Unter Einsatz seines Lebens: 27-Jähriger rettet Schwerverletzten am Hauptbahnhof von Gleisen

Von Mittelbayerische Zeitung · 16. September 2024 um 15:47

Am Samstag in den frühen Morgenstunden hat ein Mann am Hauptbahnhof Regensburg einen Schwerverletzten von einem Gleis gezogen. Wenige Sekunden später rauschte ein Zug auf dem Gleis durch.

Gegen 3.30 Uhr hörte eine Reinigungskraft im Hauptbahnhof Regensburg am Samstag laut Bericht der Polizei die Schreie eines Menschen. Der 27-jährige Eritreer sah einen Verletzten zwischen den Gleisen 6 und 7 liegen und rannte über die Gleise, um das Bundespolizeirevier Regensburg schnellstmöglich über die Gefahrensituation zu informieren. Aufgrund von Sprachbarrieren konnte der Eritreer den Beamten die akute Gefahrenlage aber nicht verständlich machen.

Eine Bundespolizeistreife eilte dem Mann hinterher über den Arcadensteg an den Einsatzort. Die Reinigungskraft rannte wieder über die Gleise zu dem schwer verletzten Mann, der inzwischen auf den Schienen des Gleises 7 lag. Der 27-Jährige zog den Schwerverletzten aus dem Gefahrenbereich – nur wenige Sekunden später fuhr ein Zug auf Gleis 7 durch. Die Bundespolizisten leisteten Erste Hilfe und forderten den Notarzt an.

Ein Rettungswagen brachte den 41-jährigen Deutschen in ein Regensburger Krankenhaus. Nach Angaben der behandelnden Ärzte befindet sich der Mann inzwischen außer Lebensgefahr. Das Bundespolizeirevier Regensburg hat die Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen. Gegenstand der Ermittlungen ist auch, weshalb der 41-Jährige verletzt auf den Gleisen lag. Die Ermittler gehen derzeit nicht von einem Fremdverschulden oder Unfallgeschehen aus.