein lautes „Ja“ als Antwort.

Fotos und Autogramme

Das war aber noch nicht alles. Nach dem anstrengenden Training gab es eine Fragerunde, bei der der Nachwuchs Anna-Maria Wagner über vieles ausfragten. „Wie sind Sie zum Judo gekommen?“ – „Ich hab mit sieben Jahren in einer AG in der Schule angefangen.“ „Wie ist es so auf der Matte bei Olympia zu stehen?“ – „In meinem Kopf bin ich in dem Moment nicht bei Olympia. Es ist einfach ein Wettkampf und ich mache alles so wie immer, aber natürlich ist man nervös, sonst wäre es einem nicht wichtig.“ „Was mögen Sie an Judo?“ – „Ich liebe Judo, weil alles möglich ist. Es ist offen, vielseitig und selbst unbekannte Athleten können auf dem Siegerpodest landen“ – waren einige der Fragen und Antworten.

Im Anschluss an die Fragerunde gab es noch eine Autogramm- und Fotostunde.

Im Anschluss an das Training schrieb Anna-Maria Wagner viele Autogramme.
Bei den Zweikampfspielen legten sich die Nachwuchsjudoka richtig ins Zeug.