Furths Antwort auf Überlebensfragen: Klimagärten mit resistenten Pflanzen für Stadt und Garten

Es gibt eine neue Attraktion für die Landesgartenschau 2025: Klimagärten! Das Projekt der Gartenschaugesellschaft und von Dr. Kerstin Hofmann wird Antworten geben auf echte Überlebensfragen in Zeiten des Klimawandels. Welcher Baum und welche Pflanze kann an einem ganz bestimmten Ort unter schwierigen Bedingungen überleben. Es wird Pflanzungen geben mit Beispielen für Stadt, Garten und Allee.
Wer wissen will, was in seinem Garten tatsächlich den Klimawandel überlebt, der findet im Internet viele verschiedene Quellen, die für viele verschiedene Regionen ganz verschiedene Lösungsansätze bieten. Mancher gibt dann entnervt auf.
Wo man sich wohlfühlt
Die Klimagärten werden auf dem Areal der einstigen Späth-Brauerei einen Überblick präsentieren, der auch die Region weiterbringt. „Wie bieten die Möglichkeit, von der Straße einen grünen Innenraum zu betreten und festzustellen: Hier ist es kühler, hier ist es angenehmer, hier fühlt man sich wohl“, sagt Hofmann. Das Umweltministerium habe diese neueste Attraktion als äußerst hilfreich bewertet und werde sie eventuell bezuschussen.
Der Klimawandel sei in jeder Stadt zu spüren: Hitze-Inseln, Trockenheit, Starkregen. „Wir beantworten die Frage, welche Pflanzen das aushalten. Jeder kann sie besichtigen und jeder kann selbst entscheiden, welche er in seinem garten haben will. Die Leute werden staunen, wie vielfältig die Auswahl an passenden und widerstandfähigen Pflanzen ist.“
Dasselbe gelte auch für öffentliche Flächen. Immer wieder fällt der Begriff der „Schwammstadt“. Diese Prinzip sieht ein nachhaltiges Wassermanagement vor. „Wir können ausrechnen, wie viele Quadratmeter grün bei einem Starkregen wie viele Kubikmeter Wasser speichern können. Es gibt Möglichkeiten das Wasser im Untergrund zu speichern, so dass die Bäume bei der nächsten Hitzeperiode darauf Zugriff haben in ihren Wurzelräumen“, beschreibt Hofmann.
Auch Zukunftsbäume wie die Zerr-Eiche werden in den Further Klimagärten zu finden sein. Die Baulücke des Späth-Areals sei ein echter Glücksfall. Hier könne man in der Praxis zeigen, was eine Grünfläche in der Stadt bringt, selbst dann, wenn sie nur für eine Zwischenbegrünung hergenommen werden kann.
Der Beitrag soll auch für Besucher ohne fachlichen Hintergrund die Diskussionen um ein klimafestes und nachhaltiges Stadtgrün erlebbar und im wahrsten Wortsinne begreifbar machen.
Der Beitrag ist zweigeteilt in einen größeren Bereich im Norden des Späth-Areals und einen kleineren im Süden. Im Norden werden einheimische und klimafeste Pflanzen im Fokus stehen. „Die Besucher werden staunen, welche Vielfalt auch hier noch möglich ist unter den Einschränkungen, die der Klimawandel mit sich bringt“, verspricht Hofmann. Man müsse nicht auf Exoten zurückgreifen, um auch in der Zukunft grüne Oasen schaffen zu können, die den schwierigen Bedingungen in einer Stadt gewachsen sind.
Im Süden werden Exoten und speziell gezüchtete Hybriden gezeigt. „Hier erfährt man, wie man sinnvoll Lücken schließen kann, die der Klimawandel in das Sortiment der einheimischen Pflanzen gerissen hat“, sagt Hofmann.
Das Beste aus allen Welten
Für den neuesten Beitrag hat sich die Gartenschau-Geschäftsführerin mit der Baumschule Lorberg zusammengetan, die ihren Sitz in Berlin hat und mit ihren weiteren Standorten eine größere Region abdeckt. „Hier gibt es große Erfahrung und auch schon Listen, was wo gedeiht und was nachhaltig ist“, sagt Hofmann. Man müsse in jeder Region genau hinsehen. Es gibt Bäume, die in einer Region immer noch gut gedeihen und in einer anderen nicht. „In unseren Klimagärten kann man sich das Beste aus allen Welten heraussuchen und zuhause oder in der Stadt pflanzen“, verspricht sie.