Gesperrte Abensbrücke ist herausfordernd – für die Stadt Abensberg und für Bürger gleichermaßen

Von Lucia Pirkl · 11. September 2024 um 15:00

Seit Montag dürfen Schulbusse in Abensberg (Landkreis Kelheim) die Behelfsbrücke über die Abens nutzen. Eigentlich gedacht als Entlastung für Schulkinder, wirft das so manch neues Problem auf.

Wohl kaum ein Thema bewegt die Abensberger derzeit so wie die gesperrte Abensbrücke. Voraussichtlich ein Jahr lang werden die Aumühle und die Jahnstraße von der Innenstadt abgetrennt sein. Dann soll ein Kreisel für Erleichterung im Verkehrschaos sorgen.

In den sozialen Netzwerken diskutieren in diesen Tagen viele genervte Bürger ein Verkehrschaos ganz anderer Art. Vor allem zu Stoßzeiten staut sich auf der Bundesstraße der Verkehr.

Freigabe soll entschärfen

Menschen, die bisher aus Richtung Siegenburg oder Neustadt kommend über die Münchner Straße nach Abensberg fuhren, müssen jetzt auf die B16 ausweichen. Anwohner aus der Aumühle oder der Jahnstraße müssen die Umleitung sowieso nutzen, um ins Einkaufszentrum, zu den Schulen oder in die Innenstadt zu kommen.

Um die Situation zu entschärfen, hatte am Wochenende Abensbergs CSU-Fraktion vorgeschlagen, die Behelfsbrücke beim Schwefelschwammerl für Schulbusse freizugeben. Am Sonntag trafen sich, kurzfristig anberaumt von Bürgermeister Bernhard Resch, Vertreter der Stadt und des Stadtrats, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Und am Montag informierte Resch, dass die Brücke nun für Schulbusse freigegeben wird.

Auch im Bauausschuss am vergangenen Montagabend war der Brückenbau und die damit einhergehenden Belastungen ein Thema. Einig waren sich alle, dass die Freigabe der Brücke für den Schulbusverkehr richtig war. Resch bezeichnete das Ganze als „Versuchsballon“. Auf die Solidarität der Allgemeinheit käme es nun an, und dass nicht alle die Brücke, die eigentlich viel zu schmal ist für den Verkehr, nutzen. Im Stadtrat Ende September steht das Thema dann erneut zur Debatte.

Der Solidaritätsappell von Resch scheint zumindest bei so manchem Autofahrer zu verhallen. Die Brücke, die nur Schulbusse, Rettungsfahrzeuge und manche Firmen mit Sondergenehmigungen nutzen sollen – wie beispielsweise der Schwarzbeck, der zwischen Produktionsstätte in der Jahnstraße und Verkauf in der Babostraße pendeln muss – zieht nun auch viele andere Pkw an.

Da scheint auch das Schild mit dem Hinweis „Schulbusverkehr frei“ nicht viel zu bringen. „Es sind bestimmt an die 100 Fahrzeuge, die hier pro Tag vorbeifahren“, erzählt Günter Bauer, ein Anwohner in der Mayrstraße, die zur Behelfsbrücke führt. Er ist überzeugt: „Das werden mit Sicherheit noch mehr werden.“

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Während die Anwohner brav die Umleitung über die B16 nutzen, so Bauer, fahren immer mehr Pkw, die hier eigentlich nichts zu suchen hätten, unerlaubt über die Brücke. Bauer, der selbst lange Jahre bei der Feuerwehr war, ist skeptisch, ob Rettungsfahrzeuge, für die die Brücke eigentlich geplant war, bei diesem Verkehr überhaupt noch durchkämen.

Er sucht gerne schon mal das Gespräch, weist die Fahrer auf das Schild am Straßenrand hin – und erntet dafür so manch bösen Blick und Unverständnis. Von einer etwaigen Einbahnstraßenregelung in der Mayrstraße hält Bauer indes nichts: „Dann kommen wir ja nicht mehr aus der Ausfahrt raus.“

Gefahr für Kinder?

Nur Kopfschütteln übrig hat dagegen Katja Resch für die Entscheidung, die Brücke für den Busverkehr freizugeben. Während sie am Montagabend spazieren geht, überqueren hinter ihr die Autos im Minutentakt die Brücke. Sie wohne selbst in der Aumühle und müsse jetzt einen Umweg fahren, und trotzdem gefällt ihr die Freigabe für Busse nicht, es ist einfach zu eng. „Keiner denkt an die Schulkinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad über die Brücke wollen. Die sind jetzt total gefährdet durch den Verkehr.“